Archipelago
Über das Projekt
Archipelago verwandelt ein Smartphone in ein leicht zugängliches archäologisches Gerät, das unabhängig von lokalen politischen Beschränkungen eine Vielzahl von Archivstimmen zusammenbringt. Historische audiovisuelle Dokumente, die mit GPS-Daten versehen sind, werden über eine Augmented-Reality-App (AR) verfügbar sein. Vielfältige Archivbestände können an Orten, mit denen sie verknüpft sind, topografisch und interaktiv zugänglich gemacht werden und niedrigschwellig erlebbar sein. Das digitale Kunst- und Forschungsprojekt verbindet verschiedene Archivinitiativen, die die Technologie der AR als praktische, partizipative Archivierungspraktiken im postjugoslawischen Raum erforschen. Es wird einen sorgfältig kuratierten, multiperspektivischen Blick auf die jüngste Geschichte der Region bieten, der die Interaktion des Publikums über eine mobile AR-App, ein Website-Archiv sowie begleitende öffentliche Veranstaltungen wie Ausstellungen, Workshops und Filmvorführungen in Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo* und Kroatien sowie international fördert.
Ziel
Archipelago soll eine Plattform für Gedenkdialoge sein, über die lokale Initiativen das GPS-verknüpfte Archivmaterial im öffentlichen Raum präsentieren und die Nutzer*innen damit mobil interagieren können. Im Fokus stehen gegenseitiges Zuhören und aktive Auseinandersetzung mit multiperspektivischem Erinnern.Mit Archipelago entsteht ein bisher nicht existentes transnationales Netzwerk für (künstlerisch) archivarische Praxis und den interkulturellen/interreligiösen Dialog in Ex-Jugoslawien. Angesichts schwelender ethnischer Konflikte leistet Archipelago einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung eines differenzierten Geschichtsbildes.
Ablauf
Das Projekt Archipelago umfasst die Entwicklung sowie Programmierung der Plattform mit Lokalinitiativen, gefolgt vom Launch mit Veranstaltungen unter Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit und ausgewählter Zielgruppen nach dem folgenden Programm:2023: Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo* und Kroatien
2024: Nordmazedonien, Montenegro, Slowenien und in Bosnien und Herzegowina weitere Orte (Prijedor, Mostar) sowie multiplikatorische Aktivitäten (Universitäten, Schulen, weitere Bildungseinrichtungen).
„The Un-War Space Installation“ wurde in Juni 2023 bei der Konferenz „Archival Assembly #2“ in Berlin ausgestellt. Bisher wurden die Apps und Archivplattformen in Sarajevo und Prizren ins Leben gerufen.
Zeitraum
Laufend: 2023-2024Projektleitung:
Simone Voigt, Goethe-Institut Bosnien und Herzegowina
Projektassistenz:
Ajla Eljšani-Arnautlija, Goethe-Institut Bosnien und Herzegowina
Künstlerische Leitung:
Armina Pilav (Un-War Space Lab), Brač/Kroatien
Clarissa Thieme (Između Nas / Between Us, Initiative für ein offenes Archiv), Berlin/Deutschland und Sarajevo/Bosnien und Herzegowina
Kosovo*: Autonome Provinz Kosovo und Metochien / Status folgend der Resolution UN 1244.
Künstlerinnen
Partner
Archivierungs- und Forschungspartner*innen:
CZKD – Zentrum für kulturelle Dekontaminierung, Dokufest Prizren, Bibliothek Hamdija Kreševljaković, Un-War Space Lab.
Andere Partner: Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V., Augmented Archive, Österreichisches Kulturforum, Delegation der Europäischen Union in Bosnien und Herzegowina, Friedrich-Ebert-Stiftung, Dialog Südosteuropa, Historisches Museum Bosnien und Herzegowina, Institut Francais Sarajevo, Izmedju Nas / Zwischen uns, offenes Archivprojekt.
Förderer: EUNIC European Spaces of Cultures Program 2023, Goethe-Institut Exzellenzinitiative des Vorstandes 2023/24.
Die Entwicklungsforschung von Clarissa Thieme wurde von der Stiftung Kunstfonds Bonn im Rahmen von NEUSTART KULTUR des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.