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19:30 Uhr
Rosa von Praunheim: Armee der Liebenden oder Aufstand der Perversen
Kinovorführung | Rosa von Praunheim Filmreihe
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Rio Cinema, London E8 2PB
- Preis £7, £4 Mitglieder
- Teil der Reihe: Pink, Kitsch & Revolution: The Filmmaker and Activist Rosa von Praunheim
Teils politische Chronik, teils Provokation: Rosa von Praunheims wegweisender Dokumentarfilm, der über weite Teile der 1970er Jahre hinweg entstand, zeigt die amerikanische Lesben- und Schwulenbewegung in einem entscheidenden Moment von Aktivismus, inneren Konflikten und gesellschaftlichem Wandel.
Bitte beachten Sie, dass dieser Film im Rio Cinema im Rahmen der Pink Palace-Reihe gezeigt wird.
Über einen Zeitraum von sieben Jahren (1972-79) gedreht, zeichnet der damals provokante Dokumentarfilm den Aufstieg, die Errungenschaften und die inneren Spannungen der amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung im Jahrzehnt nach den Stonewall-Protesten von 1969 nach. In Interviews mit Persönlichkeiten wie dem Schwulenrechts-Pionier Harry Hay, den Mitbegründerinnen der Daughters of Bilitis (DOB), Del Martin und Phyllis Lyon, dem Künstler und Regisseur schwuler Pornofilme Fred Halsted sowie zahlreichen Aktivistinnen, Theatermacherinnen und Community-Organisator*innen porträtiert er eine Bewegung, die mit Fragen von Identität, Sichtbarkeit und politischer Strategie ringt.
Durch die Verbindung von Interviews mit Archivmaterial, Fotografien und Szenen politischen Theaters schafft von Praunheim ein herausforderndes und persönliches Porträt queeren Lebens und Aktivismus in den Vereinigten Staaten. Wie er selbst einräumte, wusste er anfangs nur wenig über die amerikanische Lesben- und Schwulenbewegung. Gerade diese Distanz ermöglichte ihm einen kritischen Blick von außen. Neben einer Vielzahl von Aktivistinnen, Künstlerinnen und Persönlichkeiten der Community zeigt der Film auch Gegner*innen der Bewegung, u.a.n Anita Bryant und ihrer Anti-Schwulen-Kampagne in Florida, die von Praunheim als unbeabsichtigten Katalysator politischer Mobilisierung betrachtet: „Ich glaube, Anita Bryant war eines der besten Dinge, die der Schwulenbewegung passieren konnten. Sie zwang sogar konservative Schwule dazu, aus ihren Schränken herauszukommen.“
Seine Kritik an der aus seiner Sicht verbreiteten Selbstzufriedenheit und dem Konservatismus innerhalb der amerikanischen Schwulenbewegung knüpft an die Haltung an, die er bereits in Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971) gegenüber Schwulen in Deutschland eingenommen hatte. Während dieser Film jedoch mit einem direkten Aufruf zum Handeln endet, zeigt Armee der Liebenden, wie ein solches Handeln konkret aussehen kann. Bei aller Kritik und allen unbequemen Fragen ist der Film letztlich eine Hommage an die Vielfalt, Lebendigkeit und Widersprüchlichkeit der amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung und bleibt ein unschätzbares Zeitdokument ihrer Geschichte.
BRD/USA 1979, Farbe, Digital (Originalformat 16mm) 107 Min., mit englischen Untertieln.
Buch, Regie und Schnitt: Rosa von Praunehim, Kamera: Rosa von Praunheim, Ben van Meter, Michael Oblowitz, John Rome, Werner Schröter, Bob Schub, Nicolai Ursinn, Juliana Wang, Lloyd Williams. Musik: Tom Robinson, Produktion: Produktion: Rosa von Praunheim / WDR. Mit Harry Hay, Anita Bryant, Sarah Montgomery, Michael Fisher, Rainbow Silberfire, Grace Jones, Fred Halsted, Russell Veigh, Troy Perry, Nancy Rough, Tom Reeves, John Rechie, John Briggs, Michael Kerns, Morris Night, Rosa von Praunheim.
Pink Palace ist ein entspannter Raum, um queere Filmgeschichte zu entdecken und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen. Jede Woche führen wir in den Film ein oder laden Gäste ein, die dessen historischen und kulturellen Kontext beleuchten und über seine heutige Relevanz sprechen. Die Vorführungen finden als informelles Pop-up-Format in der Kellerbar statt, mit einer lockeren Mischung aus Stühlen und Hockern. Bleiben Sie nach dem Film gern noch auf einen Drink und ein Gespräch. Gerne können Sie selbst Filme vorschlagen oder vorstellen möchtet.
Bitte beachten Sie: Es gibt keine Werbung oder Trailer, und die Filme beginnen pünktlich zur angekündigten Startzeit.
Bitte beachten Sie, dass dieser Film im Rio Cinema im Rahmen der Pink Palace-Reihe gezeigt wird.
Über einen Zeitraum von sieben Jahren (1972-79) gedreht, zeichnet der damals provokante Dokumentarfilm den Aufstieg, die Errungenschaften und die inneren Spannungen der amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung im Jahrzehnt nach den Stonewall-Protesten von 1969 nach. In Interviews mit Persönlichkeiten wie dem Schwulenrechts-Pionier Harry Hay, den Mitbegründerinnen der Daughters of Bilitis (DOB), Del Martin und Phyllis Lyon, dem Künstler und Regisseur schwuler Pornofilme Fred Halsted sowie zahlreichen Aktivistinnen, Theatermacherinnen und Community-Organisator*innen porträtiert er eine Bewegung, die mit Fragen von Identität, Sichtbarkeit und politischer Strategie ringt.
Durch die Verbindung von Interviews mit Archivmaterial, Fotografien und Szenen politischen Theaters schafft von Praunheim ein herausforderndes und persönliches Porträt queeren Lebens und Aktivismus in den Vereinigten Staaten. Wie er selbst einräumte, wusste er anfangs nur wenig über die amerikanische Lesben- und Schwulenbewegung. Gerade diese Distanz ermöglichte ihm einen kritischen Blick von außen. Neben einer Vielzahl von Aktivistinnen, Künstlerinnen und Persönlichkeiten der Community zeigt der Film auch Gegner*innen der Bewegung, u.a.n Anita Bryant und ihrer Anti-Schwulen-Kampagne in Florida, die von Praunheim als unbeabsichtigten Katalysator politischer Mobilisierung betrachtet: „Ich glaube, Anita Bryant war eines der besten Dinge, die der Schwulenbewegung passieren konnten. Sie zwang sogar konservative Schwule dazu, aus ihren Schränken herauszukommen.“
Seine Kritik an der aus seiner Sicht verbreiteten Selbstzufriedenheit und dem Konservatismus innerhalb der amerikanischen Schwulenbewegung knüpft an die Haltung an, die er bereits in Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971) gegenüber Schwulen in Deutschland eingenommen hatte. Während dieser Film jedoch mit einem direkten Aufruf zum Handeln endet, zeigt Armee der Liebenden, wie ein solches Handeln konkret aussehen kann. Bei aller Kritik und allen unbequemen Fragen ist der Film letztlich eine Hommage an die Vielfalt, Lebendigkeit und Widersprüchlichkeit der amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung und bleibt ein unschätzbares Zeitdokument ihrer Geschichte.
BRD/USA 1979, Farbe, Digital (Originalformat 16mm) 107 Min., mit englischen Untertieln.
Buch, Regie und Schnitt: Rosa von Praunehim, Kamera: Rosa von Praunheim, Ben van Meter, Michael Oblowitz, John Rome, Werner Schröter, Bob Schub, Nicolai Ursinn, Juliana Wang, Lloyd Williams. Musik: Tom Robinson, Produktion: Produktion: Rosa von Praunheim / WDR. Mit Harry Hay, Anita Bryant, Sarah Montgomery, Michael Fisher, Rainbow Silberfire, Grace Jones, Fred Halsted, Russell Veigh, Troy Perry, Nancy Rough, Tom Reeves, John Rechie, John Briggs, Michael Kerns, Morris Night, Rosa von Praunheim.
Pink Palace ist ein entspannter Raum, um queere Filmgeschichte zu entdecken und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen. Jede Woche führen wir in den Film ein oder laden Gäste ein, die dessen historischen und kulturellen Kontext beleuchten und über seine heutige Relevanz sprechen. Die Vorführungen finden als informelles Pop-up-Format in der Kellerbar statt, mit einer lockeren Mischung aus Stühlen und Hockern. Bleiben Sie nach dem Film gern noch auf einen Drink und ein Gespräch. Gerne können Sie selbst Filme vorschlagen oder vorstellen möchtet.
Bitte beachten Sie: Es gibt keine Werbung oder Trailer, und die Filme beginnen pünktlich zur angekündigten Startzeit.
Ort
Rio Cinema
107 Kingsland High St
London E8 2PB
Vereinigtes Königreich
107 Kingsland High St
London E8 2PB
Vereinigtes Königreich