Donnerstag, 27.02.2025 | 20:00 Uhr
karpatenflecken von Thomas Perle
Szenische Lesung |Camino'escena mit einem neuen preisgekrönten Text Deutscher Dramatik
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Goethe-Institut Madrid, Madrid
- Sprache Spanisch
- Preis Eintritt frei
- Teil der Reihe: camino'escena
Autor: Thomas Perle
Übersetzung aus dem Deutschen im Auftrag des Goethe-Instituts: PIlar Sánchez Molina und Franziska Muche
Regie: Paco Gámez
SchauspielerInnen: Ana Caleya · Sheila Niño · Consuelo Trujillo
Musik und Sounddesign: Arturo Moya Villen
Uraufführung:Deutsches Theater (Berlin): 10.12.2021 Premiere Burgtheater Wien: 04.05.2023
Hier ein paar fotografische Eindrücke von einem wunderbaren Theaterabend im Saal des Goethe-Instituts Madrid. Vielen Dank an das zahlreiche Publikum, das uns begleitet hat:
Der Regisseur zum Stück
„Thomas Perle spricht über seine eigene Familie und den Ort, aus dem er stammt: ein Dorf am Fuß der Karpaten, ein Berg und ein Wald, die eine Grenze bilden, die von Zeit zu Zeit die Nationalität wechselt, voll von Einwohnern der einen oder anderen Herkunft, die verschiedene Sprachen sprechen und sich trotz allem verstehen, mit verschiedenen Glaubensrichtungen und Überzeugungen, aber sie sind alle zusammen da: Rumänen, Österreicher, Ungarn, Deutsche, Juden...Mit dieser Gruppe von Frauen, mit dieser intimen Erinnerung hinterfragt Perle Begriffe wie Identität, die Idee von Nation/Heimat/Mutterland, Migration, Fremdenfeindlichkeit, die Möglichkeit der Koexistenz zwischen verschiedenen Menschen und die Meinungsverschiedenheiten mit Gleichen; das Gefühl der Zugehörigkeit... Denn diese drei Frauen stammen nicht von einem politischen oder historischen Ort, sondern von einer Landschaft, die aus einem Wald und einem Berg besteht“.
Paco Gámez / im Februar 2025
Synopse
karpatenflecken stellt drei Frauen aus drei Generationen in den Mittelpunkt eines großen Geschichtspanoramas, das von einem kleinen Flecken Erde in den rumänischen Waldkarpaten seinen Ausgangspunkt nimmt. Die Großmutter Margarethe, ihre Tochter und ihre Enkelin werden über politische, geographische und sprachliche Grenzen hinweg durch die Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts getrieben.Thomas Perle, der zu den nicht mehr sehr zahlreichen Menschen gehört, die das aus dem Altösterreichischen, Rumänischen, Ungarischen und Jiddischen amalgamierte Zipserisch sprechen, hat ein unsentimentales Stück geschrieben, das mit all diesen Sprachen vertraut ist. Wie Politik Sprachen formt und ihre Grenzen und Bedeutungen verschiebt, und wie viel Eigen-Sinn dennoch in den Sprachen aufgehoben ist, davon weiß KARPATENFLECKEN zu erzählen, und von einem kleinen Flecken auf der Landkarte, den man Europa nennen könnte.
Thomas Perle spricht über sein Stück anläßlich der Premire am Burgtheater Wien im Mai 2023
Thomas Perle, geboren 1987 in Rumänien, wuchs dreisprachig in Deutschland auf. Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien und arbeitete währenddessen als Regieassistent am Schauspielhaus Wien. 2013 wurde er mit den exil-Literaturpreis ausgezeichnet und ist seither als freier Autor und Dramatiker in Deutschland, Österreich und Rumänien tätig.
2018 erschien sein Prosaband wir gingen weil alle gingen. im Verlag edition exil.
Mit seinem Stück Stück karpatenflecken gewann er den Retzhofer Dramapreis. Die Uraufführung fand am Deutschen Theater Berlin unter der Regie von András Dömötör statt, parallel dazu war Perle Teil des Autor:innenateliers am DT.
2023 wurde karpatenflecken am Wiener Burgtheater (Regie: Mira Stadler) in Österreich erstaufgeführt und als bestes Stück mit dem NESTROY Theaterpreis ausgezeichnet. 2024 folgte die italienische Erstaufführung am Hangar Teatri Triest (Regie: Fulvio Falzarano), zudem wurde eine spanische Übersetzung vom Goethe-Institut Spanien in Auftrag gegeben.
Thomas Perle lebt in Wien und wird von S. Fischer Theater Medien vertreten.
Ist Dramatur, Schauspieler und Dozent. Er ist der meistausgezeichnete spanische Dramaturg seiner Generation und gewann renommierte Preise wie den Lope de Vega, den Certamen de Comedia del Teatro Español, den Calderon de la Barca, den Premio Jesús Campos de la Asociación de Autoras/es de Teatro, Finalist beim Max al Mejor Autor Revelación, LAM de la SGAE, den Preis des SGAE de Teatro Infantil, Premio Jesús Domínguez, Gewinner des Wettbewerbs Dramaturgie des spanischen Theaters 2022...
Zu seinen Texten gehören: Inquilino (Numancia 9, 2º A), Katana, El suelo que sostiene a Hande, Impunidad, el Fin oder Lagunas y Niebla; Versionen wie Praga, 1941, Eneida: playlist para un continente a la deriva oder El perro del hortelano; und Opernlibrettos wie Las horas vacías.
Seine Werke wurden unter anderem vom Centro Dramático Nacional, dem Teatro Real, den Teatros del Canal, dem Teatro de la Abadía, dem Teatro Español, dem Teatro Circo Price, La_Joven, dem Pavón Kamikaze, dem Gala Theater (Washington D.C.), dem Teatro de la Zarzuela, dem Arriaga in Bilbao, dem Principal in Vitoria, dem Victoria Eugenia in San Sebastián oder dem Staatstheater Mainz und dem Theaterhaus G7 in Mannheim uraufgeführt. Seine Texte wurden ins Englische, Französische, Deutsche, Italienische, Portugiesische, Baskische, Katalanische, Rumänische, Polnische, Türkische, Hebräische und Chinesische übersetzt.
Gámez hat als Gastautor in der Sala Beckett in Barcelona, in den SGAE-Labors, im Programm Nuevas Dramaturgias des INAEM (Kulturministerium) oder im Programm Anterzerkigintza Berriak der baskischen Regierung geschrieben.
Er verfügt über einen Abschluss in englischer Philologie und Textinterpretation der E.S.A.D. in Sevilla sowie über einen Postgraduiertenabschluss in Aufführungswissenschaften.
Nach einem Abschluss an der RESAD und einem Diplom in Kunstgeschichte an der UCM absolvierte sie eine Ausbildung am Teatro de Cámara de Madrid und belegte Spezialisierungskurse an der Schule von Lecoq. Sie studierte zeitgenössische Musik und Tanz in Madrid und Wien und erhielt ein Stipendium des Goethe-Instituts, um zeitgenössische Dramaturgie in Berlin zu studieren. Sie hat in verschiedenen Projekten bei Film und Fernsehen mitgewirkt und eine herausragende Theaterkarriere gemacht, in der sie in zahlreichen Stücken renommierter Regisseure mitwirkte.
Abschluss in Dramatik mit Spezialisierung auf Textinterpretation von der ESAD in Castilla y León und ein Diplom von der Sankt Petersburger Akademie der Künste. Sie hat ihre Ausbildung bei herausragenden Größen wie Miguel del Arco, Andrés Lima, Lucía Miranda und Tara McAllister absolviert. Seine schauspielerische Arbeit umfasst Produktionen und Titel wie „¿Quién teme a Virginia Woolf? (2018)“, unter der Regie von Fernando Sansegundo, „Descalzos por el parque“ (2020), von Arte&Desmayo Producciones oder „Between lands“ (2021), unter der Regie von Nicola Borghesi in einer Koproduktion zwischen dem Teatro Calderón von Valladolid, La Comédie de Reims, der Emilia Romagna Teatro Fondazione von Italien und dem Teatre Nacional de Catalunya. Sie kann auch auf eine umfangreiche Schauspielkarriere im klassischen Theater zurückblicken. In den letzten Jahren ist sie mit Produktionen wie „El perro del hortelano“ (2023) unter der Regie von Dominic Dromgoole, „La francesa Laura“ (2023) unter der Regie von M. Poveda, „El hospital de los locos“ (2023) unter der Regie von Ernesto Arias oder seinem neuesten Werk „Mañanas de abril y mayo“ (2024) unter der Regie von Laila Ripoll aufgefallen.
"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch"
Hölderlin
Sie ist Prof. für Schauspiel und Theaterregisseurin, erforscht künstlerische Prozesse im Bereich Bildung, Psychotherapie und menschliche Entwicklung. Diese Suche ist durchdrungen von dem Glauben an die tranformative Kraft des Theaters. Von Beginn ihrer Karriere an kombiniert sie ihre Arbeit am Theater mit Film- und Fernsehprojekten. Gleichzeitig war sie kreativ sehr aktiv mit eigenen Theaterprojekten, als Regisseurin und auch als Schauspielerin. In Criatura del Arte leitet sie ein Laboratorium für Schauspieler und erforscht eine eigene künstlerische Sprache. Daraus entstanden Stücke wie Criatura, Pasión por Lorca und El cuerpo se hace nombre. Seit 1998 ist sie Professorin im SAT-Programm und entwickelt eine kontinuierliche Tätigkeit in Projekten zur menschlichen Entwicklung in Spanien, Italien und Lateinamerika.
Preise und Nominierungen
Mención de Honor Las Tres Gracias- Ayuntamiento de La Línea de la Concepción 2025 · premio Godot de Honor 2024 · premio Unión de Actores 2019 Mejor Actriz de Reparto por La Geometría del Trigo · premio Unión de Actores 2016 Mejor Actriz Protagonista de Teatro por Criatura · premio Unión de Actores 2014- Mejor Actriz Secundaría de Teatro por Cuando deje de llover · premio Godot Lemón Press 2016 Mejor Pieza Danza/Performance por Criatura ·premis José Estruch 2016 Mejor Interpretación Secundaria por Medea · premio Ercilla de Teatro 2015 -Mejor Intérprete de Reparto por Medea · nominación Unión de Actores -Mejor Actriz Secundaria de Teatro por Medea · nominación Unión de Actores 2010 - Mejor Actriz Protagonista de Teatro por Bodas de Sangre -· nominación Premios de la crítica de habla hispana de New York 2001 por Al sur de Granada
Er begann seine berufliche Entwicklung auf dem Gebiet der elektroakustischen Komposition mit einer Ausbildung in Barcelona bei Gabriel Brncic und in Rom bei Giuseppe di Giugno, dank der Stipendien von SGAE und CITE/COMETT.
In jenen Jahren begann er, interaktive Umgebungen zu schaffen, in denen er bereits die in der Elektroakustik angenommenen Konzepte von Interpret und Musik in Frage stellte. Sein Engagement für den Kontext, verhalt ihm in den Vorsitz des spanischen Verbands für elektroakustische Musik. Die Orthodoxie des Mediums und sein Bedürfnis, neue Ausdrucksformen zu finden, führten ihn zur Klang- und Medienkunst, wobei er einen Großteil seiner Aktivitäten auf Skulpturen und Klanginstallationen konzentrierte und EX gründete, eine Vereinigung für elektronische und experimentelle Kunst, deren Präsident er ist.
Er entwickelte „Violencias del decir II“, ein Projekt, das eine mehr als zehnjährige Arbeit über Gewalt in der Sprache weiterentwickelt. Mit öffentlicher Unterstützung in 2019 über ein Programm, das Forscher aus den Bereichen Philosophie, Klangkunst, Phoniatrie und Sprachtherapie zusammenbringt.
Seine Werke, Skulpturen, Interventionen und Installationen sind internatiional zu sehen, in Spanien, Italien, Chile, Argentinien, Kuba, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Belgien, Mexiko, dem Vereinigten Königreich und Deutschland.
Pilar Sánchez Molina (Priego de Córdoba, 1976) hat einen Abschluss in Übersetzen und Dolmetschen mit Schwerpunkt Deutsch von der Universität Granada. Bis 2008 widmete sie sich ausschließlich dem Übersetzen, dann begann sie ein Masterstudium in Verlagswesen an der Universität Salamanca. Nach mehreren Jahren, in denen sie sich der Veröffentlichung von Büchern über Kunst, Fotografie und Architektur widmete, begann sie über Solarenergie zu schreiben, eine Tätigkeit, die sie bis heute ausübt und die sie mit der Übersetzung von Theaterstücken deutschsprachiger Autoren ins Spanische verbindet, in Zusammenarbeit mit der Fachübersetzerin Franziska Muche, die vom Goethe-Institut beauftragt wurde.
Sie hat in Marokko, Äquatorialguinea, Deutschland, Österreich und Kolumbien gelebt und wohnt derzeit mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Valencia.
(1976, Zittau, Deutschland) ist eine auf Theater spezialisierte Übersetzerin. Sie hat einen Abschluss in Sprachwissenschaften, Wirtschaft und Zivilisation der Universität Passau, einen Abschluss in Übersetzen und Dolmetschen der Universität Granada und eine Ausbildung als Schauspielerin und Dramaturgin am Michael-Tschechow-Studio in Berlin (2007-2010). Sie übersetzt Stücke spanischsprachiger Autoren ins Deutsche und, in Zusammenarbeit mit Pilar Sánchez Molina, vom Deutschen ins Spanische. Gemeinsam haben sie u.a. Werke von Sibylle Berg, Rebekka Kricheldorf, Anna Gschnitzer und Thomas Perle übersetzt. Im Jahr 2020 wurde sie mit einem „Exzellenzstipendium“ des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet, und 2022 erhielt sie einen Übersetzungsaufenthalt am Goethe-Institut in Madrid. In Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Vereins Drama Panorama arbeitete sie 2021 und 2022 an zwei Bänden einer Anthologie zur hispanischen Dramaturgie, die sie zusammen mit Carola Heinrich auch als Herausgeberin zeichnete. Sie lehrt Theaterübersetzung an verschiedenen Hochschulen, unter anderem im Masterstudiengang Literaturübersetzung in Düsseldorf. Sie lebt in Berlin, wo sie die szenische Lesereihe Ambigu am Theater unterm Dach leitet.