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Jenny Brockmann: #LIMITS - Seat #12© Goethe-Institut | Foto: Pau Ros

Interaktive Skulptur in der Bibliothek
Jenny Brockmann: Seat #12

Seat #12 ist eine interaktive Skulptur der Künstlerin Jenny Brockmann, die in der Bibliothek des Goethe-Instituts London aufgebaut wurde. Auf einer einzigen Mittelachse montiert, bietet es Platz für zwölf Personen, vergleichbar mit der kreisförmigen Anordnung eines Konferenztisches. Die Konstruktion berührt den Boden nur an einer Stelle, wodurch die 12 Aluminiumäste, die sich jeweils von der Mitte bis zum Sitzkissen erstrecken, gefährliche Kippbewegungen erzeugen, sobald man versucht sich zu setzen.

Mit seiner schwungartigen Funktion schafft Seat #12 eine ungewöhnliche Situation: Jede Bewegung, auch die kleinste, die von einem der Sitzenden ausgeführt wird, wirkt sich direkt auf die Sitzposition aller anderen aus. Jede sitzende Person braucht also ein Gegengewicht, um die von ihr verursachten Kippbewegungen auszugleichen. Für die gesamte Gruppe bedeutet dies: Je mehr Menschen sich setzen möchten, desto klarer muss die Vereinbarung sein, wann und wie jede*r Einzelne sitzt. Das Gleichgewicht der Skulptur hängt von der Interaktion der Sitzenden ab.

Die Wechselbeziehungen zwischen den Teilnehmenden, ihre Kommunikation und ihre Bereitschaft, sich für ein kollektives Gleichgewicht neu zu positionieren, werden so zum Teil der Skulptur. Das scheinbar futuristische Objekt befasst sich also mit Kommunikation: Ein ausgesprochener oder vielleicht nur wahrgenommener Austausch über das perfekte Gleichgewicht entsteht unweigerlich zwischen den Sitzenden.

Die kinetische Skulptur Seat #12 ist ein wesentlicher Bestandteil der diskursiven, performativen Installation Jenny Brockmann: #LIMITS, kuratiert von Linda Rocco, die im Oktober 2021 am Goethe-Institut London stattfinden wird. #LIMITS bezieht sich dabei auf die Allegorie der Haut, das größte und vielseitigste Organ im menschlichen Körper, als eine Hülle, die das Innere vom Äußeren abgrenzt und in der Lage ist, die Homöostase, unser inneres Gleichgewicht, aufrechtzuerhalten.

Die performative Installation entfaltet sich in drei Entanglements. In jeder der kuratierten Workshop-Veranstaltungen werden dabei die Eigenschaften der Haut aus wörtlicher und metaphorischer Sicht untersucht und gleichzeitig Regenerations- und Permeabilitätsprozesse in Bezug auf digitale Technologien berücksichtigt. Gäste und die Öffentlichkeit sind eingeladen, Fragen zum Verhältnis von Innen und Außen, Durchlässigkeit, Sensibilität und den Verschiebungen innerhalb und Dynamiken von Abgrenzung, Identifikation und Re-Identifikation einzubringen.
 

Über die Künstlerin

Jenny Brockmann ist Künstlerin und Bildhauerin und lebt in Berlin und New York. Ihre Arbeiten verbinden Technologie, Wissenschaft und Kunst und wurden international gezeigt. Sie studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin, unter anderem bei Rebecca Horn, und erhielt ein Diplom in Architektur von der Technischen Universität Berlin. Brockmanns Werke zeichnen sich durch diskursive Ästhetik aus. In Form von Skulpturen, interaktiven räumlichen Anordnungen oder Gedankenumrissen erforscht die Künstlerin so seit Jahren dynamische, räumliche und soziale Prozesse, sowie natürliche Zyklen. Brockmanns Arbeiten sind Ausgangspunkt für den philosophischen Diskurs und für Fragen nach Mustern menschlichen Verhaltens und sozialer Strukturen.

Jenny Brockmanns Website

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