FLIPAS | Fran Winberg + Al'Akhawat

Workshop + Präsentation |Labor für urbane Kulturen VIII - Kunst

  • Museo Nacional del Prado - Madrid, Madrid

  • Teil der Reihe: FLIPAS 2025

qr - Puntos de fuga - Fran Winberg + Al'Alkhawat © Al'Akhawat

Projekt Puntos de fuga (Fluchtpunkte) - FLIPAS 2025 © Fran Winberg

PUNTOS DE FUGA (dt.: FLUCHTPUNKTE)

Puntos de fuga ist ein Kunstprojekt, das im Rahmen von FLIPAS von dem Künstler Fran Winberg und dem Kollektiv Al’ Akhawat - einer Gruppe von sechs Künstler*innen, die durch die marokkanisch-spanische Diaspora verbunden sind - speziell für das Prado-Museum entwickelt wurde. Es handelt sich um eine kreative Auseinandersetzung mit bestimmten gegenwärtigen Kunstkonzepten. Dabei wird das Museum sowohl als physischer Raum (als „Behälter“) als auch inhaltlich betrachtet. Ziel ist es, diese Konzepte in Beziehung zu anderen Themen zu setzen und neue individuelle sowie kollektive Vorstellungen zu entwickeln.

Puntos de Fuga ist ein kreatives Forschungsprojekt, das vom Museum und seinen Werken ausgeht, um von dort aus die Begriffe Identität, Territorium und Repräsentation neu zu überdenken. Hier ist der Fluchtpunkt (punto de fuga) kein technisches Konzept mehr, sondern wird zu einem ideologischen: ein Spalt, durch den man sich aus der Fragmentierung und der partiellen Erfahrung heraus neue Erzählungen vorstellen kann. Es geht nicht darum, Künstler oder Daten auswendig zu lernen, sondern den Rahmen umzukehren: von außen nach innen zu schauen und dem Alltäglichen, dem Intimen und dem Kollektiven Raum zu geben.

An zwei Nachmittagen im November – am 18. und 27. von 17:30 bis 19:30 Uhr – treffen wir uns, um gemeinsam das Museum zu besichtigen, seine Werke neu zu interpretieren und Raum für kollektive Interventionen zu schaffen. Mit Postkarten, Papier, Schrift, Farbe, Scheren und vergrößerten Kopien der Werke erstellen wir emotionale Führer, inoffizielle Rundgänge und kleine Ausstellungen, die aus der gemeinsamen Erfahrung entstehen.

Diese Workshops sind kostenlos (mit Anmeldung) und stehen allen offen, die das Museum einmal anders betrachten möchten.

Eingeladene Künstler

  • Fran Winberg

    Transdisziplinärer und bildender Künstler; mit Schwerpunkt und vielseitiger Erfahrung im Bereich experimentelle Kunst, Museografie, kuratorisches Kulturmanagement, Food Design und der Leitung von Küchen. 
    1992 Abschluss in Bildender Kunst an der Universität Salamanca. Spezialisierung auf Bildhauerei unter der Leitung renommierter Künstler wie Pedro Garhel, Concha Jerez, Fernando Sinaga und Theoretikern wie Felix Guisasola und Juan Antonio Pérez Millán. 
    Experte für Museografie und Kulturmanagement an der Universität Complutense Madrid. 

    Er hat als bildender Künstler an Einzelprojekten gearbeitet und sowohl kollektive als auch individuelle Ausstellungs- und Kreativprojekte kuratiert und durchgeführt. Gründer der Madrider Künstlergruppe Z.A.T „Zona de Acción Temporal” (Zone für temporäre Aktionen) zusammen mit Jaime Vallare und Rafael Lamata (Los Torreznos) und Mitglied der Aktionskunstgruppe „Circo Interior Bruto”, wo er über 20 Jahren künstlerische Aktionsprojekte, Bühneninstallationen und Performances geleitet und daran teilgenommen hat, ebenfalls zusammen mit dem Künstler Rafael Suárez (Velvet & Crochet). 
    Als Kulturmanager hat er für renommierte Marken gearbeitet, Ausstellungen und Veranstaltungen sowie zahlreiche thematische Ausstellungen konzipiert.  
    Als Koch und Food-Designer hat er sich an der Europäischen Universität Thuban (2005) in Naturheilkunde ausbilden lassen und einen Master-Abschluss im Destillieren und Fermentiren (2022) erworben. Er ist  Schöpfer einzigartiger gastronomischer Produkte und Erlebnisse und verantwortlich für das „Hypothetic Pop-up-Restaurant”, ein Pionierprojekt im Bereich Food-Design, und hat zahlreiche Veranstaltungen und  Restaurants organisiert. Er ist Gründer und Förderer des spanischen StreetFood-Verbands und Designer von mehr als 30 Foodtrucks, Professor für naturbelassene Haute Cuisine, Förderer der Bio-Küche-Bewegung und Pionier des Food Designs in Spanien. Er hat zahlreiche Restaurants eröffnet und geleitet, Produkte entworfen, künstlerische Aktionen und gastronomische Projekte durchgeführt. 
    Er war an der Schaffung des multidisziplinären und gastronomischen Lokals „En bruto” in Madrid beteiligt und leitet „fermakers”, ein Labor für fermentierte Getränke.  

  • Al’Akhawat

    Die Mitglieder des Kollektivs sind Oumaima Manchit Laroussi, Sanae El Mokaddim Ayadi, Karim Khourrou Gadour, Youssef Taki Miloudi und Aicha Josefa Trinidad Gououi.

    Al’Akhawat ist das Ergebnis des Zusammentreffens von sechs Künstlern aus der marokkanisch-spanischen Diaspora. Das Gefühl der Zugehörigkeit, von hier und dort zu sein (und nicht zu sein), hat das Leben einer großen Mehrheit der Migranten geprägt, die als Spiegelbild der Diaspora aufgewachsen sind. Generationen, die ihre Identität entwickelt haben, indem sie die Kämpfe und Opfer ihrer Lieben miterlebt haben, die sich parteiisch fühlen, sich aber sowohl hier als auch dort zu Hause fühlen, auch wenn sie nicht wissen, wie sie die Frage „Woher kommt ihr?“ beantworten sollen. Geprägt durch ihre Symbole, ihre Merkmale und ihre Kleidung, bauen sie eine eigene Identität auf, die sich von der identitären Grenze löst, um eine hybride, heterogene und vielfältige Form anzunehmen.

    Unsere Sensibilität und unsere künstlerische Wahrnehmung sind über das gesamte Gebiet verstreut gewachsen. Wir haben das Fehlen von Wissen über die Grenzen des Eigenen gespürt. Diese Gruppe vereint unser Anliegen, Realitäten zu vermitteln, die einen großen Teil der Migrantenbevölkerung betreffen, und dabei das Persönliche auf die Gemeinschaft überträgt. Wir sind Subjekte und Objekte, die in ständiger Bewegung waren, die ihren Platz in gemeinsamen Erfahrungen finden und die einen Raum suchen, eine Gemeinschaft, in der sie leben können, um zu teilen. 

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