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St. Nikolaus Kirche© Postkarte, Foto (Ausschnitt): unbekannt (Reproduktion), Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

Lucy Hillebrand
Die sozial engagierte Architektin

Tanz und Architektur blieben Zeit ihres Lebens prägende Einflüsse. Die Faszination für die Bewegung des Körpers im Raum ebenso wie der Wunsch, minutiös gearbeitete, aber unverwechselbare Formen zu schaffen, charakterisieren ihr ganzes Werk, welches nicht nur Architektur und Kunstgewerbe umfasst, sondern auch Film und Theorie.

 

1928 eröffnete Hillebrand ihr eigenes Architekturbüro in Frankfurt am Main. Während des Nazi-Regimes war ihr die Ausübung ihres Berufs untersagt. Leidvolle Erfahrungen, besonders der Selbstmord ihrer jüdischen Mutter aus Angst vor der Deportation, haben tiefe Spuren in ihrem Leben hinterlassen.

Zwischen 1945 und 1973 betrieb sie ein eigenes Büro in Göttingen. Viele ihrer Bauten waren Antworten auf drängende soziale Fragen der Zeit: Studentenwohnheime, eine Kirche für Flüchtlinge und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Ihre Bauten boten ihren Nutzerinnen und Nutzern Orientierung und Geborgenheit.

1973 starb ihr Mann, der Soziologe und Journalist Erich Gerlach. Hillebrand schloss daraufhin ihr Büro und wandte sich mehr theoretischen Themen zu; von 1988/89 lehrte sie an der Gesamthochschule Kassel. Schon 1986 erwarb das Deutsche Architekurmuseum ihren Vorlass. Damit war sie die erste Architektin, deren Werk in das Archiv des Museums einging. Lucy Hillebrand war 91 Jahre alt, als sie 1997 in Göttingen starb.

  • Pavillon-Schule mit Sechseckraum, 1946 © Tusche auf Transparent (Reproduktion) Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    Pavillon-Schule mit Sechseckraum, 1946
  • Ideenentwurf für einen ländlichen Schulbau, 1950 © Bleistift auf Transparent (Reproduktion) Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    Ideenentwurf für einen ländlichen Schulbau, 1950
  • Volksschule Osterholz-Scharmbeck, 1947–48 © Bleistift auf Transparent (Reproduktion) Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    Volksschule Osterholz-Scharmbeck, 1947–48
  • Volksschule Osterholz-Scharmbeck, 1947–48 © Bleistift auf Transparent (Reproduktion) Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    Volksschule Osterholz-Scharmbeck, 1947–48
  • Pavillonschule Entwurf Modell, 1960er Jahre © Foto: Uwe Dettmar Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    Pavillonschule Entwurf Modell, 1960er Jahre
  • St. Nikolaus Kirche Langeoog, undatiert © Postkarte, Foto (Ausschnitt): unbekannt (Reproduktion), Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    St. Nikolaus Kirche Langeoog, undatiert
  • „Wir bauen eine Kirche“ Zeitschriftartikel (Reproduktion) © Christi Reich in der Diaspora 1962, H. 2 Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    „Wir bauen eine Kirche“ Zeitschriftartikel (Reproduktion)
  • „Für afrikanische, deutsche und asiatische Studenten“ Zeitungsartikel (Reproduktion) © Göttinger Presse, 1967 Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    „Für afrikanische, deutsche und asiatische Studenten“ Zeitungsartikel (Reproduktion)
  • Das Kinderdorf im Solling-Uslar, 1962 © Broschüre des Landesverbandes Niedersachsen e.V. (Reproduktion) Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
    Das Kinderdorf im Solling-Uslar, 1962
Lucy Hillebrand© Foto: unbekannt. In: Boeminghaus, Dieter: Zeit-Räume der Architektin Lucy Hillebrand, Stuttgart, 1983

(1906-1997) Lucy Hillebrand

Lucy Hillebrand wuchs in einer progressiven jüdisch-katholischen Familie in Mainz auf. Als Kind bekam sie Tanzunterricht; später studierte sie Architektur bei dem bekannten Kirchenbaumeister Dominikus Böhm an der Kunstgewerbeschule in Offenbach am Main und an der Werkkunstschule in Köln.

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