Ausstellung „LOS MUROS DE CHILE“ von Louis von Adelsheim

Los Muros de Chile © Los Muros de Chile 2018

Fr, 06.04.2018 -
So, 24.06.2018

Museo de Arte Contemporáneo (MAC), Quinta Normal

Av. Matucana 464, Santiago Centro

Eine Reflexion über das aktuelle Strafsystem

Die Ausstellung “Los Muros de Chile” des deutschen Künstlers Louis von Adelsheim ist eine Reise durch die visuellen Künste und den poetischen Blick, die uns bis ins Zentrum der Gefangenschaft führt. Die filmische Arbeit von drei Jahren, zusammen mit Andrea Brandes (Poetin) im Inneren des Gefängnisses von Valparaíso aufgenommen, bildet die Basis des Materials, welches das Museo de Arte Contemporáneo (MAC) Quinta Normal in ein virtuelles Gefängnis verwandelt. Die Zuschauer/-innen treten ein in große bewegte Bilder, platziert in jedem der Räume des Museums, wo sie dem, was sich dort ereignet, zuschauen und entdecken, was die Szenen dieses ungreifbaren Kosmos in ihnen hervorrufen. Es ist die innere Welt des Gefängnisses mit seiner Alltäglichkeit, seinen Symbolen und Ritualen, und gleichzeitig die intime Welt der Gefangenen mit ihren unbewussten Ängsten, ihren Träumen und Hoffnungen, die sich in den die Wände und Decke des Museums einnehmenden Bildern widerspiegeln.
 
Um die zwei Seiten des immer negativen und schmerzhaften Phänomens zu unterstreichen, lassen berührende Aussagen von Opfern von Gewaltverbrechen die Dringlichkeit, Kriminalität als Schlüsselthema für den sozialen Frieden anzugehen, erkennen.
Mittels einer künstlerischen Arbeit, die die visuellen Aufnahmen in symbolische Sprache umwandelt und sich somit von der journalistischen Sprache der Reportage unterscheidet, sucht die Ausstellung die emotionale Verbindung zum/zur Zuschauer/-in, mit einer Realität, die versteckt oder lieber ignoriert bleibt.
 
Um sich sowohl in die Ursachen, die den Straftaten vorangehen, als auch in die Form, die die Haft annimmt und in die spätere harte und ungewisse Etappe der Wiedereingliederung eines/einer ehemalig Verurteilten zu vertiefen, finden in denselben Räumlichkeiten des Museums und parallel zur Ausstellung Gesprächsrunden statt, zu denen Personen aus verschiedensten Bereichen eingeladen sind. Angestrebt wird damit das Nachdenken über konkrete Fragen und das Hervorbringen von Vorschlägen, die idealerweise in zukünftigen öffentlich-politischen Bestrebungen münden.

Als weiterer Bestandteil der Ausstellung werden zudem Vorträge und Filmprojektionen stattfinden, die zur vertieften Diskussion und zur Suche nach Möglichkeiten der Einflussnahme auf die öffentliche Politik anregen sollen.

Diese Ausstellung wird von dem Museo de Arte Contemporáneo, der Cámara Chilena de la Construcción, der Initiative 3xi und der Fundación Paz Ciudadana präsentiert.

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