Aslı Kışlal ist Regisseurin, Dramatikerin, Schauspielerin und Drehbuchautorin. Sie studierte Soziologie an der Universität Wien und Schauspiel am Schubert-Konservatorium. Mit Sitz hauptsächlich in Wien arbeitet sie seit über 25 Jahren in der freien Theaterszene und als Gastregisseurin an bedeutenden Bühnen, darunter das Landestheater Linz, das Landestheater Niederösterreich, das Staatstheater Mainz und das Stadttheater Ingolstadt. Sie tritt außerdem sowohl im Theater als auch im Film auf.
2004 gründete sie das Theaterkollektiv daskunst, das 2007 beim Spectrum Theatre Festival den Preis Best of (f) Austria erhielt. Seitdem entwickelt sie kontinuierlich ihre Arbeit sowohl in der freien Szene als auch an institutionellen Theatern.
Courtesy: Asli Kışlal
CCourtesy: Asli Kışlal
Courtesy: Asli Kışlal
2013 gründete sie diverCITYLAB, ein kulturelles und politisches Projekt in Form einer Schauspielakademie, mit dem Ziel, dass österreichische Bühnen die zeitgenössischen gesellschaftlichen Realitäten präziser widerspiegeln. 2011/2012 war sie Kuratorin der Projektreihe PIMP MY INTEGRATION in Wien, die sich mit der dringenden Notwendigkeit kultureller und politischer Maßnahmen zu postmigrantischen Themen und Positionierungen innerhalb der darstellenden Künste beschäftigte.
Zuvor war sie Mitbegründerin des Wiener Festivals WIENWOCHE, dessen Vorsitz sie bis 2020 innehatte. WIENWOCHE experimentiert mit der Verbindung von Kunst und Aktivismus und versteht kulturelle Arbeit als aktive Intervention in gesellschaftliche, politische und kulturelle Debatten, mit dem Ziel, diese sichtbar zu machen, voranzutreiben und allen sozialen Gruppen der Stadt den Zugang zur Kunst zu ermöglichen.
Aslı Kışlal gilt weithin als Expertin für postmigrantische Ansätze im Theater und hält regelmäßig Vorträge und Workshops in diesem Bereich. Sie war Gastprofessorin für Theaterwissenschaft an der Universität Wien sowie an der Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (Masterstudiengang Theaterpädagogik).
Sie war Mitglied zahlreicher bedeutender Jurys, darunter das Stipendienprogramm Kültür Gemma für Künstler:innen mit Migrationshintergrund, die Jury der Kulturabteilung der Stadt Wien (2015) zur Ernennung der künstlerischen Leitung des Dschungel Wien sowie die Jury des STELLA 2020 – Preis für darstellende Kunst für junges Publikum, unter anderem.
2014 erhielt sie den Mia Award in der Kategorie Kunst und Kultur für ihre Arbeit. 2023 wurde sie als erste Frau mit dem Preis für die beste Regie für Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm, produziert vom Theater für Niedersachsen, ausgezeichnet. 2024 wurde sie für den Nestroy-Preis in der Kategorie Beste Off-Produktion für MINIHORROR mit diverCITYLAB nominiert.