Szenische Lesung Die schönen Tage von Aranjuez (Peter Handke)

'Die Schönen Tage von Aranjuez' von Peter Handke

Di, 11.05.2021

Circulo de Bellas Artes - La pecera

Calle Alcalá 42
28014 Madrid

Szenische Lesung in der Reihe Café Literario

Hier können Sie die Veranstaltung im Streaming sehen.

Die schönen Tage von Aranjuez; Sind sie wirklich vorbei? - In dieser neuen Ausgabe des Café Literario del Canal im CBA präsentiert das Goethe-Institut dieses Werk von Peter Handke, das auch verfilmt wurde.

Zu Veranstaltungsbeginn wird Antonio Bueno Tubía, ein paar Sätze zu Handkes Werk sagen. Übersetzer einiger deutscher Dichter und selbst Autor von z.B. Elegía berlinesa, Época oder Sinfonía Weimar.
Im Anschluß an die szenische Lesung laden wir herzlich dazu ein Ihre Fragen an die Künstler zu stellen.

 

KÜNSTLERISCHE LEITUNG UND BESETZUNG

Regie: Joaquín Candeias
Bühnenbild: María Florez
Übersetzung: Miguel Sáenz 
Ton: Eloy Ramos
Der Mann: Dani Moreno
Die Frau: Ana Caleya

Peter Handkes Liebes- und Lebensweisheiten wurden bereits von Luc Bondy (Akademietheater) bei den Wiener Festwochen im Mai 2012 erfolgreich inszeniert.
In der Reihe camino'escena lässt das Goethe-Institut Madrid seit 2013 aktuelle deutsche Stücke von ausgewählten deutschsprachigen Dramatikern übersetzen. Die schönen Tage von Aranjuez waren damals die erste Übersetzung in dieser Reihe. Aussagen wie "Hätte man nicht schon viel früher jede Hoffnung aufgegeben, jetzt wäre es jedem sonnenklar: Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen..." oder ..."stille Tage im schönen Klischee..." bestätigten diese Entscheidung.
Für die spanische Übersetzung konnte der renommierte Übersetzer Miguel Sáenz gewonnen werden

ZUM STÜCK

„Und wieder ein Sommer. Und wieder ein schöner Sommertag. Und wieder eine Frau und ein Mann an einem Tisch im Freien, unter dem Himmel. Ein Garten. Eine Terrasse. Unsichtbare, nur hörbare Bäume, mehr Ahnung als Gegenwart, in einem sachten Sommerwind, welcher, von Zeit zu Zeit, die Szenerie rhythmisiert. Der Tisch ist ein Gartentisch, ziemlich groß, und Mann und Frau sitzen sich da im Abstand gegenüber ...
Zeitlos außerhalb gleichwelcher Aktualität und gleichwelchen historischen und sozialen Rahmens.“
Peter Handke, aus der ersten Regieanweisung im Stück

Die schönen Tage von Aranjuez; Sind sie wirklich vorbei?
Sind es zwei Kinder? Oder ein altersloses Paar?
Kommen sie aus dem Stück Don Karlos?
Sie müssen, sie können nicht anders, als über das
erste Moment der Liebe zu sprechen?
Stehen sie unter einem Zauber? Welcher Zauber?
In ihnen tobt es. Ihre Spielregeln sind gefährdet.
Ist es die Stunde von Pan? Wenn die Sonne noch keinen Schatten wirft?
Anziehung, Abstoßung und der Zauber eines Orts,
den wir nur als Ahnung erleben.
Wie lange kann dieser Dialog ein Gespräch bleiben,
ohne die Regeln zu durchbrechen.
Es passiert, während wir zuschauen.
Es ist ein Dialog über die Zeit.

Peter Handke lässt eine Frau und einen Mann im vorliegenden Text miteinander plaudern. Diese Plauderei findet an einem schönen Sommertag auf einer Terrasse statt. Ein sachter Sommerwind rhythmisiert die Szenerie. Die beiden Personen soll man sich zeitlos denken und offenbar nicht grundlos, wie der Dialog deutlich macht.Gespräche dieser Art gibt es sicher seit Anbeginn der Zeiten.

Ein Mann berichtet von seinen Erkundungen der Welt, in diesem Fall von einer Reise nach Aranjuez und von seinen Beobachtungen, die er macht, während er auf der Terrasse sitzt. Der Welterklärer und alte Jäger bekundet fast nebenbei "Es war ein Falke. Die Bussarde und Milane kreisen hoch über den Bäumen. Es sind die Falken, die durch die Wälder schießen wie Pfeile, einmal oben zwischen den Kronen, einmal unten zwischen den Stämmen. Nicht bloß einmal bin ich auf einen toten Falken gestoßen, der in einen Baum geknallt war. Ein kranker? Zu alt? Zu jung?- Deine erste Nacht mit einem Mann?" (Zitat: S. 8) 
 

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