Dambudzo Marechera (1952–1987) war ein simbabwischer Romancier, Dichter und Kurzgeschichtenautor. The House of Hunger, veröffentlicht zwei Jahre vor der Unabhängigkeit Simbabwes, ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die zwischen Erinnerungen, Gewalt, Politik und psychischer Zerrissenheit oszillieren. Das Werk gewann 1979 den Guardian Fiction Prize und gilt bis heute als ein Klassiker der afrikanischen Literatur.
Marecheras Schreiben ist kämpferisch und schonungslos, getragen von einer Verachtung gegenüber Autoritäten, die er niemals zu verbergen suchte. Es ist mutig politisch. Er war furchtlos. Diese Furchtlosigkeit zeigt sich in seinem Schreiben und in den Geschichten, die er zu erzählen wählt. Obwohl er ein schwieriges Leben führte und einen tragischen Tod starb, blieb Marechera seinen Überzeugungen treu. The House of Hunger verdeutlicht dies eindrucksvoll: Das Buch zeigt einen Schriftsteller mit einem unbändigen Geist, dessen Worte ein Akt des Widerstands waren.
In The House of Hunger schreibt Marechera über das Leben unter gewaltsamer Unterdrückung. „Verhaftungen wurden so sehr zu einem Bestandteil des täglichen Lebens, dass niemand auch nur mit der Wimper zuckte, als eines Morgens zwei Guerillakämpfer hingerichtet und ihre Leichen später einer Gruppe von Schulkindern vorgeführt wurden.“ Häufig schreibt er über Guerillakämpfer und Widerstand und zwingt uns so, Zeugnis von dem repressiven Regime abzulegen, unter dem er lebte.
Er schreibt über Selbsthass und Angst. Angst vor Veränderung, vor Akzeptanz. In „Black Skin What Mask“ beschreibt er seine Haut als „wie einen stillen Freund: launisch, selbstbewusst, besitzergreifend, gefühllos – manchmal“, um später hinzuzufügen: „Ich hatte einmal einen solchen Freund“ – einen Freund, der sich als eine Figur entpuppt, die ihm das Leben nimmt.
Er schreibt auch über inneres Unbehagen: „Dieses ewige Nagen im Bauch. Dieses ständige Quälen des Verstandes an der Schwelle.“
Die Lektüre dieser Geschichten ist eine turbulente Reise durch hochintensive Erfahrungen. Die Erzählungen sind verstörend und aggressiv, zugleich aber erfrischend und ehrlich. Jede Geschichte hält mehr fest als nur die gewählte Handlung; sie führt uns in die Psyche ihrer Figuren und hält einen Spiegel vor, in dem die Leserinnen und Leser sich selbst und die sie umgebenden Strukturen erkennen müssen.
Marechera steht in einer Reihe mit Schriftstellern wie K. Sello Duiker und Ayi Kwei Armah – Autoren, deren Werke verlangen, dass man den Teil von sich loslässt, der nach Komfort und Sicherheit sucht. Ein solches Schreiben ist notwendig. Geschichten wie die in The House of Hunger erzählten sind notwendig – notwendig für Veränderung und Transformation, sowohl im Inneren des Menschen als auch in der Gesellschaft.