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19:00 Uhr
„Paare“
Filmreihe|Dienstage des deutschen Films in Puerto Montt
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Casa del Arte Diego Rivera, Puerto Montt
- Sprache Deutsch mit spanischen Untertiteln
- Preis freier Eintritt
Das Leben als Paar ist vielleicht der wichtigste Rohstoff der Literatur, des Films und vieler anderer Künste. In diesem Zyklus erkunden wir vier Beispiele von Paarbeziehungen und die Wege, die sie angesichts der Krisen des Lebens einschlagen – sei es aufgrund äußerer Umstände oder ihrer eigenen Existenz. All dies sind preisgekrönte Filme, die zudem durch ihre schauspielerischen Leistungen hervorstechen, voller Nuancen und Menschlichkeit.
07.04. Das schönste Paar (2018) Sven Taddicken
14.04. Grüße aus Fukushima (2015-2016) Doris Dörrie
21.04. Es gilt das gesprochene Wort (2019) İlker Çatak
28.04. Oray (2017-2019) Mehmet Akif Büyükatalay
DAS SCHÖNSTE PAAR
Farbe, 93 Min.
2018, Sven Taddicken
Der Traumurlaub auf einer Mittelmeerinsel wird für das junge Paar Liv und Malte zum Horrortrip: Von drei Jugendlichen werden sie in ihrem Ferienhaus überfallen und Liv brutal vergewaltigt. Wieder zuhause in Deutschland finden die beiden Lehrer langsam wieder in den Alltag zurück – bis Malte einen der Täter wiedererkennt und auf Rache sinnt. Das fragile Gleichgewicht der Beziehung droht erneut zu zerbrechen. „Großartig gespielt und feinfühlig, niemals reißerisch inszeniert konfrontiert uns der ungeheuer intensive Film mit der Frage, ob sich nach einem so einschneidenden Geschehen Gerechtigkeit und innerer Frieden erlangen lassen. Das schönste Paar ist eine ehrliche und auch hoffnungsvolle Liebesgeschichte – über die Schmerzen und die Scham der Opfer und den möglichen Neuanfang nach einer schrecklichen Tat, die mit einem Schlag alles verändert hat.“ (Knut Elstermann, MDR Kultur)
GRÜSSE AUS FUKUSHIMA
s/w, 104 Min.
2015-2016, Doris Dörrie
Noch am Tag der Hochzeit trennen sich Marie und ihr Mann. Nun will die junge Frau möglichst weit weg vom Ort ihres Unglücks und reist für die Organisation „Clowns4Help“ nach Japan, um den Überlebenden der Katastrophe von Fukushima zu helfen. Marie muss schnell feststellen, dass sie diese Aufgabe kaum erfüllen kann. Doch aufgeben will sie nicht. Sie begleitet die alternde Geisha Satomi zu ihrem zerstörten Haus in der seit 2011 radioaktiv verseuchten Sperrzone. Zwischen den beiden ungleichen Frauen entsteht langsam eine überraschende Freundschaft, von der beide profitieren.
ES GILT DAS GESPROCHENE WORT
Farbe, 122 Min.
2019, İlker Çatak
Die großen Flugzeuge, die sie als Pilotin steuert, hat Marion ebenso im Griff wie ihre Privatleben; zumindest scheint es so, bis bei ihr Krebs diagnostiziert wird. Ohne ihren Lebensgefährten Raphael davon zu unterrichten, reist die ansonsten so rationale Frau an die türkische Küste, wo sie den deutlich jüngeren Gigolo Baran kennenlernt. Als der sie darum bittet, mit ihm eine Scheinehe einzugehen, die ihm ermöglichen soll, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen, willigt sie kurzerhand ein. „Es gilt das gesprochene Wort“, heißt es bei der eher unemotionalvollzogenen Trauung, nicht einmal eine Unterschrift oder Trauzeugen sind nötig; und was als eine Art Handel beginnt, entwickelt sich im deutschen Alltag bald zu einer emotionsgeladenen Geschichte um Liebe, Identität und Integration, an der Schnittstelle zwischen zwei Kulturen. Mit komplex gezeichneten Figuren, für die ihm ein außerordentlich gut harmonisierendes Ensemble zur Verfügung stand, entwickelt Regisseur İlker Çatak ein Sozial- wie Liebesdrama, das nebenbei wichtige Fragen zu Migrationspolitik und Geschlechterrollen aufwirft.
ORAY
Farbe, 100 Min.
2017-2019, Mehmet Akif Büyükatalay
Oray und Burcu sind jung und eigentlich glücklich verheiratet; aber manchmal gibt es eben Streit. Im Zorn brüllt Oray seiner Frau die islamische Scheidungsformel talaqauf die Mailbox, der örtliche Imam verordnet eine dreimonatige Ehepause. Oray zieht zu Freunden nach Köln und fasst bald Fuß in einer neuen Moschee, in der er sich gut aufgehoben fühlt, dessen Imam allerdings die Scheidungsformel strenger auslegt, als tatsächliche Scheidung. Damit hat Oray, der seine Frau noch immer abgöttisch liebt (und sie ihn auch), ein Problem, das ihn innerlich zu zerreißen droht. Denn seine neuen Freunde will er ebenso wenig enttäuschen wie er gegen die Regeln seines Glaubens verstoßen will. Der Film erzählt beinahe dokumentarisch davon, wie ein junger Mann, der kein Fanatiker ist, sondern sich einfach darum bemüht, ein gottgefälliges Leben zu führen, mit seinem Glauben und seinen Taten kämpft: Er zeigt, wie ein Einzelner sich an der Komplexität einer Religion abarbeitet und seine Erfüllung sucht zwischen dem Glauben an die Liebe und der Liebe zum Glauben.
Programm
07.04. Das schönste Paar (2018) Sven Taddicken
14.04. Grüße aus Fukushima (2015-2016) Doris Dörrie
21.04. Es gilt das gesprochene Wort (2019) İlker Çatak
28.04. Oray (2017-2019) Mehmet Akif Büyükatalay
Inhaltsangaben der Filme
DAS SCHÖNSTE PAAR
Farbe, 93 Min.
2018, Sven Taddicken
Der Traumurlaub auf einer Mittelmeerinsel wird für das junge Paar Liv und Malte zum Horrortrip: Von drei Jugendlichen werden sie in ihrem Ferienhaus überfallen und Liv brutal vergewaltigt. Wieder zuhause in Deutschland finden die beiden Lehrer langsam wieder in den Alltag zurück – bis Malte einen der Täter wiedererkennt und auf Rache sinnt. Das fragile Gleichgewicht der Beziehung droht erneut zu zerbrechen. „Großartig gespielt und feinfühlig, niemals reißerisch inszeniert konfrontiert uns der ungeheuer intensive Film mit der Frage, ob sich nach einem so einschneidenden Geschehen Gerechtigkeit und innerer Frieden erlangen lassen. Das schönste Paar ist eine ehrliche und auch hoffnungsvolle Liebesgeschichte – über die Schmerzen und die Scham der Opfer und den möglichen Neuanfang nach einer schrecklichen Tat, die mit einem Schlag alles verändert hat.“ (Knut Elstermann, MDR Kultur)
GRÜSSE AUS FUKUSHIMA
s/w, 104 Min.
2015-2016, Doris Dörrie
Noch am Tag der Hochzeit trennen sich Marie und ihr Mann. Nun will die junge Frau möglichst weit weg vom Ort ihres Unglücks und reist für die Organisation „Clowns4Help“ nach Japan, um den Überlebenden der Katastrophe von Fukushima zu helfen. Marie muss schnell feststellen, dass sie diese Aufgabe kaum erfüllen kann. Doch aufgeben will sie nicht. Sie begleitet die alternde Geisha Satomi zu ihrem zerstörten Haus in der seit 2011 radioaktiv verseuchten Sperrzone. Zwischen den beiden ungleichen Frauen entsteht langsam eine überraschende Freundschaft, von der beide profitieren.
ES GILT DAS GESPROCHENE WORT
Farbe, 122 Min.
2019, İlker Çatak
Die großen Flugzeuge, die sie als Pilotin steuert, hat Marion ebenso im Griff wie ihre Privatleben; zumindest scheint es so, bis bei ihr Krebs diagnostiziert wird. Ohne ihren Lebensgefährten Raphael davon zu unterrichten, reist die ansonsten so rationale Frau an die türkische Küste, wo sie den deutlich jüngeren Gigolo Baran kennenlernt. Als der sie darum bittet, mit ihm eine Scheinehe einzugehen, die ihm ermöglichen soll, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen, willigt sie kurzerhand ein. „Es gilt das gesprochene Wort“, heißt es bei der eher unemotionalvollzogenen Trauung, nicht einmal eine Unterschrift oder Trauzeugen sind nötig; und was als eine Art Handel beginnt, entwickelt sich im deutschen Alltag bald zu einer emotionsgeladenen Geschichte um Liebe, Identität und Integration, an der Schnittstelle zwischen zwei Kulturen. Mit komplex gezeichneten Figuren, für die ihm ein außerordentlich gut harmonisierendes Ensemble zur Verfügung stand, entwickelt Regisseur İlker Çatak ein Sozial- wie Liebesdrama, das nebenbei wichtige Fragen zu Migrationspolitik und Geschlechterrollen aufwirft.
ORAY
Farbe, 100 Min.
2017-2019, Mehmet Akif Büyükatalay
Oray und Burcu sind jung und eigentlich glücklich verheiratet; aber manchmal gibt es eben Streit. Im Zorn brüllt Oray seiner Frau die islamische Scheidungsformel talaqauf die Mailbox, der örtliche Imam verordnet eine dreimonatige Ehepause. Oray zieht zu Freunden nach Köln und fasst bald Fuß in einer neuen Moschee, in der er sich gut aufgehoben fühlt, dessen Imam allerdings die Scheidungsformel strenger auslegt, als tatsächliche Scheidung. Damit hat Oray, der seine Frau noch immer abgöttisch liebt (und sie ihn auch), ein Problem, das ihn innerlich zu zerreißen droht. Denn seine neuen Freunde will er ebenso wenig enttäuschen wie er gegen die Regeln seines Glaubens verstoßen will. Der Film erzählt beinahe dokumentarisch davon, wie ein junger Mann, der kein Fanatiker ist, sondern sich einfach darum bemüht, ein gottgefälliges Leben zu führen, mit seinem Glauben und seinen Taten kämpft: Er zeigt, wie ein Einzelner sich an der Komplexität einer Religion abarbeitet und seine Erfüllung sucht zwischen dem Glauben an die Liebe und der Liebe zum Glauben.
Ort
Casa del Arte Diego Rivera
Quillota 116, esquina Antonio Varas
Puerto Montt
Chile
Quillota 116, esquina Antonio Varas
Puerto Montt
Chile
Ort
Casa del Arte Diego Rivera
Quillota 116, esquina Antonio Varas
Puerto Montt
Chile
Quillota 116, esquina Antonio Varas
Puerto Montt
Chile