Donnerstag, 26.03.2026 | 19:00 - 20:15 Uhr

Literatur Heute | Uwe Wittstock

Literarische Begegnung|Präsentation der spanischen Übersetzung von MARSEILLE 1940. DIE GROSSE FLUCHT DER LITERATUR

  • Goethe-Institut Madrid, Madrid

  • Sprache Deutsch und Spanisch mit Simultanübersetzung
  • Preis Eintritt frei mit Anmeldung über eventbrite
  • Teil der Reihe: Literatur heute

Uwe Wittstock © Christoph Mukherjee

Uwe Wittstock © Christoph Mukherjee

Uwe Wittstock kommt nach Spanien, um die Übersetzung seines Essays Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur vorzustellen. Am Donnerstag, den 26. März, um 19:00 Uhr spricht er im Goethe-Institut Madrid mit der Schriftstellerin Edurne Portela. Das Buch erzählt, wie Marseille 1940 zum Zufluchtsort für von den Nationalsozialisten verfolgte Schriftsteller*innen, Künstler*innen und Intellektuelle wurde und rückt die entscheidende Rolle des US‑Journalisten Varian Fry in den Mittelpunkt. Mit einem fast filmischen Erzähltempo verbindet Wittstock Berichte über Angst, Widerstand und Menschlichkeit zu einem eindringlichen Panorama jener Flucht.

Das 2024 bei C.H. Beck veröffentlichte Buch stand auf Bestenlisten von Medien wie BuchMarkt, Die Welt, WDR 5, NZZ und ORF-Radio Ö1. Die spanische Übersetzung von Carlos Fortea erscheint im März 2026 bei Galaxia Gutenberg.

Marsella 1940 - Cover

Juni 1940: Hitlers Wehrmacht hat Frankreich besiegt. Die Gestapo fahndet nach Heinrich Mann und Franz Werfel, nach Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger und unzähligen anderen, die seit 1933 in Frankreich Asyl gefunden haben. Derweil kommt der Amerikaner Varian Fry nach Marseille, um so viele von ihnen wie möglich zu retten. Uwe Wittstock erzählt die aufwühlende Geschichte ihrer Flucht unter tödlichen Gefahren.

Es ist das dramatischste Jahr der deutschen Literaturgeschichte. In Nizza lauscht Heinrich Mann bei Bombenalarm den Nachrichten von Radio London. Anna Seghers flieht mit ihren Kindern zu Fuß aus Paris. Lion Feuchtwanger sitzt in einem französischen Internierungslager gefangen, während die SS-Einheiten näherrücken. Sie alle geraten schließlich nach Marseille, um von dort einen Weg in die Freiheit zu suchen. Hier übergibt Walter Benjamin seinen letzten Essay an Hannah Arendt, bevor er zur Flucht über die Pyrenäen aufbricht. Hier kreuzen sich die Wege zahlreicher deutscher und österreichischer Schriftsteller, Intellektueller, Künstler. Und hier riskieren Varian Fry und seine Mitstreiter Leib und Leben, um die Verfolgten außer Landes zu schmuggeln. Szenisch dicht und feinfühlig erzählt Uwe Wittstock von unfassbarem Mut und größter Verzweiflung, von trotziger Hoffnung und Mitmenschlichkeit in düsterer Zeit. [Quelle: C.H. Beck]

„Extrem spannendes historisches Kaleidoskop. … Kenntnisreich und kundig collagiert, ein grandioser historischer Bilderbogen, spannend wie ein Thriller.“
Denis Scheck


Diese Veranstaltung ist Teil der literarischen Reihe Literatur heute, die Begegnungen in Spanien mit Autorinnen und Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur fördert. Der Schriftsteller Uwe Wittstock wird am 25. März 2026 auch das Goethe-Institut Barcelona besuchen.

Ein großer Dank für die Unterstützung geht an den Freundeskreis Asociación AMIGOS Goethe-Institut España, insbesondere an seine Mitglieder:
BMW España  ·  Deutsche Bank  ·  Haribo España  ·  Monereo Meyer Abogados  ·  Allianz  ·  Schweizer Schule Madrid  ·  Dr. Frühbeck abogados  ·  Trumpf  ·  i-bau arquitectos  ·  Lime xl  ·  Deutsche Schule Madrid  ·  Deutschsprachige Evangelische Gemeinde Madrid  ·  Savitar Consulting, S.L.  ·  Kreis deutschsprachiger Führungskräfte · Silvana Buljan · Josef Fröhlingsdorf · Carsten Moser

unsere Gäste

  • Uwe Wittstock

    Uwe Wittstock wurde 1955 in Leipzig geboren. Er hat lange Jahre als Redakteur und Literaturkritiker für die Frankfurter Allgemeine, die Welt und Focus gearbeitet. Seit 2018 ist er Freier Schriftsteller. Seine Bücher Februar 33 (2021) und Marseille 1940 (2024) standen für Monate auf der Spiegel-Bestsellerliste und wurden in zwölf Sprachen übersetzt. Im März 2025 erschien seine Biografie Karl Marx in Algier im Verlag C.H.Beck.

  • Edurne Portela

    Sie promovierte in Hispanic Literatures an der University of North Carolina–Chapel Hill. 2016 veröffentlichte sie bei Galaxia Gutenberg El eco de los disparos, einen Essay über die kulturelle Auseinandersetzung mit der Gewalt im Baskenland. Ihr Debütroman Mejor la ausencia (2017) wurde vom Madrider Buchhändlerverband als bestes fiktionales Buch des Jahres 2018 ausgezeichnet. Es folgten Formas de estar lejos (2019) und Los ojos cerrados (2021), prämiert mit dem Premio Euskadi de Literatura. Gemeinsam mit José Ovejero realisierte sie den Dokumentarfilm Vida y ficción (2017). Zudem schreibt sie regelmäßig für führende spanische Medien. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählen Maddi y las fronteras (2023) und Una belleza terrible (2025), beide bei Galaxia Gutenberg erschienen.