Bauhaus Imaginista

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Bauhaus Imaginista

BAUHAUS IMAGINISTA
10.-31.05.2019
Eröffnung: 10.05., 18:30 Uhr
Goethe-Institut Bulgarien, Budapesta Str. 1, Sofia
 

Das bauhaus imaginista ist ein umfassendes internationales Projekt anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Schule mit einem Schwerpunkt auf deren internationaler Verbreitung und Rezeption.
 
Das Bauhaus war von Beginn an international ausgerichtet, Studierende und Lehrende kamen aus Europa und Asien, um sich der Schule anzuschließen. Es war durch Heterogenität gekennzeichnet und übernahm zu unterschiedlichen Zeiten Ideen aus der Arts-and-Crafts-Bewegung, von Sozialismus, Kommunismus und Spiritualismus, dem sowjetischen Konstruktivismus und dem Neuen Bauen. 1933 wurde die Schule von den Nationalsozialisten geschlossen und gewaltsam aufgelöst, woraufhin viele der Mitglieder Deutschland verlassen mussten; in der Folge strahlte das Bauhaus auch in Länder und Kulturen außerhalb Europas aus. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen aus Brasilien, China, Indien, Japan, Marokko, Nigeria, Russland und den Vereinigten Staaten zeichnet bauhaus imaginista diese Ausbreitung in verschiedene Teile der Welt nach.

bauhaus imaginista geht dabei von vier Gegenständen aus, zentralen Objekten des Bauhauses, die dazu dienen, vier thematische und konzeptuelle Kapitel zu entwickeln, die mit der Schule und deren Rezeption in vielfältigen Geografien verbunden sind. Diese Objekte sind: Das Bauhaus-Manifest von Walter Gropius (1919), das die Grundlage für Corresponding With darstellt, in dem die Reformpädagogik untersucht wird; Teppich, eine Zeichnung von Paul Klee (1927) für das Kapitel Learning From, das sich mit kultureller Appropriation befasst; ein bauhaus film von Marcel Breuer (1926), der Fragestellungen über die Entwicklung des Designs im Verhältnis zur Ideologie aufwirft; sowie Reflektorisches Lichtspiel, ein Lichtapparat von Kurt Schwerdtfeger (1922), aus dem das Kapitel Still Undead hervorgeht, das sich mit Licht- und Klangexperimenten beschäftigt.
 

DIE AUSSTELLUNGDie Wanderausstellung vereinigt Ideen, Forschung und Dokumentation von bauhaus imaginista. Der Künstler Luca Frei hat eine Struktur – teils Skulptur, teils Ausstellungsarchitektur – als einen Raum entwickelt, in dem sich die Besucher mit den vielen verschiedenen Ebenen des Projekts auseinandersetzen können. Es umfasst kuratorische Forschung, Texte und Bilder zu den vier Kapiteln sowie die Dokumentation des internationalen Programms von bauhaus imaginista aus dem Jahr 2018.
 
Zentral für die Installation ist ein Computerterminal, an dem die Besucher das Online-Magazin von bauhaus imaginista durchsuchen und Bild- und Textmaterial ausdrucken können, um sie in den bereitgestellten Mappen zusammenzutragen.
 
Ein gesondertes Filmprogramm zeigt eigens produzierte Arbeiten der zeitgenössischen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen Zvi Efrat, Kader Attia, der Otolith Group und Wendelien van Oldenburgh zu Themen und Geschichten des Bauhauses.

Vor 100 Jahren, im Sommer 1919, begann mit der Gründung des Bauhauses in Weimar die Geschichte der wohl berühmtesten deutschen Kunsthochschule. Im Bauhaus wurden die traditionell getrennten Bereiche der bildenden Künste, der angewandten Künste (Kunsthandwerk) und der darstellenden Künste (Theater, Tanz) konzeptuell verbunden und in spartenübergreifenden Werkstätten unterrichtet und praktisch ausgeübt. Die Schule hatte sich die Aufhebung der künstlerischen Spezialisierung auf die Fahnen geschrieben, die durch interdisziplinäres Arbeiten überwunden werden sollte. Der Blick über die Grenzen der einzelnen Disziplinen und Einzelmedien hinaus sollte inspirieren, neue Methoden und eine andere Art von Kunstwerken oder Produkten ermöglichen durch die Überlagerung und Berücksichtigung mehrerer Künste.

Insbesondere die medial erfahrenen Direktoren Walter Gropius und Mies van der Rohe machten aus dem Bauhaus einen Markennamen, auch dank der markanten Eigenschaften der Bauhaus-Produkte. Ebenso führte die Schließung der Schule durch die Nationalsozialisten, die Emigration zahlreicher Lehrkräfte und geschickte Eigenwerbung dazu, dass sie zu einer der einflussreichsten Bildungsstätten im Bereich Architektur, Malerei und Design geworden ist. Die neuere Forschung hat allerdings gezeigt, dass das „Staatliche Bauhaus“ Teil umfassenderer Reformbewegungen der 1920er Jahre ist und andere deutsche Kunsthochschulen ähnliche Bestrebungen der Moderne verfolgten. Jenseits des Mythos des Bauhauses ist dort aber ein reiches Reservoir künstlerischer Anregungen entstanden, die bis heute keineswegs alle ausgeschöpft sind. Zugleich dokumentiert sich dort ein Stück deutscher Geschichte.
 
2019 feiert das Bauhaus sein hundertjähriges Jubiläum. Die drei Bauhaus-Städte Weimar, Dessau und Berlin feiern das Jubiläum mit einem ganzjährigen Programm mit Ausstellungen, Vorträgen, Diskussionen, Performances und Werkstätten. Weltweit beteiligen sich auch die Goethe-Institute daran und organisieren vor Ort zahlreiche Programme - nicht nur, um das Bauhaus dem lokalen Publikum bekannt zu machen, sondern auch, um die Einflüsse und die Verbindungen dieser Schule mit anderen Ländern und Traditionen zu untersuchen. 
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