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19:00 Uhr

Elfi Mikesch: Macumba + Execution - A Study of Mary

Film|Kinovorführung

Schwarz-weiß Nahaufnahme einer weißen Frau, liebend mit hinter dem Kopf verschränkten Armen E. Mikesch. Macumba © Deutsche Kinemathek: Bild: E. Mikesch

Schwarz-weiß Nahaufnahme einer weißen Frau, liebend mit hinter dem Kopf verschränkten Armen E. Mikesch. Macumba © Deutsche Kinemathek: Bild: E. Mikesch

Macumba folgt dem traumartigen Streifzug eines Detektivs durch das Labyrinth eines verfallenen Hauses, dessen verbliebene Bewohner träge auf dessen bevorstehenden Abriss warten. Realität und Fantasie verschmelzen in einer von Elfi Mikesch mit beindruckenden Bildern inszenierten Geschichte von Sehnsucht, Gewalt und Obsessionen. Vor dem experimentellem Spielfilm zeigen wir Mikeschs Fotofilm Execution – A Study of Mary, in dem sie die Geschichte von Maria Stuart in eine Abfolge ausdrucksstarker Tableaus verdichtet.

Mit einer Einführung von Helen de Witt

Execution - A Study of Mary
BRD1979, 28 Min., mit englischen Untertiteln.
Buch, Regie, Kamera: Elfi Mikesch


Macumba
BRD 1983, 78 Min., mit englischen Untertiteln.
Buch, Regie, Kamera: Elfi Mikesch





Mehr zu den Filmen

Execution - A Study of Mary

Elfi Mikesch: Das Drama einer Frau, die in einer Umbruchszeit eine Art von liberaler Emanzipation versuchte, sich aber in den Fallstricken der Männer verfing. Eine Studie zu Maria Stuart. Die Widersprüchlichkeit und die Vielfalt des Materials, mit dem die Person Marias im Laufe der Zeit umgeben wurde, brachten mich auf den Gedanken, diese „königliche Geschichte“ zu trivialisieren. Ich komprimierte die Informationen zu Bildern der Leidenschaft, Macht, Liebe, Schmerz und Tod. „Execution“ ist ein photographischer Film aus Einzelbildern, der auf die Ambivalenz der zwei sich ergänzenden Medien Film und Photographie verweist. (Quelle: Elfi Mikesch)

BRD 1979, 28 Min.b/w, , digital (Originalformat: 35mm), mit englischen Untertiteln.
Buch, Regie und Fotografie: Elfi Mikesch, Kostüm: Elfi Mikesch Schnitt: Elfi Mikesch, Produktion: Oh Muvie Film, Uraufführung: „Study of Mary“, Ausstellung in der Galerie Werner Kunze, Berlin im November 1978, Filmuraufführung: Filmfest ’79, Hamburg 1979 Bundesfilmpreis für Kurzfilm in Gold Festival: Montreal.
Mit Magdalena Montezuma, La Milli, Berrit von Bohlen. Stimmen: Heinz Emigholz, Cynthia Beat, Ellen Umlauf.


Macumba

Das dunkle, labyrinthartige Innere eines halb abgerissenen Hauses bildet den Schauplatz für eine ebenso verschlungene Geschichte über die Begegnung zwischen einem bürokratisch veranlagten Detektiv auf der Suche nach einem Verbrechen und den letzten verbliebenen Bewohner*innen des Gebäudes, einer geheimnisvollen Gruppe von  Freund*innen, die mit "ungeheurer Lust" verwahrlosen. Magdalena Montezuma, bekannt aus Filmen von Werner Schroeter und Ulrike Ottinger spielt eine von ihnen, eine Autorin, erfüllt von einer undefinierbaren Sehnsucht, sowohl Erfinderin als auch Figur in dieser sunambulen Geschichte von unterdrückten Leidenschaften und drohender Gewalt. Diese entfaltet sich wie ein Traum, geleitet von ihrer eigenen Logik und getragen von Elfi Mikeschs wunderschön komponierten Bildern und einem von unterschwelligen Trommelrhythmen durchzogenen Soundtrack.

Elfi Mikesch: Macumba steht für den Rhythmus und für die Verzauberung der jüngeren Generation, die sich dem Raster der Anpassung gesellschaftlich verweigert. Brennende Ölquellen, Vulkanausbrüche und Boten aus der Unterwelt sind nicht die einzigen Zeichen der Vergänglichkeit. Das Krachen der Abrissbirne zum Klang von Silvestre Revueltas Musik werden zum Abgesang eines Lebensgefühls, das sich aus den sechziger Jahren speiste. (Quelle: Elfi Mikesch)

Rosa von Praunheim: Mikeschs geniale Kamera erfindet das Kino immer wieder neu (wer sonst tut das in Deutschland?). Sie arbeitet mit Licht und Farbe, mit einer Poesie und Konzentration, die das Herz zum Stillstand bringt. Sie drehte diesen Film über ein Jahr lang – mit wenig Geld, aber mit Fantasie und Kraft und Mitarbeitern, die an ihr Talent glaubten. (Berlinale-tip, Nr. 3, 1982, zurückübersetzt aus dem Englischen, Quelle: Cinema Ritrovoto)

BRD 1983, 78 Min., Farbe, digital (Originalformat: 16mm), mit englischen Untertiteln.
Buch, Regie, Kamera: Elfi Mikesch, Kameraassistenz: Wolfgang Pilgrim, Licht und Bühne: Stefan Breitel, Ton: Anke-Rixa Hansen, Montage: Heide Breitel, Produktion: Elfi Mikesch-Film Berlin im Auftrag des ZDF/Kleines Fernsehspiel Redaktion: Christoph Holch, Uraufführung: Februar 1984, Internationale Filmfestspiele Berlin, Internationales Forum des jungen Films.
Mit Magdalena Montezuma, Carola Regnier, Bernd Broaderup, Heinz Emigholz, Fritz Mikesch, Frank Ripploh u.a.

Sprecherin

Helen de Witt

Helen de Witt ist Kuratorin, Dozentin und Autorin. Sie unterrichtet am University College London ( UCL), Birkbeck College und an der National Film and Television School (NFTS) und war zuvor Head of Cinemas beim BFI sowie Programmgestalterin der BFI London Film Festival Experimenta-Sektion. Außerdem war sie die letzte Programmgestalterin des Kultkinos Scala. Derzeit ist sie Kuratoriumsmitglied des Slow Film Festivals, Mitglied des queeren feministischen Kollektivs Club des Femmes und Gründungsmitglied der Rio Cinema Feminist Film Programming Group.