|

17:30–19:00 Uhr

Julia Schoch: Das Liebespaar des Jahrhunderts

Autorinnengespräch|Die vielbeachtete Autorin zu Gast beim Golden Days Festival

  • LiteraturHaus, Kopenhagen

  • Sprache Deutsch mit dänischen Zusammenfassungen
  • Preis Kostenlos, Anmeldung erforderlich

Das Gemälde Dans le Lit, le Baiser von Henri de Toulouse-Lautrec aus dem Jahr 1892 zeigt eine Frau und einen Mann in einem Bett, die sich küssen und umarmen. © Public Domain

Das Gemälde Dans le Lit, le Baiser von Henri de Toulouse-Lautrec aus dem Jahr 1892 zeigt eine Frau und einen Mann in einem Bett, die sich küssen und umarmen. Public Domain

In ihrem eindringlichen Roman Das Liebespaar des Jahrhunderts schildert Julia Schoch mit großer sprachlicher Präzision und psychologischer Tiefe die feinen, oft kaum wahrnehmbaren Dynamiken zwischen Menschen, die lieben, sich nach Nähe sehnen und zugleich mit der Fragilität ihrer Beziehung ringen. Es ist ein Buch, das weit über eine klassische Liebesgeschichte hinausgeht – eine kluge Reflexion darüber, wie Liebe uns als Individuen prägt und in gesellschaftliche Zusammenhänge eingebettet ist.

Ausgehend von diesem Roman wird die Germanistin Anna Lena Sandberg im Gespräch mit Julia Schoch die komplexen und oft widersprüchlichen Gefühle erkunden, die die Liebe im 21. Jahrhundert prägen. Die Veranstaltung ist Teil des Golden Days Festivals, das sich in diesem Jahr mit Liebe in all ihren Facetten auseinandersetzt. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, mit zusammenfassenden Übersetzungen ins Dänische. Einlass ist ab 17 Uhr, das Gespräch beginnt um 17:30 Uhr. Die Tickets sind kostenlos, eine Platzreservierung ist jedoch erforderlich: 
 
Der Roman erschien im April dieses Jahres in Ann-Claire Olsens dänischer Übersetzung im Verlag Klara W.. Er bildet den zweiten Teil einer autobiografisch inspirierten Trilogie mit dem übergreifenden Titel Biographie einer Frau, in der Schoch zentrale Fragen des Lebens – Identität, Erinnerung, Beziehung – in den Mittelpunkt stellt.
 
„Eine atemraubend erkenntnisreiche Langzeitbeobachtung über die Veränderungen in einer Paarbeziehung – und gleichzeitig eine beglückend zu lesende ‚Éducation sentimentale‘.“

Denis Scheck, ARD Druckfrisch (27.02.2023)

Julia Schoch, geboren 1974 in Bad Saarow, wuchs in Mecklenburg und später in Potsdam auf. Sie studierte Germanistik und Romanistik in Potsdam, Montpellier und Bukarest und lehrte zunächst französische Literatur, bevor sie sich 2003 als Autorin und Übersetzerin selbstständig machte. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit hat sie zahlreiche Werke aus dem Französischen ins Deutsche übertragen, darunter Texte von Fred Vargas, Georges Hyvernaud und Antoine de Saint-Exupéry. Für ihr literarisches Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schubart-Literaturpreis und dem Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Schoch gilt als eine der wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Anna Lena Sandberg ist Associate Professor für deutsche Literatur an der Universität Kopenhagen. Zu ihren Forschungsgebieten gehören u.a. die deutsche Literatur- und Kulturgeschichte von der Romantik bis zur Gegenwart, Erinnerungsliteratur, Literatur und Feminismus sowie Literatur und ökologische Fragen.

Das Golden Days Festival ist ein jährlich stattfindendes kulturhistorisches Festival in Kopenhagen, das sich durch seine interdisziplinäre Herangehensweise und gesellschaftlichen Tiefgang auszeichnet. Vom 5. bis 21. September 2025 lädt es erneut dazu ein, zentrale Themen der Menschheitsgeschichte aus neuen Perspektiven zu beleuchten – stets im Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Wissenschaft und Kunst. Das Motto lautet in diesem Jahr Liebe – in all ihren Erscheinungsformen und Widersprüchen. Über 100 Partnerinstitutionen – darunter Museen, Bibliotheken, Universitäten und kulturelle Einrichtungen – gestalten ein vielschichtiges Programm, das sich der Liebe als kulturellem, philosophischem und sozialen Phänomen widmet.

Das Spektrum reicht von Shakespeares Sonetten bis zu Beyoncés Balladen, von Kierkegaards Liebesbegriffen bis zu den Algorithmen moderner Dating-Apps. Thematisiert werden sowohl intime Erfahrungen wie Freundschaft und Liebeskummer als auch künstlerische und intellektuelle Reflexionen über das Wesen der Liebe – sinnlich, kritisch und historisch fundiert.

Das gesamte Programm finden Sie hier.