Plenarvortrag
10:30-11:30 Uhr
Spanien ist ein mehrsprachiges Land. Zur sprachlichen Vielfalt tragen sowohl die Regionalsprachen wie Katalanisch, Baskisch und Galicisch bei, die in den jeweiligen autonomen Gemeinschaften dem Spanischen rechtlich gleichgestellt sind, als auch zahlreiche Familiensprachen, die durch Migration ins Land gelangt sind. Viele Kinder und Jugendliche wachsen daher mit mehreren Sprachen auf – ein Schatz, der im schulischen Alltag oft verborgen bleibt.
Sprachenporträts, Anfang der 2000er-Jahre von Hans-Jürgen Krumm und Edith Jenkins entwickelt, sind eine kreative und bewährte Methode, um das individuelle sprachliche Repertoire von Lernenden sichtbar zu machen, und so diesen Schatz zu heben. Der sprachbiografische Zugang eröffnet Räume zur Reflexion über Sprache(n), Identität(en) und Zugehörigkeit(en). Er lädt dazu ein, persönliche Erfahrungen zu teilen und Mehrsprachigkeit als Ressource wertzuschätzen.
Im Vortrag werden die Methode, ihre Einsatzmöglichkeiten und ihr Potenzial für einen inklusiven Deutschunterricht vorgestellt, ergänzt durch konkrete Beispiele aus der Praxis.
Referentin
© Dr, Svenja Brünger
Dr. Svenja Brünger ist für den DAAD in Rumänien tätig. Zuvor lehrte sie an der Universität Utrecht in den Niederlanden deutsche Sprache und Kultur, Linguistik sowie interkulturelle Kommunikation. Ihre vorherigen Stationen als DAAD-Lektorin führten sie an die National University of Singapore und an die Universidade Federal do Rio Grande do Sul in Brasilien – unterbrochen von einem zweieinhalbjährigen Intermezzo an der Universität Regensburg. Dr. Brünger kennt die Arbeit des Goethe-Instituts aus eigener, langjähriger Erfahrung: Sie unterrichtete Deutsch als Fremdsprache an den Goethe-Instituten in Rothenburg ob der Tauber und Schwäbisch Hall und war am Goethe-Institut Göttingen auch in der Fortbildung von internationalen Lehrkräften aktiv.