Gebrochene Tabus — sozialkritisches Filmschaffen in der DDR 

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GoD - Gebrochene Tabus @ Goethe Institut

Die Kritik am politischen System stellte in der DDR ein Tabu dar. Probleme wie Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit, Kriminalität oder an westliche Szenen orientierte Jugendkulturen gab es im sozialistischen Staat aus offizieller Sicht nicht. Alle real existierenden gesellschaftlichen Themen, die das System als problematisch ansah, wurden tabuisiert.

Doch genau diesen Themen versuchten viele DEFA-Filmemacher*innen mit ihren Spiel- und Dokumentarfilmen nachzugehen, auch wenn sie dabei mit Konsequenzen zu rechnen hatten. Lange Produktionszeiträume oder ausbleibende Erfolge waren häufige Folgen. So fanden ihre Filme oft keine Verbreitung in den Kinos oder wurden vom Export ausgeschlossen. Als wichtige Zeitdokumente ermöglichen uns diese Filme heute einen Einblick in das Leben in der DDR.

Die Reihe “Gebrochene Tabus — sozialkritisches Filmschaffen in der DDR” greift sozialkritische Perspektiven im DEFA-Filmschaffen auf und lenkt den Blick auf ebenjene zu Tabus erklärten Themen.  

Die Deutsche Film AG (DEFA) wurde vor genau 75 Jahren in Potsdam-Babelsberg gegründet. Bis zur Wendezeit entstanden durch sie etwa 700 Spielfilme, rund 2.500 Dokumentar- und Kurzfilme sowie 950 Animationsfilme. Das gesamte Filmschaffen der DDR wird heute von der DEFA-Stiftung verwaltet. Gemeinsam mit der Library der DEFA wurde diese Filmreihe zum 75-jährigen Jubiläum zusammengestellt. 
 

Folgende Filme sind Teil der Reihe:  

ALL UND ALLTAG
Betina Kuntzsch (2017-18) 
Der Video-Essay ALL UND ALLTAG ist eine unterhaltsame und zugleich persönliche Einführung in die DEFA und ihr Schaffen: von Kinderfilmen, in denen vom Universum geträumt wird, bis zu Kultfilmen, die alle gesehen haben. Auch Werke, die die Stimmung in den letzten Monaten der DDR widerspiegeln sind Teil der filmischen “Kurzbiografie der DEFA”.   

COMING OUT
Heiner Carow (1988-89)  
Philipp ist ein allgemein beliebter Lehrer. Er beginnt eine Beziehung mit seiner Kollegin Tania und führt ein scheinbar ausgeglichenes Leben. Dies ändert sich als eine Wiederbegegnung mit einem Freund aus seiner Schulzeit ihn mit seiner Homosexualität konfrontiert. Als Philipp daraufhin Matthias kennenlernt, beginnt er ein Doppelleben zu führen. Was ihm zunächst als Ausweg erscheint, geht nicht lange gut und stellt den jungen Lehrer schließlich vor eine Entscheidung... 

DAS FAHRRAD 
Evelyn Schmidt (1981)  
Als alleinerziehende Mutter schlägt sich Susanne mehr schlecht als recht durchs Leben. Als sie den erfolgreichen Ingenieur Thomas kennenlernt, wächst ihre Frustration und sie kündigt ihren Job. Aus finanzieller Not meldet sie ihr Fahrrad als gestohlen. Als der Betrug auffliegt, gerät Susanne in einen Konflikt mit weitreichenden Folgen.

FLÜSTERN & SCHREIEN 
Dieter Schumann (1988)  
Der Dokumentarfilm zeigt neben bekannten Rockbands wie “Silly” auch Underground-Bands wie “Feeling B.” oder “Sandow”. Musiker*innen und ihre Fans kommen zu Wort. Der Film vermittelt einen Eindruck der vielseitigen Musikszene der DDR und verdeutlicht die Funktion des Mediums als Protestmittel einer Subkultur. 

INSEL DER SCHWÄNE 
Herrmann Zschoche (1982)   
Stefan zieht mit seinen Eltern aus der verträumten Idylle eines Dorfes in das hauptstädtische Neubaugebiet Berlin-Marzahn. Die Begegnungen mit Gleichaltrigen sowie die kühle Routine des Schulalltags stellen den Jungen vor große Herausforderungen, die er zu meistern lernen muss. 

UNSERE KINDER 
Roland Steiner (1989)  
Es wird deutlich, dass die Jugendlichen alleingelassen mit ihren Problemen auf der Suche nach ihren eigenen Wegen und neuen Idealen sind. Der Regisseur Roland Steiner war einer der ersten Filmemacher, die Zugang zu diesen jungen Menschen fand. 

Um die Filme bis zum 31. Januar 2022 kostenlos zu genießen, klicken Sie bitte auf den Link:
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