Residency at Tallinn Art Hall
The Art of Being Good

. © Kunstihoone

Das Goethe-Institut Estland und die Kunsthalle Tallinn bieten jährlich einen Residenzplatz für in Deutschland lebende professionelle Künstler*innen. Ziel dieses Programms ist es, künstlerische Recherchen und den Diskurs über die Themen ökologisches Bewusstsein, ökologische Nachhaltigkeit und Ethik des Kunstschaffens anzuregen. Die Residenz ist Teil einer Ausstellungsreihe der Kunsthalle, die sich sowohl mit Möglichkeiten des positiven Handelns als auch mit der ökologischen Verantwortung im Angesicht des nahezu sicheren Untergangs befasst. Frühere Ausstellungen in dieser Reihe waren The Art of Being Good im Jahr 2019 und Pine-fulness im Jahr 2021.

Künstler 2022

 © Hamza Mohammed Beg


Ab dem 1. September 2022 wird der Künstler Hamza Beg im Rahmen des Residenzprogramms The Art of Being Good zwei Monate in Tallinn verbringen. Von den fast 70 Bewerbungen, die für den Wettbewerb eingereicht wurden, stach sein Projekt mit seinem spezifischen Fokus auf Tallinn und den weiteren Kontext Estlands hervor. Zudem steht Hamzas wertebasierte immaterielle Praxis, die auf zwischenmenschliche Beziehungen aufbaut, im besonderen Einklang mit den Grundprinzipien dieses Residenzprogramms.

Die Kunstresidenz möchte er für einen Austausch mit der Stadtbevölkerung nutzen und im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des gemeinsamen öffentlichen Raums über Mobilität, Technologie und Identität sprechen. In offenen kollektiven Schreibwerkstätten stellt er ein radikales Fußgängerbewusstsein zur Kritik und Diskussion. Die Workshops untersuchen bestehende Ideologien und sind ein Versuch, über die Vergegenwärtigung des Fußgängerseins ein neues Gefühl der bürgerlichen Intimität zu erzeugen. Darüber hinaus möchte er mit geplanten Audio-Spazierformaten sowohl Geschichte und Mythos, als auch Karten und Territorien der Stadt untersuchen.

Der Künstler und Schriftsteller Hamza Mohammed Beg beschäftigt sich in seinen Arbeiten vornehmlich mit der Bedeutung des Ortes, die Besonderheiten des Fußgängers und die Herstellung des öffentlichen Raums. Mittels Audio, Text und Performance erforscht er Phänomene der Kollektivität, der Ideologie und die Politik des Alltäglichen.

Hamza Beg lebt derzeit in Berlin. Seine Arbeiten wurden in Galerien und Museen, in Bars und Cafés gezeigt und aufgeführt. Er sprach an Universitäten und auf Konferenzen, bei Buchvorstellungen und Partys. Die jeweilige Art der Bühne spielt für ihn eine untergeordnete Rolle. Er ist für alle Plattformen gleichermaßen offen.

Jury 2022

Siim Preiman – Kurator der Kunsthalle Tallinn
Eva Schmitt – stellvertretende Leiterin des Bereichs Bildende Kunst am Goethe-Institut
Sandra Kosorotova – Künstlerin
Tanel Rander – Autor, Künstler und Kurator
Franziska Nori – Direktorin des Frankfurter Kunstvereins


Die Kunsthalle Tallinn (Tallinna Kunstihoone) ist eine 1934 gegründete Institution für zeitgenössische Kunst mit drei Ausstellungsräumen im Zentrum von Tallinn: Kunsthalle Tallinn, Art Hall Gallery und City Gallery. Die Kunsthalle adressiert mit herausragenden Programmen dringende Fragen der zeitgenössischen Kunst und Gesellschaft und unterstützt Künstler*innen bei der Erstellung neuer Ausstellungen und Werke. Sie ist Teil der größeren internationalen zeitgenössischen Kunstszene und regt einen aktiven Gedankenaustausch zwischen lokaler/internationaler Fachwelt und Publikum an. Darüber hinaus organisiert die Kunsthalle Tallinn ebenso Ausstellungen im Ausland. Bei der Zusammenstellung des Programms legt sie Wert auf zeitgemäße, internationale, sorgfältig kuratierte Inhalte, die verschiedene Generationen mit einbeziehen.


Gisèle Gonon © Aleks Slota
Im Spätsommer verbrachte die Künstlerin Gisèle Gonon einen zweimonatigen Aufenthalt in der Kunsthalle Tallinn. Gisèle wurde aus über 100 Bewerbern ausgewählt. In Estland setzte sie ihre Forschungen zur Landwirtschaft fort, wobei sie sich besonders auf Fragen im Zusammenhang mit Ackerland und dessen Ausbeutung konzentriert.

Gisèle interessiert sich für Formen von Gegenmacht und Widerstand, die sich in „Prozessen von Wiederaneignung“ u.a. in Bereichen wie Arbeit und Landwirtschaft finden lassen. In ihrer multidisziplinären Arbeitsweise – beeinflusst von einer Ästhetik des Do-it-Yourself des ländlichen und bäuerlichen Umfelds, aus dem sie stammt – versucht sie zu verstehen, wie kapitalistische Systeme Individuen und Ländereien, in die investiert wird, beeinflussen. Ihre Arbeiten wurden europaweit in diversen Museen, Galerien und Kunstwochen ausgestellt: Bundeskunsthalle (Bonn, 2020), gr_und (Berlin, 2020), Leipziger Baumwollspinnerei (2019), Art Contemporary Weekend (Bordeaux, 2019), Reinbeckhallen (Berlin, 2018). Zudem nahm sie an verschiedenen Kunstresidenzen teil: NAC (Nida, Lituanien, 2020), Factatory (Galerie Tator, Lyon, 2021).

Gisèle Gonon lebt derzeit in Berlin. Sie schloss 2005 ihren Master in Fine Art an der École des Beaux-Arts in Saint-Étienne (ESADSE) ab und nahm 2018 am Berliner Stipendienprogramm Goldrausch teil.

Gisèle Gonon

Jury 2021:

Siim Preiman, Kurator der Kunsthalle Tallinn
Eva Schmitt, stellvertretende Leiterin des Bereichs Bildende Kunst am Goethe-Institut
Laura Toots, Kuratorin am Museum für Zeitgenössische Kunst Estland (EKKM)
Hanna Piksarv, Künstlerin
Christiane Mennicke-Schwarz, Direktorin des Kunsthauses Dresden

Partner

Tallinna Kunstihoone  

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