Muzikon Karavan
Translating Soundish

Muzikon-Karawane 1200x1200 © Vladimir Nikodijević

Muzikon Karavan bringt zeitgenössische und experimentelle Musik durch partizipative Workshops und Konzerte in ländliche Regionen Serbiens.

Über das Projekt

Mit einem Fokus auf Jugendbildung, kreatives Arbeiten mit Klang und kulturelle Dezentralisierung fördert das Projekt gesellschaftliches Engagement, ökologisches Bewusstsein sowie den digitalen Zugang zu Musik und Mentoring.

Muzikon Karavan ist eine Reihe von Konzerten und partizipativen Workshops zur Förderung zeitgenössischer klassischer Musik, gesellschaftlichen Engagements und musikalischer Bildung in Dörfern und ländlichen Gebieten Serbiens und der Region. Das Projekt legt besonderen Wert auf kulturelle Dezentralisierung und die Einbeziehung lokaler Gemeinschaften, die häufig keinen Zugang zu künstlerischen Programmen haben.

Ländliche Regionen in Serbien sind von kulturellem Rückgang betroffen – viele Kulturzentren sind inaktiv, was zu sozialer Isolation, Abwanderung junger Menschen und einem Verlust von Identität führt. Muzikon Karavan begegnet diesen Herausforderungen, indem Live-Konzerte mit kreativen Bildungsworkshops kombiniert werden, die speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert sind. Sie bieten praktische Erfahrungen, die Kreativität, Selbstvertrauen und ein langfristiges Interesse an Musik und Kunst fördern.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Workshop Translating Soundish der Komponistin Maja Bosnić, in dem Teilnehmende alltägliche Geräusche in grafische Partituren und kollektive Performances übersetzen und Musik als inklusive und partizipative Kunstform entdecken. Muzikon Karavan belebt die Kultur im ländlichen Raum, entwickelt neues Publikum und baut ein nachhaltiges Netzwerk für Kreativität und Teilhabe auf. Jede Veranstaltung der Reihe umfasst zudem ein Konzert des Muzikon Orchesters mit zeitgenössischer Musik mit dem Ziel, in jedem besuchten Dorf einen traditionellen Konzerttag zu etablieren.

Ziel

Zeitgenössische Musik und kreative Bildungsprogramme in ländliche Gemeinschaften zu bringen, um kulturelle Teilhabe, Jugendbildung und das Bewusstsein für Kunst als öffentliches Gut zu stärken sowie nachhaltige Entwicklung und regionale Zusammenarbeit zu fördern.

Zielgruppen

Die primären Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche und Bewohner ländlicher Regionen sowie junge professionelle Musikerinnen und Musiker. Weitere wichtige Zielgruppen sind renommierte Künstlerinnen und Künstler in der Rolle von Mentorinnen und Mentoren sowie ein an klassischer Musik interessiertes Publikum aus urbanen Räumen.

Zeitraum

2026

Aktivitäten

Die Aktivitäten umfassen ein Kernprogramm mit 5 Konzerten und 5 Workshops „Translating Soundish“ in ländlichen Regionen Serbiens sowie einen Workshop in Belgrad mit Sarah Nemtsow, der Gastkomponistin aus Deutschland. Das Programm wird mit einer Abschlussveranstaltung in Belgrad beendet.
  • 18. 5. – Karavan Šurice
  • 30.–31. 5. – Karavan Putinci
  • 13. oder 14. 6. – Karavan Smart Glamp Bukulja
  • 6. 9. – Karavan Gorobilje (Požega)

Workshop „Translating Soundish“

„Translating Soundish“ ist ein Bildungsworkshop der Komponistin Maja Bosnić, der die Teilnehmenden von passiven Zuhörenden zu aktiven Musikschaffenden werden lässt. Ausgehend von Prinzipien der zeitgenössischen Musik fördert der Workshop die gemeinsame Erforschung alltäglicher Klanglandschaften, die anschließend in grafische Partituren und kollektive Performances übersetzt werden. Auf diese Weise wird die vertraute Umgebung zu einem Raum künstlerischer Entdeckung.

Der Workshop führt Kinder, Jugendliche und lokale Gemeinschaften durch die Erkundung ihrer eigenen Klangumgebung – vom Wind und von Tiergeräuschen bis hin zu Maschinenklängen. Mit Papier, Farben und gefundenen Materialien erstellen die Teilnehmenden sogenannte „scores of reality“ (Partituren der Realität). Diese individuellen Arbeiten bilden die Grundlage für eine gemeinsame Komposition, die in einer öffentlichen Aufführung und Ausstellung mündet. Instrumentalistinnen und Instrumentalisten des Muzikon Orchesters erzeugen harmonische Klangdrones und verweben die Arbeiten der Teilnehmenden zu einer gemeinsamen, beinahe magischen Klanglandschaft.

Der Workshop erweitert die zeitgenössische Musik über die Konzertsäle hinaus und bringt sie durch grafische Notation, Improvisation und räumliches Hören in ländliche Regionen. Er fördert einen demokratischen und inklusiven Ansatz künstlerischen Schaffens und schafft einen sicheren, kollaborativen Raum, in dem der Beitrag jeder teilnehmenden Person das gemeinsame Ergebnis mitgestaltet.

Teilnehmer*innen

Kontakt

Partner

Das Projekt wird mit Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung und des Goethe-Instituts realisiert.