Show FLIPAS - Aktion & Bewegung

Niels Robitzky, alias „Storm“ – B-Boying | Foto: Stormdance © Stormdance

Freitag, 15.11.2019, 20.30 Uhr

Cafeteria Naves Matadero

Paseo de la Chopera, 14
28045 Madrid

Labor für urbane Kulturen II. Berlin - Paris - Madrid

Das Madrider Publikum wird die Möglichkeit haben, Niels Robitzky alias "Storm" live zu sehen. Dieser belebte die urbane Tanzkunst um Breakdance etc. in den 90er Jahren neu, als das Interesse daran anfing, drastisch zurückzugehen. Er wird in Naves Matadero sein Solo Storm.... in classical context  präsentieren, das aufzeigt, dass klassische Musik und urbane Tanzkunst nicht im  Widerspruch zueinander stehen. Eine einzigartige Gelegenheit, einen der europäischen Meister dieser Tanzkunst live zu erleben.

Die beiden lokalen Bboys Víctor Pajares und Alberto Giraldo, die das künstlerische und pädagogische Projekt De la Calle a la Academia (Nueva York – Berlín – Madrid) entwickelt habe, werden ebenso auftreten. 
Dieses Projekt ist aus der Idee heraus entstanden, das Erbe des ursprünglichen Breakdance, das in den 70er Jahren in New York aufkam, physisch und spirituell zu revitalisieren. In den 90er Jahren geriet es in die Krise, wurde aber durch den deutschen Bboy Niels "Storm" Robitzky in den Vereinigten Staaten wieder regeneriert. Ihm gelang es, die Essenz dieser New Yorker Szene wiederherzustellen und sie nach Berlin zu bringen.
"Durch ein pädagogisches und künstlerisches Projekt mit Tänzern wollen wir die Bedeutung dieser ursprünglichen Sprache aufzeigen, damit sie nicht durch die einfache Darbietung körperlicher und sportlicher Fähigkeiten verloren geht. Wir halten es für notwendig, dass zukünftige Generationen weiterhin diese 'Zeugnisse' wahr- und übernehmen, so wie es Niels Robitzky in Deutschland getan hat und wie wir es derzeit von Madrid aus versuchen", erklären Pajares und Giraldo.

Darüber hinaus schließen sich ihnen die Gruppe Corporación Jóvenes Creadores del Chocó an, eine gemeinnützige Kulturorganisation, die Theater sowie traditionellen und urbanen Tanz für mehr als 400 gefährdete Kinder und Jugendliche in Kolumbien zu einem Raum der Begegnung, Reflexion, Versöhnung und des friedlichen Zusammenlebens macht.
 

Niels "Storm" Robitzky ©Niels Robitzky Niels "Storm" Robitzky

Einer der Pioniere der Hip-Hop-Kultur in Europa. Sehr früh beschloss er, mit dem Tanzen anzufangen und entwickelte in den 90er Jahren als einer der ersten, Choreographien mit Tanzstilen, die mit der Hip-Hop-Kultur verbunden waren.
Storm wurde zu einem der meistgebuchten Choreografen und Tänzer. Er tourt um die Welt, ohne Unterschied zwischen Armut und Prestige - und wird heute von manchen sogar als "Baryshnikov des Hip-Hop" bezeichnet. Als Storm 1983 im Alter von 14 Jahren mit dem Tanzen begann, trat er mit Unterstützung einer Jugendzeitschrift in Clubs in ganz Deutschland auf. Bald darauf kehrten die Medien der Hip-Hop-Kultur den Rücken, aber Storm machte weiter.
Mit seinem außergewöhnlichen Eklektizismus wurde Niels Robitzky zu einer Referenz in fast jedem Bereich des Hip-Hop: vom b-boying bis zum popping, vom locking bis zum boogaloo.
Seit 1991 und bis heute hat sein Battle Squad-Team einen internationalen Ruf. Nach einer Zusammenarbeit mit Ghettoriginal in New York, gründete er das The Storm & Jazzy Project in Berlin (1996), eine der ersten Tanzkompanien mit Hip-Hop-Wurzeln. Sie präsentierten ihre Stücke an deutschen und internationalen Theatern, wie der Maison de la Danse, der Semperoper Dresden, der Münchner Staatsoper, dem Tanzhaus NRW, HAU Berlin, der Venedig Biennale, dem Kennedy Center Washington, der Esplanade Singapore etc.
Zweifellos ist Storm ein Teil des kulturellen Gedächtnisses sowohl der HipHop-Kultur als auch des Tanzes.

Thundergrounds ©Thundergrounds Thundergrounds - Alberto Giraldo

Studierte Grundschullehramt und Sportanimation.
Mit seiner Karriere innerhalb der Hip-Hop Kultur ist er seit 20 Jahren auf nationaler und internationaler Ebene im Bereich des Breakens (bboying) erfolgreich. Zu seinen wichtigsten Errungenschaften gehören u.a. der dritte Platz mit seiner Gruppe Fusion Rockers in Seoul (Korea) bei der international renommierten Meisterschaft R16; ausgewählt als eine der acht besten Gruppen im Jahr 2010. Darüber hinaus die Nominierung unter die 8 besten Gruppen des Jahres 2010. Ebenso auch europäische Meister Raw Circle in Antwerpen (Belgien) im Jahr 2010 und nationale Meister zahlreicher Events wie etwa FreestyleSession, bei der sie sich für die internationale Freestyle-Session Worldwide in Los Angeles qualifizierte, und unter die weltweit 32 wichtigsten Trios kam.


Víctor Pajares

Ausgebildeter Kameramann mit langjähriger Erfahrung. So war er unter anderem an der Produktion des spanischen Filmregisseurs Alex de la Iglesia En Las Estrellas und an Los Héroes del Mal  von Zoe Berriatua beteiligt. Derzeit studiert er Philosophie mit dem Schwerpunkt frühindisches Denken.
Und auch im Bereich des Tanzes gehört er nach 20 Jahren des Breaking zu Schaupiel- und Tanzgruppen in Musikproduktionen wie etwa Hoy no me puedo levantar oder En tu fiesta me colé (Nacho Cano) oder La gran aventura de Pinocho (Jesús Sanz Sebastián), die für die Premios Max im Jahr 2013 nominiert war. In der Saison 2010-2011 hat er an der "Talentshow" Fama-Revolution teilgenommen.

Jovenes creadores del Chocó ©Jovenes creadores del Chocó CORPORAción Jóvenes Creadores del Chocó

Gemeinnützige und soziale Kulturorganisation, die seit 10 Jahren daran arbeitet, künstlerische und kulturelle Angebote zu stärken und zu fördern, die die Größe der Chocó-Kultur national und international hervorheben und sichtbar machen. Kultur soll dabei als ein friedliches und schützendes Umfeld bieten, in dem ein friedliches Zusammenleben möglich ist und ein kritisches, kreatives und innovatives Denken gefördert wird. Dabei konzentrieren sie sich insbesondere auf drei künstlerische Ausbildungsbereiche: Theater, traditioneller und urbaner Tanz. Gefördert werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die tagtäglich auf der Suche nach einer alternativen Lebensgestaltung sind.

Labor für urbane Kulturen II Berlin - Paris - Madrid

Zum zweiten Mal in Folge, vom 14. Oktober bis zum 15. November, versteht das Labor für urbane Kulturen II. Berlin - Paris - Madrid Hip-Hop als kulturelles Phänomen und als Kulturbewegung, die gesellschaftliche Verhältnisse und Realitäten darzustellen und im besten Fall auch zu verändern vermag. Durch internationale Künstler aus den Bereichen Hip Hop, Rap (Wort), Breakdance (Tanz) und Graffiti (Bild) wird in diesem Projekt jenen eine Stimme verliehen werden, die (noch) keine haben. Die Künstler und Aufführungen, die in diesem Projekt präsentiert werden, zeichnen nach, wie die Musik, das Wort, der Körper und die Bilder die entscheidenden Vehikel für den Ausdruck von Identität sind. In Residenzen, Workshops, Begegnungen und öffentlichen Aufführungen werden diese Themen reflektiert.

Ein Projekt im Rahmen des Deutsch-Französischen KulturFONDS Culturel Franco-Allemand.

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