Celeste González

Zeitraum: Dezember 2023
Projekt: Celeste en Llamas
Partner: Replika Teatro, Madrid

Mit Replika Teatro verbindet uns eine langjährige Kooperation. Die gemeinsame Unterstützung von Projekten in finaler Produktionsphase, gibt uns die Möglichkeit relevente und aktuelle Themen künstlerisch zu unterstützen und zur Bildung, Kreation sowie zur Internationalisierung beizutragen.

Eine Person mit weißblondem Zopf steht mit dem Rücken zur Kamera und blickt nach links. Sie trägt eine dicke Fleecejacke und einen Tanga. Rechts neben ihr steht ein Mikrofon. Der Hintergrund ist eine grau-weiße Wand. CELESTE EN LLAMAS © Celeste González

Über die Residenz

Im Juni 2023, während mir ein Arzt eines galicischen Gesundheitszentrum, Dr. Sueiros, aufgrund von Beschwerden und einem aufgeblähten Bauch eine routinemäßige Ultraschalluntersuchung des Abdomens bei mir durchführte, sagte er mir: „Gnädige Frau, Sie sind wohl nie schwanger gewesen, oder?“ Ich antwortete, dass das nicht der Fall sei. „Sie haben nämlich eine sehr kleine Gebärmutter!!!“, sagte er. Ich war sprachlos. Ungläubig und verzückt lächelnd. Die Wissenschaft entdeckt – dann, wenn kaum noch etwas übrig bleibt – das Tier, das schon länger in mir lebt, als mir noch zu leben bleibt.
Réplika Teatro: Celeste en llamas
Celeste González arbeitet während ihrer Produktionsresidenz am Goethe-Institut Madrid an ihrem neuen Stück Celeste en llamas. 

Im Fokus steht die Idee, dass die Krankheit mit einem ganz bestimmten weiblichen Organ, der Gebärmutter, in Verbindung steht, die nicht das bekommt, was sie begehrt, und sich infolgedessen unvorhersehbar im Körper fortbewegt.

In der Antike befassten sich viele Philosophen mit dem Thema Hysterie. Unter ihnen Platon, der in seinen Dialogen, im „Timaios“, feststellt: „Bei den Frauen ist das, was man Mutterschaft oder Gebärmutter nennt, ein Tier, das in ihr lebt und den Wunsch hat, Kinder zu zeugen. Wenn sie nach der Pubertät lange Zeit unfruchtbar bleibt, ist sie kaum zu ertragen, denn sie empört sich, wandert durch den ganzen Körper, blockiert die Atemwege, behindert die Atmung, verursacht außerordentliche Beschwerden und führt zu Krankheiten aller Art.“ Andere Philosophen, wie Hippokrates und Galen verwenden dieses Konzept in ihren Schriften, um weibliche Pathologien zu erklären.

(Wird eine verkümmerte Gebärmutter hysterischer?)

Im Mittelalter wird Hysterie als ein Übel verstanden, das von Frauen Besitz ergriffen hat; sie sind Hexen, die sich vom Teufel beeinflussen lassen. Zu diesem Zeitpunkt wird die Pathologie nicht mehr als Krankheit angesehen und beginnt, aus religiöser Perspektive behandelt zu werden. Es ist die Pflicht der Kirche, schlechte Vorbilder zu beseitigen, in diesem Fall die „besessenen“ Frauen, indem sie jede von ihnen verfolgt und verurteilt, mit Strafen wie dem Scheiterhaufen.

In manchen Kulturen wird eine Frau als hysterisch bezeichnet, die in der Lage ist, andere zu verführen, ohne dabei romantisches Interesse oder Liebesgefühle zu hegen. Die Gebärmutter ist das birnenförmige weibliche Fortpflanzungsorgan, das sich im Becken (zwischen den Hüften) befindet. In der Gebärmutter, auch Mutterleib genannt, wächst das Baby heran, wenn eine Frau schwanger ist.

Plötzlich löst ein Defekt in der elektrischen Anlage einen Brand auf halber Höhe des Wolkenkratzers (dessen Gebärmutter) aus.
Auf der Einweihungsfeier eines kolossalen, aber schlecht gebauten Bürogebäudes bricht ein gewaltiges Feuer aus und droht, den Turm und alle Menschen darin zu vernichten.

Die Handlung umfasst Geständnisse derer, die sich ihrem Partner gegenüber öffnen, und derer, die darüber nachdenken, was mit ihren Lieben geschehen wird, wenn sie sterben. In der abschließenden Reflexion sagt die Figur von Paul Newman: „Ich weiß nicht, vielleicht sollten sie es so lassen, wie es ist, als Denkmal für den menschlichen Ehrgeiz.“
(Werde ich ein Denkmal für den menschlichen Ehrgeiz sein? … natürlich ohne Partner).

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