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18:30 Uhr

Frugale und kreative Architektur

Konferenz|Mit Anna Heringer und Dominique Gauzin-Müller

  • Col·legi d’Arquitectes de Catalunya, Barcelona

  • Sprache Englisch mit Übersetzung ins Katalanische/Spanische
  • Preis Eintritt frei
  • Teil der Reihe: Anna Heringer in Barcelona

Frugale und kreative Architektur - Querformat

Anlässlich dieses Abends zur frugalen und kreativen Architektur, werden Anna Heringer, international anerkannte Vertreterin einer ethischen, sozialen und verantwortungsvollen Architektur, und Dominique Gauzin-Müller, Architektin, Forscherin und Mitbegründerin der Bewegung für eine „frugale und kreative Glückseligkeit“ gemeinsam sprechen.

Als Autorinnen des Werks Form Follows Love (2024) stellen sie die Publikationen der Reihe Frugale Architektur vor, die 2020 von Dominique Gauzin-Müller und ihren Partnern ins Leben gerufen wurde. Diese Sammlung würdigt beispielhafte Projekte – Gebäude, städtebauliche und landschaftsplanerische Vorhaben –, die verantwortungsvolle, ressourcenschonende und in anderen territorialen Kontexten reproduzierbare Entwurfspraktiken veranschaulichen. In Form regionaler Kartografien konzipiert, machen diese Werke zudem ein breites Netzwerk von Akteurinnen und Akteuren sichtbar, die sich der frugalen Architektur verpflichtet fühlen: Architektinnen und Architekten, Lehrende und Forschende der Ingenieurwissenschaften, kommunale Mandatsträger, Verantwortliche der territorialen Verwaltung, Unternehmen sowie Fachleute aus Stadtplanung und Raumordnung.

Die Veranstaltung steht im Rahmen der Förderung der Bewegung für eine glückliche und kreative Frugalität in Katalonien, wie sie im Manifeste pour une frugalité heureuse et créative (2018) dargelegt ist, das von Dominique Gauzin-Müller gemeinsam mit dem Architekten und Stadtplaner Philippe Madec und dem Ingenieur Alain Bornarel verfasst wurde. Das Manifest schlägt konkrete, verantwortungsvolle und wünschenswerte Antworten auf die sozialen, ökologischen und energetischen Herausforderungen vor, denen sich der Bau- und Gebäudesektor gegenübersieht. Bis heute wurde es von mehr als 20.000 Personen aus 90 Ländern unterzeichnet – ein deutliches Zeichen für ein starkes internationales Engagement.

Die frugale Architektur vertritt einen ökologischen und umweltbewussten Ansatz mit dem Ziel, den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich zu reduzieren. Sie priorisiert die Sanierung und Umnutzung des Bestehenden gegenüber dem Neubau, um Gebäude mit Nullenergie- oder sogar Plusenergiebilanz zu erreichen. Ihr Grundprinzip lautet: „Weniger ist genug“.

Frugalität bedeutet einen gerechten und maßvollen Umgang mit Ressourcen, basierend auf Nüchternheit, Einfachheit und Langlebigkeit, und stützt sich zugleich auf ein Erbe traditionellen Wissens – im Sinne der Idee, dass „die Zukunft ist uralt“. Dieser Ansatz gliedert sich in vier wesentliche Prinzipien: den verantwortungsvollen Umgang mit Boden, Energieeinsparung, Nutzungs- und Mittelbescheidenheit sowie die Aufwertung traditioneller, vernakulärer Kenntnisse und Techniken.

Die Veranstaltung bietet einen Raum für Austausch und Reflexion, um neue territoriale Dynamiken zu fördern. Dabei werden Erfahrungen geteilt, Netzwerke geknüpft und frugale wie kreative Praktiken vermittelt, die andere Regionen nachhaltig inspirieren und Synergien für die ökologische Transformation schaffen.

Ein großer Dank für die Unterstützung geht an den Freundeskreis Asociación AMIGOS Goethe-Institut España, insbesondere an seine Mitglieder:
BMW España  ·  Deutsche Bank  ·  Haribo España  ·  Monereo Meyer Abogados  ·  Allianz  ·  Schweizer Schule Madrid  ·  Dr. Frühbeck abogados  ·  Trumpf  ·  i-bau arquitectos  ·  Lime xl  ·  Deutsche Schule Madrid  ·  Deutschsprachige Evangelische Gemeinde Madrid  ·  Savitar Consulting, S.L.  ·  Kreis deutschsprachiger Führungskräfte · Silvana Buljan · Josef Fröhlingsdorf · Carsten Moser

  • Anna Heringer

    Anna Heringer ist eine Architektin, die sich einer nachhaltigen Architektur verschrieben hat, insbesondere in Bangladesch und Marokko. Nach ihrem Abschluss an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (2004) begann sie ihre Laufbahn mit dem Bau einer Schule in Rudrapur (Bangladesch) in Zusammenarbeit mit der NGO Dipshikha – eine Erfahrung, die ihren Ansatz im Bereich der nachhaltigen Entwicklung maßgeblich prägte. Ihre Projekte wurden unter anderem im MoMA in New York, in der Cité de l’Architecture in Paris, im MAM in São Paulo, im Museo ICO in Madrid sowie auf der Biennale von Venedig ausgestellt. Ausgezeichnet mit dem Aga-Khan-Preis für Architektur (2007) und dem Global Award for Sustainable Architecture (2011) setzt sie sich weiterhin für ein ökologisches und sozial engagiertes Design ein.

  • Dominique Gauzin-Müller

    Als Architektin und Forscherin hat Dominique Gauzin-Müller 25 Publikationen allein oder in Co-Autorenschaft veröffentlicht und arbeitet regelmäßig mit zahlreichen Architekturzeitschriften und internationalen Verlagen zusammen. Als Professorin des UNESCO-Lehrstuhls „Lehmbau-Architekturen, Baukulturen und nachhaltige Entwicklung“ lehrt sie an verschiedenen Universitäten weltweit.

    Das Manifest für eine „glückliche und kreative Genügsamkeit“ in Architektur und Raumplanung, das sie 2018 gemeinsam mit Alain Bornarel und Philippe Madec initiiert hat, wurde bereits von 18.000 Personen aus 92 Ländern unterzeichnet. Die daraus entstandene internationale Bewegung setzt sich für einen Low-Tech-Ansatz im Bauwesen ein, der die Transformation des Bestehenden in den Mittelpunkt stellt und auf einfache, robuste Techniken sowie lokale Materialien biologischen, geologischen oder wiederverwendeten Ursprungs zurückgreift.

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