Künstler*innengespräch Background of the Background

Traces of Truth Exhibition, Detail © Jana Müller

Fr, 11.03.2022

14:00

Online

Die beiden Künstler*innen Jana Müller und Matthew Cowan stellen ihr aktuelles Projekt im Goethe-Institut vor. 

Das Projekt Background of the Background ist eine Zusammenarbeit zwischen den bildenden Künstlern Matthew Cowan (NZ) und Jana Müller (D). Ihre künstlerische Praxis befasst sich mit der Rolle von Museen und Archiven bei der Darstellung von Identität und Geschichte und ist mit dem Potenzial der Fotografie als Dokument und Performance verflochten.

Aus einer künstlerischen Perspektive heraus wollen Cowan und Müller Erzählungen aufdecken, die sich aus diesen Archivmaterialien ergeben, und gleichzeitig ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie diese Hintergründe auf praktischer, wirtschaftlicher und künstlerischer Ebene funktionierten. Neben der Beschäftigung mit den Archivmaterialien ist eine neue Reihe von Arbeiten unter Verwendung von analogen und digitalen Materialien am Entstehen.

Die Frage nach der Identität und ihrer Inszenierung in der Realität oder virtuell ist ein allgegenwärtiges Anliegen. Gerade in Zeiten der Pandemie rückt in digitalen Begegnungen der Hintergrund in den Vordergrund. Es stellt sich die Frage: Was bedeuten die Hintergründe aus heutiger kultureller Sicht mit einem neuen Verständnis dafür, wie wir uns auf Zoom, Instagram und anderen Formen bildbasierter sozialer Medien präsentieren?

Matthew Cowan und Jana Müller sind dankbar für die Unterstützung ihrer Recherche durch das Nelson Provincial Museum, Te Papa Tongarewa in Wellington und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Künstler*innen Biografien

Jana Müller, geboren 1977 in Halle/Saale, studierte künstlerische Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und lebt in Berlin. Sie unterrichtete in den letzten Jahren an der Kunsthochschule Mainz und an der Universität der Künste Berlin. Die Künstlerin ist Forscherin auf dem Gebiet der Kriminologie und Forensik. In ihrer Recherche beschäftigt sie sich ebenso mit der Materialisierung von Erinnerung und setzt sich dabei mit den verschiedensten Formen von Archiven und Archivalien auseinander. Derzeit verfolgt sie in ihrem Langzeitprojekt Falscher Hase (Mock Rabbit) die Spuren ihres Vaters, der zu DDR-Zeiten Kriminalist war. Ihre künstlerischen Arbeiten werden in den verschiedensten Kontexten international ausgestellt und sie hat zahlreiche namenhafte Stipendien für ihre Vorhaben erhalten, wie z.B. von der Stiftung Kunstfonds. Zu erwähnen sind auch ihre regelmäßigen Kooperationen mit verschiedenen Künstler*innen, wie zum Beispiel zusammen mit Matthew Cowan das Projekt Background of the Background.

Matthew Cowan ist ein neuseeländischer Künstler, der in Berlin lebt. Zudem ist er Doktorand an der Academy of Fine Arts der Universität Arts Helsinki und arbeitet im Bereich traditioneller europäischer Bräuche. Bei seinen Arbeiten handelt es sich um Fotografien, Videos, Installationen und Performances, die mit der inhärenten Fremdartigkeit der anhaltenden Popularität von lang etablierten Volksbräuchen in einer modernen Welt spielen. Diese Arbeiten können als performativ betrachtet werden und spielen mit den Elementen von Volksritualen, die den Menschen eine Verbindung zur Vergangenheit geben.
Zu den jüngsten Ausstellungen gehörten künstlerische Reaktionen auf Artefakte und Objekte in Museumssammlungen, das Erforschen von Strukturen, die die Wahrnehmung populärer Geschichten sondieren, und die Überprüfung dessen, was als Beweismittel für die historische Präsentation von Identität vorgeschlagen wird.

Zurück