Kälam – ein Ort für kulturelle Begegnungen ©Kälam

Über Kälam

Kälam, ein Raum für kulturelle Begegnungen, wird vom unabhängigen Kunst- und Kulturvermittler Kirutharshan Nicholas aus Jaffna geleitet, einem erfahrenen Schauspieler, Regisseur und Kulturvermittler. Mit Unterstützung des Goethe-Instituts öffnete Kälam im Jahr 2020 seine Türen für die Öffentlichkeit. Seitdem fungiert es als interaktiver Ort für kulturellen Austausch und Zusammenarbeit und unterstützt Kunstschaffende, die neue kreative Wege jenseits traditioneller Grenzen erkunden.

Mit Sitz in Jaffna hat Kälam durch Kooperationen mit dem Goethe-Institut und weiteren Partnern aktiv zur Entstehung einer lebendigen Kulturszene im Norden Sri Lankas beigetragen. Seit 2025 bietet Kälam zudem in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Deutschkurse an und schließt damit eine lange bestehende Lücke im Norden des Landes.

Kälam ist ein vielschichtiges tamilisches Wort mit zahlreichen Bedeutungen. Die Schreibweise mit dem deutschen Umlaut „ä“ wurde gewählt, um der tamilischen Aussprache gerecht zu werden. Zu den Aktivitäten von Kälam zählen unter anderem Fotoausstellungen, regelmäßige Filmvorführungen, thematische Symposien, literarische Austauschprogramme, von Kunstschaffenden geleitete Workshops sowie die Unterstützung von Tänzerinnen, Tänzern und Performenden, die sich für zeitgenössische künstlerische Praktiken interessieren.
Ziel von Kälam ist es, Brücken zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Intellektuellen, Akademikerinnen und Akademikern sowie Menschen aus allen kreativen Bereichen aus Sri Lanka, Deutschland und der ganzen Welt zu bauen.

Kulturelle Höhepunkte der vergangenen Jahre:

  • Jaffna Photography Festival (seit 2020)
Die bislang drei Ausgaben des Festivals fördern die Fotografie als Kunstform, die unterschiedliche Perspektiven und Geschichten vereint. Mehr als 36 nationale und internationale Fotografinnen und Fotografen präsentierten ihre Arbeiten und schufen Raum für bedeutungsvollen Austausch und künstlerische Auseinandersetzung.
  • Theateraufführung „I'm Hungry Too“ (2024)
Die erste hauseigene Theaterproduktion von Kälam entstand anlässlich des 15. Gedenktages von Mullivaikal, der an das Ende des bewaffneten Konflikts in Sri Lanka erinnert.
Die eindrucksvolle Inszenierung besteht aus fünf Akten mit insgesamt 25 miteinander verwobenen Monologen, die auf realen Erfahrungen von Menschen aus Jaffna basieren, die vom Konflikt betroffen waren. Begleitet wird die Aufführung von einer live auf der Bühne gespielten musikalischen Komposition.
  • Kultur-Austauschprogramm zwischen Jaffna und Tamil Nadu (2025)
    • Im Rahmen eines zweitägigen Kulturprogramms in Jaffna wurde eine Besuchergruppe aus dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu mit der Kultur, den Traditionen und dem kulturellen Erbe Jaffnas vertraut gemacht.
    • Darüber hinaus schuf das Programm einen Raum für einen bedeutungsvollen Dialog zwischen benachbarten tamilischen Gemeinschaften.
    • Insgesamt nahmen 120 tamilische Gäste aus Indien an der Veranstaltung teil.
  • Fotoausstellung „Shadows of the Past“ von Tharmapalan Tilaxan (2025)
Die Ausstellung setzt sich mit den Realitäten der Nachkriegszeit auseinander und thematisiert verlorenes Land und zerstörte Häuser, persönliche Erinnerungen, traumatische Erfahrungen sowie kollektive und familiäre Erinnerungskulturen.
Dabei wirft sie zugleich einen kritischen Blick auf die dunklen Seiten des Krieges.
  • Jaffna Poetry Festival (2026)
    • Das Festival brachte über zwei Tage hinweg Dichterinnen und Dichter, Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende sowie ein generationenübergreifendes Publikum in Jaffna zusammen.
    • Das Programm umfasste Poesielesungen, Diskussionen, Ausstellungen, Buchpräsentationen und künstlerischen Austausch.
    • Zu den eingeladenen Poetinnen und Poeten gehörten unter anderem Anitha Thambi, Sukumaran und Kutty Revathi aus Tamil Nadu sowie Schriftstellerinnen, Künstler, Wissenschaftler und aufstrebende literarische Stimmen aus Jaffna.
    • Präsentiert wurden außerdem die Poesieinstallation „Geography of Absence“ des Künstler-Dichters P. Ahilan sowie eine von Nilanthan kuratierte Freiluftinstallation mit Werken von über 45 Dichterinnen und Dichtern. Die Außenwände des Kälam-Gebäudes wurden dabei mit Gedichten aus den 1970er Jahren bis in die Gegenwart gestaltet.
  • Ausstellung für Bildende Kunst „Infinite Rings: Wood / Memories“ von Sarmila Sooriyakumar (2026)
    • Die Ausstellung untersucht die Beziehungen zwischen Holz, Erinnerung, kulturellem Erbe, Glaubensvorstellungen und den sich wandelnden Lebensformen innerhalb der Gesellschaft Jaffnas.
    • Sarmila Sooriyakumar ist eine Künstlerin aus Thirunelvely in Jaffna, deren Arbeit in der traditionellen Holzschnitzkunst Nord-Sri Lankas verwurzelt ist.
  • Poesieinstallation „Geography of Absence“ von P. Ahilan (2026)
In dieser eindringlichen Installation kombiniert P. Ahilan Gedichte mit Röntgenfotografien auf Leuchtkästen, um Traumata darzustellen, die das Leben vieler Tamilinnen und Tamilen seit den 1990er Jahren geprägt haben.
Thematisiert werden unter anderem Vertreibung, der Verlust von Heimatorten, körperliche Verletzungen, das Verschwindenlassen von Menschen und der Tod. Thaisen Rusch wurde in Sri Lanka geboren, später von einer deutschen Familie adoptiert und in Europa aufgezogen. Seine Rückkehr nach Sri Lanka erfolgte aus dem Wunsch heraus, seine Wurzeln besser kennenzulernen und Möglichkeiten für musikalische Kooperationen zwischen Deutschland und Sri Lanka zu erkunden.
Kälam präsentierte im Rahmen dieser Veranstaltung das erste Konzert westlicher Opernmusik in Jaffna vor einem ausgewählten, zugleich vielfältigen Publikum in einem außergewöhnlich intimen Rahmen. Während dieses Designlabors untersuchten Teilnehmende aus unterschiedlichen Fachrichtungen das bislang wenig genutzte Potenzial von Algen als nachhaltiges Biomaterial.
 

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Kälam © Kälam

Online-Serie
Digitale Kulturelle Begegnungen

Nach der offiziellen Eröffnung am 18. Februar 2020, sollte Kälam eigentlich schon bald Veranstalter und Veranstaltungsort für Ausstellungen und genreübergreifende kulturelle Events werden. Mit dem Ausbruch der globalen Covid19 Pandemie und der darauf folgenden landesweiten Ausgangsperre, musste die ursprüngliche Vision überdacht und angepasst werden. 

1st Anniversary Kälam ©Kälam

Grund zur Feier
Ein Jahr Kälam

Kälam - ein Raum für kulturelle Begegnungen - wird ein Jahr alt. Am 18. Februar 2021 wurde zu diesem Anlass die Ausstellung "One & Many" des Dichters und Künstlers P. Ahilan eröffnet und vor geladenen Mitglieder*innen der kreativen Gemeinschaft Jaffna's eine Reihe zeitgenössischer Performances dargeboten. 

The Story of Oluvil Pallakkadu Elephants ©Tharmapalan Tilaxan

Foto-Ausstellung
Die Geschichte der Oluvil Pallakkadu Elefanten

Tharmapalan Tilaxan hat die Oluvil Pallakkadu Elefanten, deren Lebensraum zu einer Mülldeponie mitten im Dschungel der Ostprovinz geworden ist, über viele Monate beobachtet und dokumentiert, welche Gefahren dies für die lokale Elefantenpopulation bedeutet.

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