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19:00 Uhr
Über Deutschland. Metropole
Ausstellung|Die Fotografie von Srđan Veljović
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Galerie „Stepenište“, Belgrad
- Preis Eintritt frei
Der Blick ist zufällig und unverdient privilegiert. Er laviert zwischen einem deskriptiven Sehen, der Betrachtung der fotografierten Strukturen als Konfiguration von Beziehungen, und einem suchenden Blick, der nach symbolischen Bedeutungen, historischen Referenzen und ideologischen Einschreibungen fragt. Die Bilder schwanken zwischen Fakten und Symbolen. Der Geschichte wird ihre mythologische Funktion entzogen, Sinn wird in die Zukunft verschoben. Durch Ironie wird versucht, das Grauen zu überspielen.
Die Abfahrtsliste des Münchner Busbahnhofs gleicht jener des Belgrader Bahnhofs aus der Zeit der SFRJ. Die Metropole ist nach Westen migriert. Wie so viele andere auch. Auf diese Weise ist ein kontextueller Apparat zur Lesart Deutschlands konstruiert worden: ein Blick aus dem Osten.
Die Methode ist inspiriert von der Lektüre der Stadt bei Bogdan Bogdanović: ein flanierendes Treiben durch den Raum, die Betrachtung der Stadt als historische, mythologische und ideologische Struktur; das Erkennen und Lesen ihrer Schichten. Und schließlich die Ästhetisierung des Blicks, der im Bild umgesetzt wird. Angenehm fürs Auge. Täuschung oder Selbsttäuschung?
Großen Dank für die Unterstützung und Zusammenarbeit, ohne die diese Ausstellung nicht möglich gewesen wäre, schulde ich: Nataša Tomić Veljović, Elsa & Fritz Atomic, Goethe-Institut Serbien.
Über den Künstler
Srđan Veljović
Fotograf, konzeptueller Dokumentarist. Geboren 1968. Abschluss an der Elektrotechnischen Fakultät. Mitglied der ULUS.
In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit der Problematik von Identität und deren Konstituierung als ein von außen bestimmtes Feld, indem er jene Orte untersucht, an denen die Grenzen, die Identität definieren, überschritten werden.
Realisierte Projekte:
Architektur und Faschismus / Das gute Leben als Exzess / Himmel / Geschlechtergrenzen / Ökonomie der Macht heterosexueller Beziehungen / Wie hoch ist sicher / Messer Draht / Die Kunst der Transition / Transponieren – Džoni Racković / Die Vielen / Techno – Positionen der Subkultur / Mögliche Orte der Solidarität / Museen und weitere Orte des Erinnerns / Fahnenmasten / Industrie / Fotografien, Porträts / Kinos in der Erinnerungskultur / 20–25–29 / Das Unheimliche als konzeptionelles Werkzeug / Die Neunziger / Kultivierung der Kommodifizierung / Migrationen, Destinationen / Die Achtziger / Die Mauer, 30 Jahre / Vielheit, Eigenständigkeit / Hygiene, Reinigung / Natur ohne Gesellschaft / Essay über Geschichte / Migrationen, Destinationen extended.
Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen in Serbien, Nordmazedonien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Slowenien, Montenegro, Rumänien, Albanien, Österreich, Deutschland, Ungarn, Italien sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Künstlerischer Leiter der Galerie Artget des Kulturzentrums Belgrad im Jahr 2023. Veröffentlichungen u. a. in Feral Tribune, Vice, Dazed Digital und Haaretz. Veröffentlichung von drei Büchern.
Ort
Šumatovačka 122
11000 Belgrad
Serbien