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19:15 Uhr

Ilk عِلْقْ : A Queer Arab Dichotomy by Ahmad BáBá

Visual performance|Beteiligung aus Deutschland am Buffer Fringe Performing Arts Festival

  • Rüstem Buchhandlung, Lefkoşa

  • Preis 5 Euro / 70 TL

Eine Videoprojektion an einer Wand zeigt einen oben ohne Mann, der mit einem durchsichtigen Schleier bedeckt ist. Ein Teil des Gesichts des Mannes, der einen Ohrring und eine Perlenkette trägt, wird ebenfalls in den Hintergrund projiziert. Auf der linken Seite des Bildes sehen wir denselben Mann in schwarzer Kleidung zwischen zwei weißen Vorhängen stehen. ©Ahmad Baba

Das Goethe-Institut Zypern unterstützt die Performance des in Berlin lebenden Künstlers Ahmad BáBá beim Buffer Fringe Performing Arts Festival.

Queerness als Begriff gibt es im Arabischen nicht. Es gab und gibt sie jedoch als eine Praxis, die weiter zurückreicht als die „Queerness“, die die westliche Hegemonie dem Globus aufgedrängt hat. Warum wird also von uns erwartet, dass wir uns mit einer „Queerness“ identifizieren, die wir nicht mitgestaltet haben? Wie können wir die Sprache der Queerness sprechen, wenn unsere eigenen Sprachen, Begriffe und Ausdrücke in einer internationalen Queer-Sprache (Englisch) gefangen und abgekürzt sind? Wie werden wir unter Druck gesetzt, uns an die Normen der akzeptablen „Queerness“ anzupassen? Was sind die Konsequenzen, wenn wir nicht in diese Normen passen, und wie können wir dieser regulierenden und disziplinierenden Funktion von Queerness in unserer Gegenwart  begegnen?

„Ilk“ ist nicht nur ein Versuch, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Er untersucht, wie Queerness zu einer Form des Kolonialismus geworden ist, der viele Identitäten und Existenzweisen auslöscht und homogenisiert, die nicht unbedingt unter den Oberbegriff Queerness passen, aber dennoch unter  ihm subsummiert werden. Denn es fehlt  an Klassifizierungen und Begriffen, die kollektive queere Existenzen in ihren eigenen Kontexten bezeichnen und umfassen. „Ilk“ist auch eine Möglichkeit, den Wurzeln queerer Praktiken nachzugehen, die in arabischen und muslimischen Gesellschaften Jahrhunderte zurückreichen.

Ahmad lässt sich für die einzelnen Performance-Elemente von Manuskripten inspirieren wie Adab al-jins 'inda al-'Arab (Die erotischen Schriften der Araber) und Nuzhat Al-Albab Fima La Yujad Fi Kitab (Eine Promenade der Herzen) des Amazigh Dichters, Schriftstellers und Anthologen Ahmad Al Tifashi (1184-1253 n. Chr.). Inspiriert durch den Namen des Buches „Eine Promenade der Herzen“ präsentiert diese Performance  eine Promenade der Befragung dessen, was wir wussten, was wir wissen und was noch kommen wird.