Sonntag, 19.11.2017, 19.00 Uhr

Caprichos Goyescos

Konzert|Das Museo del Prado feiert Geburtstag

  • Museo Nacional del Prado - Madrid, Madrid

  • Preis Eintritt frei

Foto Caprichos Goyescos ©

Am 19. November feiert das weltberühmte Museo del Prado seinen Geburtstag mit einem Konzert des Gitarristen Jürgen Ruck. Die "Caprichos Goyescos" sind neue Kompositionen für Sologitarre basierend auf den Radierungen von Francisco de Goya. Zur Einstimmung auf das Konzert findet am selben Tag um 12 Uhr mittags, ebenfalls im Museo del Prado, ein Gespräch mit Jürgen Ruck und den Komponisten José Mª Sánchez Verdú, Bruno Dozza, Keiko Harada und Robert HP Platz statt. Moderiert wird die Runde vom Muskikkritiker Juan Ángel Vela del Campo.

„Ausgangspunkt der Musik des Konzerts sind die Caprichos von Francisco de Goya, ein Zyklus neuer Gitarrenkompositionen. Im Jahre 2003 habe ich Komponisten und Komponistinnen gebeten, neue Gitarrenstücke für mich zu schreiben, musikalische Capricen, die - so die Spielregel - jeweils eine der Goyaschen Caprichos zum Thema haben sollten. Die freudige Erregung beim Eintreffen der neuen Partituren, die Faszination beim Lesen und Ausprobieren und die fruchtbare Zusammenarbeit mit den Komponisten bei der Einrichtung der Stücke gehören zu den erfüllendsten Momenten meiner künstlerischen Tätigkeit. Die Komponisten der Caprichos Goyescos zählen zu den herausragenden jüngeren Vertretern der Neuen Musik. Selbstverständlich sind ihre Musikstücke eigenständige Kunstwerke, die innermusikalischen Gesetzmäßigkeiten folgen und sich nicht im Bezug auf die Bildwerke erschöpfen. Gleichwohl ist es meines Erachtens faszinierend zu beobachten, wie der jeweilige Komponist auf „sein" Capricho reagiert hat." (Jürgen Ruck)

Das Museo del Prado hat eigens für das Konzert zwei Kompositionsaufträge an Robert HP Platz und Keiko Harada vergeben, deren neuen Werke dann im Prado uraufgeführt werden. Die Radierungen „Caprichos" von Francisco de Goya werden während des Konzertes als Bilder projiziert.

KonzerTprogramm

I
Arturo Fuentes: Sopla - Capricho para guitarra (Capricho 69)
Bruno Dozza: Duendecitos (Cap. 49)
Brett Dean: Three Caprichos after Goya - III No te escaparás (Cap. 72)
Detlef Heusinger: Ballade sentimentale** (Cap. 47: Obsequio á el maestro)
Keiko Harada: BAI – Hommage to Goya's Caprichos (2016-17)* (Cap.21: ¡Qual la descañonan! & Cap. 64: Buen Viage)
Maurizio Pisati: Caprichos de simios y burros - I Ni mas ni menos (Cap. 41) - II De que mal morira? (Cap. 40) - III Asta su Abuelo (Cap. 39)
Christian Billian: Inbezugnahme zum Capricho „Asta su Abuelo“ von Francisco Goya (Cap. 39)
Robert HP Platz: PoGo* (Cap.26: Ya tienen asiento & Sigmar Polke: So sitzen sie richtig)
 
II
Elena Mendoza: Breviario de espejismos (Cap. 6: Nadie se conoce)
Michael Quell: Momentaufnahmen / Caprichos - Reflexionen zu Goya... und darüber hinaus... - I "Nadie se conoce" (Cap. 6) - II "El sueno de la razon..." (Cap. 43)
José María Sánchez-Verdú: Tres Caprichos - I El sueño de la razón produce monstruos (Cap. 43) - II El amor y la muerte (Cap. 10) - III Volaverunt (Cap. 61)
Cathy Milliken: To spin a good yarn (Cap. 44: Hilan delgado)
Clemens Gadenstätter / Lisa Spalt: Hilan Delgado (Cap. 44)**, Escena según Francisco de Goya, für Stimme und Gitarre in einer Person
Eduardo Fernandez: Esto sí que es leer** (Cap. 29)
 
Alle Werke wurden für Jürgen Ruck geschrieben
*Uraufführung
**Erstaufführung in Spanien

 

Jürgen Ruck

geboren in Freiburg, studierte als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes in seiner Heimatstadt bei Sonja Prunnbauer und in Basel bei Oscar Ghiglia. 1986 erhielt er den ersten Preis beim Deutschen Musikwettbewerb, 1990 den Kranichsteinpreis für die Interpretation Neuer Musik. Das Repertoire von Jürgen Ruck umfasst Musik vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Er konzertiert in den verschiedensten Kammermusikbesetzungen und trat bereits bei vielen internationalen Festivals auf. Als Solist spielte er unter anderem mit dem Berliner Philharmonischen Orchester (in dem er regelmäßig als Gastmusiker mitwirkt), dem Ensemble Intercontemporaine Paris, der London Sinfonietta und den Rundfunkorchestern des WDR, NDR, SR, RAI Mailand und ORF Wien. Jürgen Ruck engagiert sich besonders für die zeitgenössische Musik: als Gitarrist des Ensemble Modern sowie in der Zusammenarbeit mit Komponisten wie György Kurtág und Hans Werner Henze. Bei der Uraufführung von György Kurtágs "Grabstein für Stephan" im Jahr 1991 mit den Berliner Philharmonikern unter Zoltan Pesko spielte er den Solopart. Das bedeutende Schaffen Hans Werner Henzes für Gitarre bildet einen besonderen Schwerpunkt seines Repertoires. Henze betraute Ruck mit der Einrichtung und Uraufführung zweier neuer Kompositionen für Gitarrenduo. Eine CD mit diesen Werken erschien 1999 bei Dabringhaus & Grimm.