Murat Adash

Eine Person in einem roten Oberteil führt eine performative Bewegung am Boden aus, neigt den Körper und blickt ins Publikum, umgeben von sitzenden Zuschauer:innen in einem schwach beleuchteten Raum. © Neuer Berliner Kunstverein

Datum: März 2026
Projekt: Postnatural Independent Program
Partner: Institute for Postnatural Studies

Der Künstler, Performer und educator Murat Adash wurde für das PIP-Stipendium des Goethe-Instituts Madrid ausgewählt – ein Vollstipendium zur Teilnahme am sechsmonatigen Postnatural Independent Programdes Institute for Postnatural Studies.

 

Über die Residenz

Von Januar bis Juni 2026 bietet das Programm eine experimentelle Plattform für ökologisches Denken und zeitgenössische Kulturproduktion – mit Fokus auf das Konzept der „Postnatur“. Die Teilnehmenden erwartet drei digitale Module mit renommierten internationalen Künstler*innen, Philosoph*innen und Kurator*innen sowie zwei Präsenzlabore in Madrid. Das PIP versteht sich als holistischer Lernraum, der individuelles Mentoring, kollektives Forschen und neue Formen künstlerischen Handelns zusammenbringt.

Über den Künstler

Murat Adash

Künstler, Forscher und Performer

Murat Adash ist ein Künstler, Forscher und Pädagoge, der in den Bereichen Performance, bewegtes Bild, Klang, Installation und schreibende Praktiken arbeitet. Seine Praxis entfaltet sich durch verkörperte und wahrnehmungsbezogene Forschung und versteht Choreografie als ein erweitertes Feld, das über Körper, Bilder, Räume und Aufmerksamkeitszustände hinweg operiert.

Im Zentrum der Arbeit steht eine fortlaufende Auseinandersetzung mit Camouflage, die sich auf biologisches Mimikry bezieht – jedoch nicht als Strategie des Verbergens, sondern als relationaler und räumlicher Prozess, durch den Körper ihre Grenzen mit Umgebungen, anderen und technologischen Vermittlungen aushandeln. Durch Performance, choreo-cinematische Formate und partiturbasierte Praktiken untersucht Adash Wahrnehmungsschwellen, veränderte Zustände von Präsenz sowie instabile Beziehungen zwischen Figur und Grund, Sichtbarkeit und Verschwinden.

Mehrteilige Forschungszyklen, darunter Correspondance (2019–2025) und choreo-cinema (2025–heute), behandeln Sprache, Stimme, Dunkelheit und Bewegung als choreografische Materialien. Bewegung wird nicht als feste Form verstanden, sondern als ein Prozess, der von Umgebungen, Atmosphären, Objekten und mehr-als-menschlichen Akteur:innen geprägt ist. In diesen Arbeiten wird Choreografie zu einer Methode des Wahrnehmens, Denkens und Sich-in-Beziehung-Setzens, artikuliert durch queere Modi der Verkörperung, Wahrnehmung und Relationalität, die normativen Strukturen von Sichtbarkeit, Identität und Orientierung widerstehen.

Die Praxis ist in künstlerischer Forschung verankert und entfaltet sich häufig im Dialog mit Philosophie, Ökologie sowie indigenen und mehr-als-menschlichen Kosmologien. Dabei wird Choreografie als ein Ort politischer, wahrnehmungsbezogener und relationaler Imagination und Forschung vorgeschlagen.

In Zusammenarbeit mit

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