Sonntag, 13.11.2016, 10.00 Uhr | 15.00 Uhr | 18.00 Uhr

Nachrichten aus der ideologischen Antike: Marx – Eisenstein – Das Kapital

Film|Regie: Alexander Kluge, s/w u. Farbe, 570 Min., 2008

  • Tabakalera - San Sebastián , Donostia-San Sebastián

  • Sprache Originalfassung mit spanischen Untertiteln
  • Preis 3,50 €

Bild Nachrichten aus der ideologischen Antike © absolut MEDIEN

10.00 h | Erster Teil:
Marx und Eisenstein im gleichen Haus (188')

15.00 h | Zweiter Teil:
Alle Dinge sind verzauberte Menschen (120')

18.00 h | Dritter Teil:
Paradoxe der Tauschgesellschaft (182')


Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts trug sich Sergej Eisenstein mit dem Plan, Das Kapital zu verfilmen. Achtzig Jahre später greift Alexander Kluge Eisensteins Idee wieder auf und montiert aus alten und neuen Bildern und Tönen ein Bild unserer „ideologischen Antike“.

In 570 Minuten arbeitet sich Alexander Kluge durch die „ideologische Antike“. Den Anstoß gibt Sergej Eisenstein mit seinem nie realisierten Plan einer Verfilmung von Marx‘ Das Kapital. Eisensteins Montagekunst und Marx‘ Kritik der Warenwelt sind Fundamente der Moderne – aber die Moderne ist uns fremd geworden wie die Antike. Was sagen uns Marx und Eisenstein in Bezug auf unsere heutige kulturelle und gesellschaftliche Produktion, fragt Kluge - aber weil es Kluge ist, der fragt, gibt es viele Antworten und noch mehr neue Fragen. Teil 1 präsentiert Auszüge aus Eisensteins Arbeitsheften, lässt Marx-Texte sprechen, singen und spielen und befragt Intellektuelle wie Hans Magnus Enzensberger oder Dietmar Dath nach ihrer Beziehung zum Geld. Teil 2 rückt Marx‘ Thema des Warenfetischismus in den Vordergrund. Peter Sloterdijk, Oskar Negt und Andere reflektieren über die Zauberkraft der Ware. Teil 3 widmet sich den „Paradoxen der Tauschgesellschaft“. Ist Karl Marx der Darwin der politischen Ökonomie? Durs Grünbein kommentiert Brechts Hexameter zum „Kommunistischen Manifest“, und Helge Schneider spielt einen lesenden Arbeiter. Dazwischen schneidet Kluge apokryphe Filmszenen aus der ideologischen Antike, so etwa die Industrieoper Maschinist Hopkins aus dem Jahre 1929.

Die Tabakalera in San Sebastián präsentiert den gesamten Film in drei aufeinanderfolgenden Vorführungen, nur von kurzen Pausen unterbrochen. So soll dem Publikum eine neue Film-Erfahrung geboten werden, die von einem offenen, informellen Charakter geprägt ist.


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