Die Wunder von Madrid
Datum: November/Dezember 2026
Projekt: Recherche und Schreibresidenz für ein Theaterstück
Das Deutsch-Spanische Autorenteam Bernhard Glocksin und Albert Tola gehen in ihrem neuen Schauspiel von historischen Fakten aus (und recherchieren dafür vor Ort in Madrid), keinesfalls im Sinne eines Dokumentartheaters, sondern als Ausgangspunkt für einen temperamentvollen, tragikomischen, fiktiven Bilderbogen über vier junge Menschen damals auf den Dächern von Madrid und in ihren Träumen, die uns in andere Gegenden und die Gegenwart führen. Wie aktuell ist ein Blick in den Sommer 38 heute, im Jahr der Wahlen in Spanien und Deutschland? Und gibt es, bei aller Sorge, sie nicht doch: die vielen, wenngleich kleinen Wunder?
Über die Residenz
Sommer 1938: Das legendäre deutsche Geschwisterpaar Klaus und Erika Mann bereist Barcelona, Valencia und Madrid, um über die letzten freien, republikanischen Bastionen im vom Franco-Faschismus besetzen Spanien zu berichten. Als prominente Journalisten so privilegiert wie kontrolliert, erleben die lebenshungrigen Exil-Deutschen ereignisreiche Tage zwischen Luxushotel und Front, Champagner, Kriegsleid und Propaganda-Ministerium, treffen Funktionäre und Freiwillige, Täter und Opfer, begegnen in wenigen, dicht gefüllten Tagen einem Leben zwischen Begehren, Hoffnung, Tod und Bombardierung (durch Nazi-deutsche Luftangriffe).
Soweit die Tagebücher und Texte von Klaus Mann. Was nicht authentisch, sondern fiktional ist: Sie werden beschattet und ausgehorcht von einem recht ungleichen, durchaus komischen Paar „aus dem Volke“: dem Spanier Juan und der Deutschen Klara. Denn auch die „zivilen Deutschen“ - wie in den Niederlassungen der IG Farben und ihrer spanischen Partner - erfüllen Dienste für Franco und Hitler. Zum Abschied des realen Besuchs verfasst Klaus Mann seinen bekannten Aufsatz „Das Wunder von Madrid“, erfüllt von großer Begeisterung für das demokratische Volk Spaniens und der Hoffnung auf einen Sieg über den Faschismus. Nun, es ist anders gekommen. Und: heute stehen wir erneut vor einer gigantischen Wiederbelebung autoritärer, rechtspopulistischer und teilweise faschistischer Bewegungen in unseren Ländern Deutschland und Spanien, wie auch in anderen Teilen der Welt.
Das Deutsch-Spanische Autorenteam Bernhard Glocksin und Albert Tola gehen in ihrem neuen Schauspiel von historischen Fakten aus (und recherchieren dafür vor Ort in Madrid), keinesfalls im Sinne eines Dokumentartheaters, sondern als Ausgangspunkt für einen temperamentvollen, tragikomischen, fiktiven Bilderbogen über vier junge Menschen damals auf den Dächern von Madrid und in ihren Träumen, die uns in andere Gegenden und die Gegenwart führen. Wie aktuell ist ein Blick in den Sommer 38 heute, im Jahr der Wahlen in Spanien und Deutschland? Und gibt es, bei aller Sorge, sie nicht doch: die vielen, wenngleich kleinen Wunder?
Zum Autorenteam
Als Theaterdirektor beauftragte und leitete Bernhard Glocksin seit 2013/14 insgesamt 9 Koproduktionen mit Spanischen Künstler*innen, mit Uraufführungen und Gastspielen in Berlin, Barcelona und Peralada (siehe Vita). Als Autorenteam schrieben er und Albert Tola ein Trilogie, die zwischen 2023 - 2025 mit großem Zuspruch an der Neuköllner Oper Berlin uraufgeführt wurde: Besamé mucho (mit Gastspiel Barcelona), Haydar tanzt und Tanger amor mío. Mit Die Wunder von Madrid setzen sie ihre Arbeitsweise fort: in historischen Stoffen unsere Gegenwart zu befragen.
Dramatiker, Dichter, Dozent für Schreiben und Übersetzer
Dramatiker