Raging
Kinofest Special 2026
Die üppige, aber von Unruhen geprägte Landschaft der Insel Sibuyan auf den Philippinen Mitte der 1990er Jahre. Eli ist ein zurückhaltender junger Mann, der die Last eines Traumas trägt, das seine Gemeinschaft nicht anerkennen will. Nachdem er einen sexuellen Übergriff durch einen Gleichaltrigen überlebt hat – ein Vorfall, der von den örtlichen Behörden und Freunden als bloßes wildes Spiel abgetan wurde –, zieht er sich in eine Welt des Schweigens und der Isolation zurück. Als er Zeuge eines mysteriösen Flugzeugabsturzes in den dicht bewaldeten Bergen der Insel wird, stößt sein Versuch, andere zu alarmieren, auf dieselbe Ungläubigkeit, mit der auch seine frühere Enthüllung aufgenommen wurde. In seiner Einsamkeit klammert sich Eli an Klangfetzen und Erinnerungsfragmente – oft über die Kassetten, die er bei sich trägt –, während er nach einem Weg sucht, sich auszudrücken und die Wahrheit zu finden. Im Verlauf des Films prallen das Persönliche und das Gemeinschaftliche aufeinander: Elis innerer Zerfall spiegelt das größere Gespenst der Umweltzerstörung wider, die seine Heimatstadt bedroht. Was als stille Auseinandersetzung mit der Qual eines Einzelnen beginnt, entwickelt sich zu einer Parabel darüber, wie Schweigen und Verleugnung sowohl das Leben der Menschen als auch die Natur, die sie erhält, zerstören können.