10/2016
Pontevedra

Mi idea de espacio
Über Klangkunst und zeitgenössische Musik

da arte sonora e da música contemporánea © Universidad de Vigo © Universidad de Vigo Die Forschungsgruppe DX7 an der Fakultät der Schönen Künste der Universität Vigo organisierte in Zusammenarbeit mit dem vertixe sonora ensemble eine Veranstaltungsreihe, die sich den Themen Klangkunst und zeitgenössische Musik widmete. Die Reihe umfasste verschiedene Workshops und einen Vortrag. Als Experten aus Deutschland waren die beiden Komponisten Gerald Eckert und Luc Döbereiner eingeladen.

WORKSHOP VON LUC DÖBEREINER

Workshop: Die Rückkopplung in den Entstehungsprozessen von Klangstücken

Luc Döbereinerl © Luc Döbereiner Ausgehend vom Gebrauch der Rückkopplung in seinen eigenen Werken gab der Komponist Luc Döbereiner einen Workshop, in dem sich die Teilnehmer mit der Erzeugung von komplexen Klängen und Klangfarben auf der Basis von Rückkopplungsstrukturen befassten. Es wurde untersucht, wie aus einfachen Signalvernetzungen unvorhersehbare, dynamische Strukturen entstehen können und wie Räume und Objekte mittels Rückkopplung erforscht werden können.
 

VOrtrag koorespondenzen von gerald eckert

Gerald Eckert © Gerald Eckert Gerlad Eckert befasste sich in seinem Vortrag mit den Korrespondezen zwischen musikalischen Strukturen (im Sinne von formalen Elementen) und Zeichnungen, konkret mit dem Konzept von Textur und Raum in der Musik und dem Konzept von Struktur und Raum in seinen eigenen Zeichnungen. Dabei bezog er sich vor allem auf seinen 2012/13 entstandenen koreanischen Zyklus von Tintenzeichnungen. Diese Zeichnungen sind hauptsächlich Collagen. Ausgehend von diesen Beispielen kann die "Funktion" des Raums und seine Beziehung zu formalen Strukturen veranschaulicht werden. Darüberhinaus werden auch einige musikalische Elemente aus Eckerts Werk unter diesem Gesichtspunkt erläutert. 

Luc Döbereiner und Gerald Eckert waren außerdem mit ihren Werken in dem Konzertprogramm Turbulenzen oder die Idee des Raums vertreten, bei dem das vertixe sonora ensemble Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts im Dialog mit philosophischen Interventionen von Arturo Leyte präsentierte.
 

Konzert mit philosophischen Interventionen
Turbulenzen oder die Idee des Raums

vertixe sonora ensemble vertixe sonora ensemble © Pablo Prados Annäherung an die Idee des Raums in Philosophie und Musik

Das Konzert war Teil der Reihe Do Audible, die Berührungspunkte zwischen der Musik, der Wissenschaft, der Bildenden Kunst und dem zeitgenössischen Denken aufzeigen wollte, um so ein breiteres Verständnis von Musik zu etablieren.

Mit dem Projekt Turbulenzen oder die Idee des Raums wurde versucht, auf zwei unterschiedlichen Wegen die Idee des Raums zu verstehen und zu erfahren: dem der Philosophie und dem der Musik. Zwei parallele Diskurse, die in einer ca. 100 minütigen Performance miteinander verwoben wurden.

Konzertprogramm

Edgar VARÈSE - Octandre (1923)
für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Trompete, Posaune und Kontrabass

- Intervention von Arturo LEYTE, 10' -

Gerald ECKERT - Traits-lointain (2006-08)
für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Trompete, Posaune und Kontrabass

- Intervention von Arturo LEYTE, 10' -

Agostino DI SCIPIO - Modes of interference 2 (2006)
für Saxofon und Elektronik

- Intervention von Arturo LEYTE, 10' -

Luc DÖBEREINER - Turbulencia (2016), Uraufführung
für Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Saxofon, Trompete, Horn und Posaune
(Berliner Arbeitsstipendien für Neue Musik 2016)

- Intervention von Arturo LEYTE, 10' -

vertixe sonora ensemble:
Clara Saleiro, Flöte | Felipe Agell, Klarinette | Roberto Baltar, Oboe | Jesús Coello, Fagott | Pablo Coello, Saxofon | Luis Duarte, Horn | Sergio Pacheco, Trompete | Iago Ríos - Ricardo Pereira, Posaune | Carlos Méndez, Kontrabass | Ramón Souto, musikalische Leitung

Arturo Leyte
ist Professor für Philosophie an der Universität Vigo. Seine zahlreichen Veröffentlichungen befassen sich besonders mit der Hermeneutik, dem Idealismus, der griechischen Philosophie und mit der Ästhetik im Allgemeinen.
In Zusammenarbeit mit: