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20:30 Uhr

Heller Wahn

Filmvorführung und Publikumsgespräch mit der Regisseurin | Margarethe von Trotta | 1983 | Deutschland, Frankreich | 105 Min.

Heller Wahn © STUDIOCANAL GmbH

Heller Wahn © STUDIOCANAL GmbH

Der Film zeichnet das einfühlsame Porträt einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Olga und Ruth. Durch die Begegnung mit der lebensnahen und unabhängigen Olga beginnt Ruth, ihre eigene Rolle zu hinterfragen und neue Wege der Selbstbestimmung zu entdecken. Gleichzeitig treten die Spannungen in ihrer Ehe mit Franz immer deutlicher zutage, da seine Fürsorge zunehmend als Bevormundung empfunden wird. Mit besonderem Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen rückt Margarethe von Trotta die Freundschaft der beiden Frauen sowie Fragen nach persönlicher Freiheit, Identität und gesellschaftlichen Erwartungen in den Mittelpunkt.

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Publikumsgespräch mit der Regisseurin statt.

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Regie: Margarethe von Trotta
Drehbuch: Margarethe von Trotta
Produktion: Eberhard Junkersdorf, Margaret Ménégoz
Musik: Nicolas Economou
Kamera: Michael Ballhaus
Schnitt: Dagmar Hirtz

Besetzung
Hanna Schygulla: Olga
Angela Winkler: Ruth
Peter Striebeck: Franz
Christine Fersen: Erika
Franz Buchrieser: Dieter
Wladimir Yordanoff: Alexej

Margarethe von Trotta

Geboren 1942 in Berlin, ist eine der bedeutendsten deutschen Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen und Schauspielerinnen und eine zentrale Vertreterin des Neuen Deutschen Films. Nach ihrer Kindheit und Jugend in Düsseldorf studierte sie zunächst Kunst sowie später Germanistik und Romanistik, bevor sie eine Schauspielausbildung in München absolvierte. Ab Ende der 1960er-Jahre arbeitete sie für Theater, Film und Fernsehen und spielte unter anderem in Filmen von Rainer Werner Fassbinder mit.

In den 1970er-Jahren begann von Trotta zunehmend als Drehbuchautorin und Regisseurin zu arbeiten. Gemeinsam mit Volker Schlöndorff realisierte sie 1975 Die verlorene Ehre der Katharina Blum nach der gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll. Zwei Jahre später entstand mit Das zweite Erwachen der Christa Klages ihr erster eigenständig inszenierter Spielfilm. Von Beginn an stellte sie Frauen und deren persönliche, gesellschaftliche und politische Konflikte in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Der internationale Durchbruch gelang ihr 1981 mit Die bleierne Zeit. Der Film über zwei Schwestern und ihre unterschiedlichen politischen Lebenswege wurde bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. In den folgenden Jahrzehnten setzte von Trotta ihre Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte, Politik und weiblichen Biografien fort. Zu ihren bekanntesten Werken zählen Rosa Luxemburg (1986), Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen (2009) und Hannah Arendt (2012).

Von Trottas Filme sind eng mit Fragen weiblicher Selbstbestimmung verbunden. Beziehungen zwischen Frauen, gesellschaftliche Rollenbilder sowie das Spannungsverhältnis von persönlichem Leben und politischem Handeln ziehen sich durch ihr Werk. Dabei hat sie sich gegen eine vereinfachende Einordnung ihrer Arbeiten als „Frauenfilme“ ausgesprochen. Vielmehr macht ihr Kino Frauen selbstverständlich zu komplexen historischen, politischen und intellektuellen Akteurinnen. Damit trug sie wesentlich dazu bei, weibliche Perspektiven im deutschen und europäischen Autorenkino sichtbar zu machen und filmische Darstellungen von Geschlecht, Emanzipation und Macht neu zu verhandeln.