Franziska Muche

Franziska Muche Übersetzungsresidenz © Lolo Vasco

Datum: April/Mai 2026
Projekt: Übersetzungsresidenz – "Gastarbeiter. Die Nichtgeschichte meines Großvaters" von Paco Gámez

Franziska Muche fungiert in diesem Projekt nicht nur als Übersetzerin des Stücks von Paco Gámez, sondern, gemeinsam mit dem Dramaturgen Martin Valdés-Stauber, auch als Dialogpartnerin des Autors: Welche Rolle spielt die deutsche Sprache und Gesellschaft in diesem Stück? Kann man diese Geschichte in Deutschland auf die gleiche Weise erzählen wie in Spanien

Über die Residenz

"Gastarbeiter: Die Nichtgeschichte meines Großvaters" von Paco Gámez

Das Stück von Paco Gámez thematsiert Abwesenheit, Migration und die feinen Grenzen zwischen Erinnerung und Fiktion. Paco Gámez’ Großvater lebte 30 Jahre lang in Deutschland. Seine Familie blieb in Spanien, während er zwischen Grenzen, Sprachen und Identitäten hin und her pendelte. Wie genau lebte er in Deutschland? Kann jemand, der so viele Jahre in einem fremden Land verbracht hat, noch als „Gastarbeiter” bezeichnet werden? Wie deutsch wurde er? Welche Rolle spielte er im deutschen Wirtschaftswunder? Suchte er nach Freiheit, floh er vor etwas oder suchte er einfach nach finanzieller Sicherheit? Lebte er ein Doppelleben? Könnte er ein Spion gewesen sein?

Angesichts dieser unbeantworteten Fragen entwirft das Stück anhand von Dokumentarfragmenten, imaginären Szenen und performativem Storytelling eine mögliche Biografie, die eher auf Wahrscheinlichkeiten als auf Fakten basiert. Ein Enkel sucht nach der Geschichte seines Großvaters, er fragt und hinterfragt. Kann Fiktion einer Tochter den verlorenen Vater zurückgeben? Kann ein Mensch eine Brücke sein zwischen zwei Zeiten, Ländern, Klimazonen? Das Stück untersucht das politische und emotionale Erbe der Migration - die vergessenen Geschichten derer, die sich zwischen den Welten bewegen.

Franziska Muche fungiert in diesem Projekt nicht nur als Übersetzerin, sondern, gemeinsam mit dem Dramaturgen Martin Valdés-Stauber, auch als Dialogpartnerin des Autors. Welche Rolle spielt die deutsche Sprache und Gesellschaft in diesem Stück? Kann man diese Geschichte in Deutschland auf die gleiche Weise erzählen wie in Spanien? Bereits im Dezember 2024 trafen sich Autor und Übersetzerin in Düsseldorf und besuchten dort Orte, an denen Paco Gámez Großvater gelebt hatte.

Im Rahmen der Übersetzungsresidenz in Madrid findet am 29.4.2026 eine Präsentation des Projekts im Goethe-Institut statt.

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