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19:30–21:30 Uhr
Woyzeck Maschine
Szenische Lesung|Szenische Lesung
-
Goethe-Institut Peking 798 Art District
- Sprache Chinesisch
- Preis Eintritt frei
In Zusammenarbeit mit dem Beijing Fringe Festival 2023 präsentiert das Goethe-Institut China am 8. und 9. November die Szenische Lesung „Woyzeck Maschine“. Die chinesische Nachwuchsregisseurin Chen Laoju hat dafür Georg Büchners „Woyzeck“ für die Bühne adaptiert.
Der „Woyzeck“, Georg Büchners Dramenfragment aus dem 19. Jahrhundert, erzählt von der Unterdrückung und Entfremdung, der ein Einzelner in der damaligen Gesellschaft ausgesetzt war. Der Umstand, dass das Drama unvollendet blieb und die Szenenfolge nie eindeutig festgelegt wurde, trägt zur Einzigartigkeit des Werks bei. Um diese Besonderheit direkt erfahrbar zu machen, bedient sich das Theaterstück „Woyzeck-Maschine“ des Konzepts der Datenbanksuche. Zeitgleich mit der Aufführung können die Zuschauer mit einer multimedialen Datenbank interagieren und haben Zugriff auf fast alle Informationen über Woyzeck. Über die Eingabe von Schlüsselwörtern lassen sich Suchanfragen stellen und entsprechende Datensätze abrufen, um so den persönlichen Wissensstand über das Geschehen zu aktualisieren. So kann das Publikum tief in eine interaktive Datenwelt eintauchen, Woyzecks Geschichte selbst erkunden und schließlich neu kreieren.
Diese spezielle Form des Theaters leitet sich aus dem Konzept des „Ergodic Theatre“ ab, das wiederum direkt auf die Idee der „Ergodischen Literatur“ zurückgeht, wie sie von dem norwegischen Informatiker Espen J. Aarseth 1997 in seinem Buch „Cybertext: Perspectives on Ergodic Literature“ vorgestellt wurde. Die Ergodische Literatur betont die Offenheit von Texten und narrativen Strukturen. Übertragen auf den Theaterkontext liegt der Kern dieser dramaturgischen Form darin, dass sich ein Teil des Inhalts über die „Manipulationen" des Publikums ausdrückt. Hier ist das Publikum nicht mehr passiver Rezipient, sondern Mitgestalter der Erzählung. Auf diese Weise leiten sich die ästhetischen Elemente des Theaters nicht nur aus der Textvorlage oder den auf der Bühne dargestellten Inhalten ab, sondern gestalten sich aus der dreifachen Interaktion zwischen den Usern (Publikum), dem Ursprungstext (Daten) und dem Präsentationsmedium (wie etwa Video, Grafik).
„Woyzeck-Maschine“ wird als szenische Lesung im Rahmen des Beijing Fringe Festivals 2023 in der Reihe „Theater in Reading: Reconstructing Classics“ aufgeführt. Ziel dieser Reihe ist es, Kunstschaffende aus verschiedenen Bereichen dazu einzuladen, klassische Texte kreativ zu adaptieren und neue Wege der szenischen Lesung auszuloten.
Die Gäste
Chen Laoju hat ein Studium der Physik und Kerntechnik absolviert und am Sarah Lawrence College in New York einen Master of Fine Arts in Theater erworben. Derzeit promoviert sie in chinesischer Theaterwissenschaft und künstlicher Intelligenz an der Central Academy of Drama in Peking. Ihr Forschungsschwerpunkt gilt der KI-gestützten Texterstellung und Bilderzeugung. Sie arbeitet bevorzugt mit Science-Fiction und Fantasy, und experimentiert mit neuartigen und ungewöhnlichen Theaterformen.
Ma Wenqi hat im Bereich „Theater und Film“ promoviert und ist Professor und Direktor im Department of Drama and Literature der Central Academy of Drama in Peking. Er ist Mitglied der China Literature and Art Critics Association und Vizepräsident der Zweigstelle China der International Association of Theatre Critics (IATC). Ma lehrt und forscht über Theatergeschichte und -theorie.
Übersetzung aus dem Chinesischen: Julia Buddeberg
Ort
Goethe-Institut Peking 798 Art District
798 Art District
No. 2 Jiuxianqiao Road Chaoyang District
Beijing 100015
China
798 Art District
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Goethe-Institut Peking 798 Art District
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