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19:00 Uhr

Trümmermädchen

Filmvorführung|Oliver Kracht | 2021 | 123 Min.

Eine Frau mit hochgesteckten Haaren liest konzentriert in einem Buch, während im Hintergrund eine Schale mit Obst und ein unscharfes Bett zu sehen sind © Artkeim² / UCM.ONE

Eine Frau mit hochgesteckten Haaren liest konzentriert in einem Buch, während im Hintergrund eine Schale mit Obst und ein unscharfes Bett zu sehen sind © Artkeim² / UCM.ONE

Deutschland 1946: Fünf Mädchen lernen von einer ehemaligen Filmdiva nicht nur, wie sie zu provokanten Verführerinnen werden, sondern vor allem, wie das sexuelle Machtverhältnis zwischen Mann und Frau funktioniert. Sie dekonstruieren ihre Biographien samt entsprechenden Rollenbildern und werden anschließend radikal zur Emanzipation erzogen. Das zeigt Oliver Kracht visuell teils wild und plakativ, teils erzählt er realistisch von Liebe und von Sehnsucht nach Erfolg, getragen wird das Kammerspiel von fantastischen Schauspielerinnen.
 
Das Narrativ der Trümmerfrauen mit einer Geschichte der weiblichen Emanzipation und der sexuellen Revolution zu verbinden, ist auf dem Papier eine grandiose Idee. Krieg wird auch als psychosoziale Disruption verstanden. Was wie ein Verführungskurs beginnt, wird zu einer feministischen Kämpfergruppe, die das weibliche Leid durchschreitet – das nicht erst der Krieg mit sich gebracht hat.

Regie: Oliver Kracht
Drehbuch: Oliver Kracht
Produktion: Simon J. Buchner
Musik: Patrick Puszko
Kamera: Marvin Schatz
Schnitt: Petja Nedeltscheva

Besetzung:
Laura Balzer: Charlotte Schumann
Valery Tscheplanowa: Gloria Deven
Anna Gesa-Raija Lappe: Karin
Katja Hutko: Pauline
Lara Feith: Corinna
Lena Urzendowsky: Evi
Till Wonka: Hans
Henning Flüsloh: Ludwig
Philipp Karner: John Miller


Preise:
Berlinale 2019: Thomas Strittmatter Preis für das beste unverfilmte Drehbuch
Hofer Filmtage 2021: Bestes Kostümbild. Bestes Szenenbild.
Förderpreis Neues Deutsches Kino 2021: Lobende Erwähnung

Dank für die Unterstützung