Film B-Movie: Lust & Sound in West Berlin

B-Movie, Szenenbild © Goethe-Institut

So, 26.11.2017

New Plymouth, Govett-Brewster Art Gallery

Len Lye Centre
42 Queen St
New Plymouth

Regie: Jörg A. Hoppe, Heiko Lange, Klaus Maeck, Miriam Dehne, s/w u. Farbe, 92 Min., 2014/15

Ein Jahrzehnt Westberliner Subkultur in Originalaufnahmen, atemberaubend aneinandergeschnitten – und eine Geschichte der Stadt im letzten Jahrzehnt vor dem Ende des Kalten Kriegs erzählend.

Wenn eine Bar Risiko heißt und der Frontmann der Einstürzenden Neubauten, Blixa Bargeld, hinter der Bar die Drinks ausschenkt, dann weiß man, dass man in einer von Berlins besten Zeiten gelandet ist – zumindest der besten Zeit West-Berlins. Weitere Protagonisten in jener Epoche zwischen Postmoderne, No-Future und Genialen Dilletanten (die Inkorrektheit in der Schreibweise muss so sein!) waren – mal in Hauptrollen mal als Supporting Actors - der ernste Nick Cave, der an der Wand seines Zimmers in einer Berliner Wohnung „deutsche Gothik“ sammelt, die coole Gudrun Gut (Malaria), die vor dem Szene-Hotspot Dschungel steht und Clubs aufzählt, in die man nach zwei Uhr Nachts noch gehen kann (wenn nicht gar muss). Die tödliche Doris, die mitten im Brachland des West-Teils vom Potsdamer Platz singt. Und zwischen Mauer und Brandmauern, Alt- und Neubauten ebenfalls dabei: der wahre Heino, Christiane F., Nena, die Toten Hosen, Martin Kippenberger und die Ärzte. Auch Tilda Swinton oder Keith Haring. Und Westbam, der ein bisschen zu spät gekommen ist und damals noch ein rechter Grünschnabel war, bevor er zu einem der Paten der Love-Parade wurde.

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