Mittwoch, 25.03.2026 | 19.30 Uhr
CINE CLUB GOETHE | Mit der Faust in die Welt schlagen
Filmvorführung|Constanze Klaue | 2025 | Deutschland | 110 Min. | ab 13 Jahren
-
Goethe-Institut Madrid, Madrid
- Sprache Originalfassung mit spanischen Untertiteln
- Preis Freier Eintritt
- Teil der Reihe: Romane, die großes Kino sind
Nach der Romanvorlage "Mit der Faust in die Welt schlagen" von Lukas Rietzschel, 2018
Zwei Brüder in der ostdeutschen Provinz Anfang der 2000er Jahre, irgendwo in der idyllischen Landschaft der Oberlausitz, zwischen Görlitz, Bautzen und Hoyerswerda: Während sich die Mutter von Philipp (12) und Tobias (9) als Pflegekraft abrackert, findet der Vater nach seiner Entlassung keine Arbeit als Handwerker. Damit bleibt zwar vielleicht mehr Zeit für den Ausbau des selbst errichteten Hauses, aber auch nicht mehr Aufmerksamkeit für die beiden Söhne. Vor allem Philipp fühlt sich zunehmend zu den älteren Jungs hingezogen, von denen er sich wahrgenommen fühlt, mit denen er Grenzen austesten kann. Ihre Welt verspricht ungeahnte Abenteuer, die am Ende aber in Gewalt und Fremdenhass münden werden.
Für ihr Langspielfilmdebut macht sich die Regisseurin Constanze Klaue an dem gleichnamigen Roman von Lukas Rietzschel und schildert eine in ihren Strukturen erschütterte Welt. Die die Erwachsenen prägende DDR-Vergangenheit lässt sich weder abschütteln noch für das gegenwärtige Leben nutzbar machen, die nächste Generation spürt die dadurch entstandene Leere umso stärker. Ein realistisch und ohne Wertung erzählter Film, der von junge Menschen handelt, die aus einem Gefühl der Vernachlässigung sowie dem Mangel an Perspektiven langsam abzudriften drohen, in diesem Fall nach rechts.
Rietzschel wuchs in einfachen Verhältnissen in Kamenz auf. Seine Mutter war Krankenschwester, sein Vater Fliesenleger. Er studierte Politikwissenschaft und Germanistik in Kassel, was dort auch ohne Abitur als Eingangsvoraussetzung möglich ist.
Die Idee zu seinem Roman Mit der Faust in die Welt schlagen kam ihm im Zuge der Ereignisse der Flüchtlingskrise 2014/15 und der damit zusammenhängenden zunehmenden Fremdenfeindlichkeit. Rietzschel lebte zu dieser Zeit in Kassel, und er hat es, wie er selbst sagt, aus dem bildungsfernen Milieu, d. h. aus seiner Sozialisation als typisches Arbeiterkind ohne Büchersammlung zu Hause, herausgeschafft. Er sah, wie sich in seiner Heimat, in Ostsachsen, alte Schulfreunde in der medialen und realen Welt zunehmend ausländerfeindlich zeigten. Mit seinem Debütroman möchte er „irgendwie erklären, was da passiert und passiert ist“. Auch wenn sich in dem Buch mehrere Parallelen zu Lukas Rietzschels eigenem Leben finden, enthält es dennoch (wie jeder epische Text) kein „Abbild“ des Lebens in Ostsachsen, sondern Rietzschel lässt seine eigenen Erfahrungen und Fiktion zu einer Geschichte zusammenfließen.
Drehbuch: Constanze Klaue
Produzent*innen: Alexander Wadouh, Gabriele Simon, Martin Heisler, Roxana Richters
Kamera: Florian Brückner
Schnitt: Emma Alice Gräf, Andreas Wodrascke
Szenenbild: Uli Friedrichs, Michael Schindlmeier
Sounddesign & Mischung: Paul Rischer
Filmtonmeister: Johannes Doberenz
Musik: PC Nackt
Besetzung:
Anton Franke: Philipp Zschornack
Camille Moltzen: Tobias Zschornack
Anja Schneider: Mutter Sabine·
Christian Näthe: Vater Stefan
Swetlana Schönfeld: Oma
Ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des deutschen Films “Die Brücke” 2025.
Aus der Jurybegründung: „Constanze Klaue ist ein starkes, schonungslos ehrliches Debüt gelungen, das zeigt, wie gesellschaftliche Ausgrenzung und Sprachlosigkeit in Gewalt münden können. So entsteht ein Werk, das nicht nur vor dem Hintergrund der Nachwendezeit relevant ist, sondern auch unmittelbare Bezüge zur heutigen gesellschaftlichen Realität zieht. Klaue erzählt dies mit großer Empathie und filmischer Präzision.“
Zwei Brüder in der ostdeutschen Provinz Anfang der 2000er Jahre, irgendwo in der idyllischen Landschaft der Oberlausitz, zwischen Görlitz, Bautzen und Hoyerswerda: Während sich die Mutter von Philipp (12) und Tobias (9) als Pflegekraft abrackert, findet der Vater nach seiner Entlassung keine Arbeit als Handwerker. Damit bleibt zwar vielleicht mehr Zeit für den Ausbau des selbst errichteten Hauses, aber auch nicht mehr Aufmerksamkeit für die beiden Söhne. Vor allem Philipp fühlt sich zunehmend zu den älteren Jungs hingezogen, von denen er sich wahrgenommen fühlt, mit denen er Grenzen austesten kann. Ihre Welt verspricht ungeahnte Abenteuer, die am Ende aber in Gewalt und Fremdenhass münden werden.
Für ihr Langspielfilmdebut macht sich die Regisseurin Constanze Klaue an dem gleichnamigen Roman von Lukas Rietzschel und schildert eine in ihren Strukturen erschütterte Welt. Die die Erwachsenen prägende DDR-Vergangenheit lässt sich weder abschütteln noch für das gegenwärtige Leben nutzbar machen, die nächste Generation spürt die dadurch entstandene Leere umso stärker. Ein realistisch und ohne Wertung erzählter Film, der von junge Menschen handelt, die aus einem Gefühl der Vernachlässigung sowie dem Mangel an Perspektiven langsam abzudriften drohen, in diesem Fall nach rechts.
Rietzschel wuchs in einfachen Verhältnissen in Kamenz auf. Seine Mutter war Krankenschwester, sein Vater Fliesenleger. Er studierte Politikwissenschaft und Germanistik in Kassel, was dort auch ohne Abitur als Eingangsvoraussetzung möglich ist.
Die Idee zu seinem Roman Mit der Faust in die Welt schlagen kam ihm im Zuge der Ereignisse der Flüchtlingskrise 2014/15 und der damit zusammenhängenden zunehmenden Fremdenfeindlichkeit. Rietzschel lebte zu dieser Zeit in Kassel, und er hat es, wie er selbst sagt, aus dem bildungsfernen Milieu, d. h. aus seiner Sozialisation als typisches Arbeiterkind ohne Büchersammlung zu Hause, herausgeschafft. Er sah, wie sich in seiner Heimat, in Ostsachsen, alte Schulfreunde in der medialen und realen Welt zunehmend ausländerfeindlich zeigten. Mit seinem Debütroman möchte er „irgendwie erklären, was da passiert und passiert ist“. Auch wenn sich in dem Buch mehrere Parallelen zu Lukas Rietzschels eigenem Leben finden, enthält es dennoch (wie jeder epische Text) kein „Abbild“ des Lebens in Ostsachsen, sondern Rietzschel lässt seine eigenen Erfahrungen und Fiktion zu einer Geschichte zusammenfließen.
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Regie: Constanze KlaueDrehbuch: Constanze Klaue
Produzent*innen: Alexander Wadouh, Gabriele Simon, Martin Heisler, Roxana Richters
Kamera: Florian Brückner
Schnitt: Emma Alice Gräf, Andreas Wodrascke
Szenenbild: Uli Friedrichs, Michael Schindlmeier
Sounddesign & Mischung: Paul Rischer
Filmtonmeister: Johannes Doberenz
Musik: PC Nackt
Besetzung:
Anton Franke: Philipp Zschornack
Camille Moltzen: Tobias Zschornack
Anja Schneider: Mutter Sabine·
Christian Näthe: Vater Stefan
Swetlana Schönfeld: Oma
Ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des deutschen Films “Die Brücke” 2025.
Aus der Jurybegründung: „Constanze Klaue ist ein starkes, schonungslos ehrliches Debüt gelungen, das zeigt, wie gesellschaftliche Ausgrenzung und Sprachlosigkeit in Gewalt münden können. So entsteht ein Werk, das nicht nur vor dem Hintergrund der Nachwendezeit relevant ist, sondern auch unmittelbare Bezüge zur heutigen gesellschaftlichen Realität zieht. Klaue erzählt dies mit großer Empathie und filmischer Präzision.“