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19:30–22:40 Uhr

Queer Wave im Goethe Garten

Filmvorführungen

  • Goethe-Institut Nikosia, Nikosia

  • Sprache Englische Untertitel
    Deutscher Dialog
  • Preis Eintritt frei
    Anmeldung & SafePass notwendig

Grafik für das Festival. Es steht in grauen Großbuchstaben auf schwarzem Hintergrund QUEER WAVE, CYPRUS LGBTIQ+ FILM FESTIVAL 3-12 SEPTEMBER 2021 NICOSIA © Queer Wave

Das Goethe-Institut Zypern unterstützt die Queer Wave 2021 Retrospektive. In diesem Rahmen werden zwei kultige deutsche Klassiker der queeren Filmgeschichte präsentiert: Mädchen in Uniform (90. Jubiläum) und Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (50. Jubiläum).

Mädchen in Uniform ist ein bemerkenswerter Film einer Regisseurin, die mit ausschließlich weiblicher Besetzung gefilmt hat, und gilt als einer der ersten wirklich bedeutenden Queer-Filme überhaupt.

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt, ein Film von Regisseur Rosa von Praunheim, einem Pionier der Schwulenbewegung, der 1971 auf der Berlinale uraufgeführt wurde, ist ein seltenes Beispiel für einen Film mit direkter gesellschaftspolitischer Wirkung.
 
Mädchen in Uniform
Drama // 1931 // Deutschland // 89 Minuten
Regie: Leontine Sagan
19:30 Uhr

Fräulein von Bernburg ist eine einfühlsame Lehrerin an einem reinen Mädcheninternat. Als die neue Schülerin Manuela beginnt, sich in ihre freundliche Lehrerin zu verlieben, entdecken Schülerin und Lehrerin bald, dass ihre Gefühle gegenseitig sind. Als Manuela versucht, ihrem Herzen zu folgen, stößt sie auf die Herausforderungen, die eine verbotene Romanze mit sich bringt, und schon bald bricht ein Skandal aus. Als Schlüsselfilm der Weimarer Zeit, der auch eine starke antifaschistische Botschaft enthält, ist Mädchen in Uniform ein unbestrittener Meilenstein der lesbischen Darstellung auf der Leinwand.
 
Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
Dokumentarfilm/Drama // 1971 // Deutschland // 67 Minuten
Regie: Rosa von Praunheim
21:30 Uhr

90-mal fällt im Kommentar das Wort „schwul“, das 1971, zwei Jahre nach Abschaffung des § 175, noch im Hate-Speech-Kontext stand; die Betroffenen hatten es sich noch nicht selbstbewusst angeeignet. Auf die stumm gedrehten Bilder schwuler Klischee-Szenen gelegt und in deklamatorischem Ton vorgetragen, provozierte das diejenigen, die gar nichts davon hören wollten, wie diejenigen, die unter diesem Begriff litten, gleichermaßen.

Die Kritik des Films, die aus einer bewusst „diffusen künstlerischen Haltung“ (Praunheim) heraus geäußert wurde, mischte Elemente des Spiel- und Dokumentarfilms sowie der Polemik und des Appells und stellte damit klassische Filmerzählungen in Frage. Sie richtete sich vor allem an die eigene Szene, der Praunheim selbstverschuldete Unsichtbarkeit vorwarf. Aus den Diskussionen um die durch den Film entstandene Sichtbarkeit entwickelte sich die moderne deutsche Schwulenbewegung. Ein seltenes Beispiel für einen Film mit direkter gesellschaftspolitischer Wirkung.