Nina Todorović: Ausstrahlung durch Dekonstruktion

Schaufensterausstellung|Galerie „Wechselstube“

  • Goethe-Institut Belgrad, Bibliothek, Beograd

Ausstrahlung durch Dekonstruktion 1200x1200 © Nina Todorović

Ausstrahlung durch Dekonstruktion 2300x1000 © Nina Todorović

Das Goethe-Institut in Belgrad präsentiert in seiner Galerie Wechselstube eine Ausstellung von Nina Todorović, einer Künstlerin, die sich durch zeitgenössische visuelle Medien mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur, der Illusion des Fortschritts und der Erfahrung einer Gesellschaft im ständigen Wandel auseinandersetzt. Ausgestellt wird eine neue Werkserie mit dem Titel Ausstrahlung durch Dekonstruktion, in der die monumentalen Betonmauern der Grdelica-Schlucht zum Symbol der im maroden Infrastruktur und einer gespenstischen Landschaft werden und Raum für ökologische, soziologische und psychologische Interpretationen schaffen.
„Die noch nicht ganz abgeschlossene Werkserie Ausstrahlung durch Dekonstruktion thematisiert anhand des Motivs der Stützmauern der Grdelica-Schlucht allgemeine Fragen einer einstürzenden Infrastruktur, einer zugrunde gehenden Natur, die jedoch nicht zulässt, dass die sich wiederholenden brutalistischen Formen in ihrem ursprünglichen Zustand verbleiben, sondern nach und nach zu einem sich ununterbrochen transformierenden Beton-Patchwork werden, während sich die umliegende Landschaft unaufhaltsam bewegt und dekonstruiert. Diese soll an all die falschen Versprechungen des derzeitigen herrschenden Systems gemahnen, an ein neues Zeitalter und den in die falsche Richtung verlaufenden Wiederaufbau. Dieser „Fortschritt“ strahlt hinter dem in Beton gehüllten Hügel hervor, der jeglicher Zügelung und Zähmung widerstrebt. Die Arbeiten zeigen gespenstische, vom Bösen verwüstete Landschaften, in einem sich wiederholenden Glitch, was auch in den Videoarbeiten betont wird, in denen schichtweise nur Mauern gezeigt und Spuren der Natur systematisch ausgelöscht werden, während das Motiv des Purgatoriums auch in den Collagen auftaucht, die den seit Langem bestehenden persönlichen Eindruck der Künstlerin widerspiegeln, dass wir als Gesellschaft schon lange durchs Fegefeuer laufen, ohne die Hoffnung, jemals zu entkommen. Diese Werkserie ist eine Fortsetzung des Zyklus Tagebuch der Diskontinuität.“
 
Nina Todorović
2025/26

Über die Künstlerin

Nina Todorović

Nina Todorović wurde 1973 in Belgrad geboren. Das Studium der Malerei schloss sie 1999 an der Fakultät für Bildende Künste in der Klasse von Professor Čedomir Vasić ab. Seit 2000 ist sie Mitglied des Verbands bildender Künstler Serbiens (ULUS) und seither als freischaffende Künstlerin tätig. 2002 beendete sie ihr Masterstudium bei demselben Mentor und erlangte 2014 unter der Leitung von Prof. Dr. Mileta Prodanović ihren Doktortitel. Seit 1995 stellt sie aktiv aus und hat bis heute 50 Einzel- und über 250 Gruppenausstellungen bestritten. Darüber hinaus nahm sie an zahlreichen Künstlerkolonien, Workshops und Webprojekten im In- und Ausland teil. Sie ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Auszeichnungen. Ihre Werke sind in Museen im In- und Ausland sowie in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Seit 2018 ist sie als Jurymitglied der vom Kulturzentrum Leskovac organisierten Vlasina-Künstlerkolonie. Im Jahr 2021 war sie Jury-Vorsitende des internationalen Fotowettbewerbs in Matera, Italien (Matera Concorso fotografico) und 2024 war sie Kuratorin und Auswahljurorin der UAD-Ausstellung (Kunst, Architektur, Design), die jährlich in der Galerie für zeitgenössische Kunst in Pančevo stattfindet.