Februar 2026
„Streifzüge durch Formosa“ (2022) von Adolf Fischer
Ein Jahrhundert altes Reisetagebuch – Taiwan mit den Augen eines deutschen Kunstsammlers: Im Jahr 1898, nur vier Jahre nach Beginn der japanischen Kolonialherrschaft über Taiwan, machte sich der österreichisch-deutsche Kunstliebhaber und Reiseschriftsteller Adolf Fischer auf den Weg in die damals kaum bekannte Inselkolonie. Getrieben von Neugier auf Japans neues „Kriegsbeutestück“ und dem ethnografischen Interesse an den Kulturen Ostasiens, reiste Fischer von Februar bis Mai quer durch Taiwan und hielt seine Beobachtungen akribisch fest.
Fischer, Gründer des Museums für Ostasiatische Kunst in Köln, interessierte sich besonders für die Beziehungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf der Insel – den Han-Chinesen, den indigenen Völkern und den neuen japanischen Kolonialherren. Dabei dokumentierte er nicht nur gesellschaftliche Spannungen und Machtverhältnisse, sondern auch Alltagsleben, Rituale, Kleidung, Architektur und Freizeit der damaligen Zeit. Zwar spiegeln seine Aufzeichnungen deutlich den imperialistischen Blickwinkel eines Europäers des 19. Jahrhunderts wider, doch sind sie zugleich ein einzigartiges historisches Zeugnis: Eine ethnografische Momentaufnahme eines kolonialen Umbruchs – reich bebildert mit über einhundert historischen Fotografien und Zeichnungen.
Nach über 125 Jahren erscheint dieses außergewöhnliche Reisetagebuch nun erstmals in Taiwan – direkt aus dem deutschen Original übersetzt. Ein unverzichtbares Werk für alle, die sich für die Frühgeschichte Taiwans, koloniale Ethnografie oder historische Reiseberichte begeistern. (Klappentext)
Das Buch finden Sie in der Bibliothek des Goethe-Instituts Taipei.
*Die Genehmigungen für die Verwendung der Klappentexte sowie der Umschlagsbilder wurden vom jeweiligen Verlag eingeholt.