Dienstag, 20.05.2025, 19:30 Uhr
Smyrna in Flammen
Buchpräsentation im Gespräch|Der Untergang der osmanischen Metropole 1922 und seine Folgen für Europa
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Goethe-Institut Madrid, Madrid
- Sprache Deutsch und Spanisch
- Preis Eintritt frei
Begleitet wird der Autor von Javier Ordóñez Rodríguez, emeritierter Professor für Philosophie und Wissenschaftsgeschichte an der Universidad Autónoma de Madrid. Er beschäftigt sich derzeit schwerpunktmäßig auf den Zusammenhang zwischen Wissenschaften und Kriegen des 20. Jahrhunderts. Sara Amine Ghandi vom Verlag Cielo Eléctrico begleitet ebenfalls das Gespräch.
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Im Jahr 2022 hat sich ein welthistorisches Ereignis zum 100. Mal gejährt, an das im heutigen Europa kaum noch erinnert wird: der Brand von Smyrna, der legendären Hafenstadt des Osmanischen Reichs. Zehntausende Menschen kamen dabei im September 1922 ums Leben. Die blühende Metropole, das heutige Izmir, wurde dabei völlig zerstört und damit auch das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen (Griechen, Türken, Juden, Armenier, Europäer und Amerikaner). Auf den türkisch-griechischen Krieg folgte ein Bevölkerungsaustausch, bei dem fast zwei Millionen Christen und Muslime aus ihrer Heimat fliehen mussten und der als Blaupause für alle ethnischen Säuberungen des 20. Jahrhunderts dienen sollte.
Während der Flüchtlingskrise reiste der Autor Lutz C. Kleveman ein Jahr lang auf die griechischen Inseln und nach Izmir – über Grenzen und durch die Zeit. Dabei entdeckt er das historische Smyrna wieder, wo Griechen, Türken, Juden, Armenier, Europäer und Amerikaner einst friedlich zusammenlebten. Er lässt die kosmopolitische Metropole erzählerisch auferstehen und uns verstehen, wie es zur Katastrophe von 1922 kommen konnte. Einer Katastrophe, die Europa für immer verändern sollte. |
Über den Autor
Lutz C. Klevemann
Autor, Journalist und Fotograf. Kleveman hat Französische Literatur in Aix-en-Provence und Internationale Geschichte an der London School of Economics (LSE) studiert. Von 1999 an berichtete Kleveman als freier Journalist und Fotograf vom Balkan, aus Westafrika, der ehemaligen Sowjetunion, Zentralasien und dem Nahen Osten. Er hat für den Daily Telegraph, Die Zeit, Newsweek, Der Spiegel und diverse andere Publikationen in Deutschland, Großbritannien und den USA geschrieben und fotografiert.
Derzeit arbeitet Kleveman an einem neuen Buch und Fotoprojekten über Nordafrika.
Er ist der Autor von u. a. »Der Kampf um das heilige Feuer«, »Kriegsgefangen« (2011) und »Lemberg. Die vergessene Mitte Europas«.