Ausstellung Bernhard Wicki. Fotografien

BERNHARD WICKI BERNHARD WICKI

Mo, 12.05.2014 -
Sa, 17.05.2014

Atatürk Culture Center Nicosia/ Lefkoşa

BERNHARD WICKI. FOTOGRAFIEN
Ort: Atatürk Culture Center Nikosia/Lefkoşa, gegenüber dem Kyrenia / Girne Gate, 1. Stock
Eröffnung: am 12. Mai um 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9.00 - 15.30 Uhr; Donnerstag von 9.00 – 18.00 Uhr und Samstag von 9.00 – 13.00 Uhr


Bernhard Wicki (1919 – 2000) war nicht nur ein herausragender Regisseur und Schauspieler: in den 50er Jahren hat er auch ein fotografisches Werk geschaffen, das seine Arbeit als Regisseur vorbereitete, zugleich aber eine individuelle künstlerische Handschrift trägt. Die Fotografie war für Wicki das entscheidende Instrumentarium, sich optisch auszudrücken.
Auf der Weltausstellung der Fotografie in Luzern entdeckte Wicki 1952 die Fotografien der Fotoagentur Magnum, die von Robert Capa, Henri Cartier-Bresson und anderen wenige Jahre zuvor gegründet worden war. Die Aufnahme eines sterbenden Soldaten von Capa, 1936 im spanischen Bürgerkrieg aufgenommen, fesselte Wicki: „Es ist der unmittelbare, ungeschönte Blick auf die Wirklichkeit ... Das ist ja das Wesen von Fotos, dass man etwas in sie hineinsehen kann. Und dass sie, wenn es einigermaßen gute Fotos sind, sie nicht nur ein Abbild der Wirklichkeit sind, sondern darüber hinaus der Phantasie des einzelnen Raum lassen.“ Wicki erkannte die Möglichkeiten der Fotografie: „Ich hatte Film und Fotografie immer als zweitrangige Kunstformen betrachtet und bis dahin eigentlich fürs Theater und für die Malerei gelebt. In dieser Ausstellung fiel es mir wie Schuppen von den Augen, und ich wusste von dem Moment an, als ich diese Aufnahmen sah: Das ist es, was ich im Leben zu tun habe. Ich kam aus der Ausstellung, ging in den nächsten Fotoladen, kaufte mir eine Rolleiflex und telegraphierte an Lippel, den damaligen Intendanten des Münchener Staatstheaters, dass ich ein halbes Jahr Urlaub brauche, und entweder gibt er mir den, oder ich werde vertragsbrüchig. Er gab mir frei, ich fuhr nach Paris und begann wie ein Besessener zu fotografieren.“
Seine Fotografien entstanden auf Reisen durch Deutschland, Frankreich, Italien, Bosnien, Marokko, Afrika, Russland, Österreich, Nordamerika sowie an seinem Wohnort München. Wicki war thematisch nicht festgelegt, er fotografierte alles, was ihn visuell fesselte: Menschen in ihrer existenziellen Vereinsamung, ungeschönte Porträts, menschenleere, entfremdete Städte, aber auch poetisch entrückte Landschaften. Die Fotografien geben ein eindringliches Bild von der Zeit nach den katastrophalen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs.
Wickis fotografisches Werk geriet schnell in Vergessenheit, zu überragend war sein Erfolg als Filmemacher, um den auch Hollywood warb. Für Wicki selbst waren seine Fotografien nur eine Episode, der er später - im Gegensatz zu der Nachwelt - kaum noch Bedeutung beimaß.

Die Tourneeausstellung des Goethe-Instituts enthält 38 s/w-Neuabzüge aus dem Nachlass von Bernhard Wicki. Die Ausstellung wird begleitet von einer zweisprachigen Broschüre (deutsch/englisch) mit einem Einführungstext von Inka Graeve-Ingelmann sowie einer Auswahl von Arbeiten.

Die Brücke Im Rahmen der Ausstellung wird am Freitag, 16.5. um 19 Uhr im Saal des Atatürk Culture Centers den bekanntesten Film von Bernhard Wicki gezeigt: „Die Brücke“ von 1959; (schwarz-weiß; 103 min.;) Deutsch mit englischen Untertiteln. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung wird vom Goethe-Institut Zypern gemeinsam mit dem Türkisch-Zyprisch-Deutschen Kulturverein präsentiert.


Logo Türkisch-Zyprisch-Deutscher Kulturverein

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