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Interview mit Chandri Narayan und Sadhna Prasad
Freund*innenschaft ist eine Form von Aktivismus

Chandri Narayan und Sadhna Prasad
© Chandri Narayan und Sadhna Prasad

Wie haben Sie von der Bewegung und von der Protagonistin, die Sie in Ihrem Comic vorstellen, erfahren?

Chandri und Sadhna gehören dem Kollektiv Aravani Art Project an. Unser Kunstkollektiv wird von in Indien lebenden Frauen und trans Frauen geführt. Die Sichtbarkeit von trans Personen in der Populärkultur und auch im alltäglichen Leben nimmt zwar stetig zu, doch sie sind noch häufig schwerer Diskriminierung, Stigmatisierung sowie systemischer Ungleichheit ausgesetzt. Mit der Mission, diese Benachteiligungen in der Gesellschaft zu reduzieren, bewirken wir von Aravani Art Project einen Wandel in der Art und Weise, wie die Gesellschaft die Transgender- und Queer-Community durch die verschiedenen Kunstformen sieht. Chandri und Sadhna trafen sich in diesem Projekt als Freundinnen, Kolleginnen und gegenseitige Mentorinnen.

Was bereitete Ihnen bei der Projektarbeit am meisten Freude?

Wir hatten eine wunderbare Recherchephase und haben jeden Schritt genossen. Wir begannen damit, Chandris Gefühls- und Lebenssituation zu untersuchen und diese in Schlüsselelemente, Geschichten und Bilder umzuwandeln. Chandris Heimatstadt zu besuchen hat unheimlich viel gebracht – ihre Freund*innen, Nachbar*innen und Bekannte aus allen Lebensbereichen zu interviewen, die Orte, an denen sie sich aufhält, zu besuchen und ihre persönliche Entwicklung mit ihren Augen zu sehen.

Wie versuchen Sie, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben?

Dieses Projekt in seiner Gesamtheit ist sowohl von und für die Community als auch für die breite Öffentlichkeit. Chandri, die Protagonistin, ist die Erzählerin ihrer eigenen Geschichte. Sadhna half ihr, ein Narrativ zu bilden, die Geschichte, die sie erzählen wollte, auszuwählen und zu gestalten. Der Prozess vom Storyboard bis zum Finishing läuft entlang Chandris Entwicklung; unsere Recherchen fließen mit ein. Erzählt wird die Geschichte eines einzigartigen Individuums, einer Künstlerin, Chandri, die auch eine trans Frau ist. Die Geschichte unterstreicht, dass die Transgender-Community aus vielen solchen einzigartigen Individuen und ihren jeweiligen Reisen besteht.

Wie sollte es idealerweise nach der Veröffentlichung des Projekts weitergehen?

Wir wünschen uns, dass dieses Buch wie ein frischer Wind für die Menschen ist, der dazu beiträgt, dass Menschen sich an nuancierte, farbenfrohe individuelle Geschichten verschiedener Menschen aus der trans Community gewöhnen. Im Rahmen dieses Projekts haben wir nur einen Aspekt von Chandris Leben behandelt, nur ein Kapitel. Wir hoffen, dass dies eine neue Art und Weise markiert, das Leben eines Menschen aus der Community zu betrachten: durch ein illustriertes Buch, geschrieben und erzählt von einem betroffenen Individuum und eben nicht von außen. Für die Zukunft hoffen wir, mehr solcher Geschichten veröffentlichen zu können und Freundschaften als eine Form des Engagements für soziale Gerechtigkeit zu erkunden.

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