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Jaana Pesonen
Darstellungen der Diversität in finnischen Kinderbüchern des 21. Jahrhunderts

Zwei Kinder lesen ein Buch.
Foto (Detail): Cottonbro/Pexels

Ich beiße mir auf die Lippen. Ich halte das Telefon ganz fest.
„Stille ist manchmal genauso laut wie Lärm”, sagt Papa,
„so weit weg ist gerade so, als wäre man in der Nähe.
Und obwohl man nicht da ist, ist es ganz so, als wäre man zusammen.“
Ich weiß, dass Stille manchmal Lärm ist.
Aber ich weiß nicht, wie
weit weg in der Nähe ist und nicht da zusammen ist

In dem Bilderbuch Siinä sinä olet (Tapola & Durubi 2020; Da bist du) sehnt sich Sama unendlich nach ihrem Vater. Sie packt ihren Koffer und macht sich bereit, zum Vater zu reisen. Der Vater ist jedoch weit weg in einem anderen Land. Dass der kleine Bruder am Telefon länger mit dem Vater sprechen darf als Sama, lindert die Sehnsucht nicht. Die Verbindung bricht ab, bevor Sama an die Reihe kommt. Siinä sinä olet ist eine schöne und wehmütige Geschichte über die Sehnsucht. Zugleich kann man das Buch auch als Erzählung über Familien lesen, in denen ein Elternteil in ein anderes Land ziehen muss, um dort zu arbeiten. Die Geschichte kann andererseits auch von Flüchtlingen handeln, denn heute gibt es auf der Welt mehr Menschen als je zuvor, die wegen Krieg, Gewalt oder Verfolgung ihr Zuhause verlassen müssen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Sehnsucht nach einem nahen Angehörigen, die nicht an Nationalität oder geographischen Standort gebunden ist. In diesem Buch wird Anderssein nicht anderswo, weit weg von uns beschrieben. Siinä sinä olet ist ein gutes Beispiel für die heutigen finnischen Kinderbücher, in denen nationale, ethnische oder zum Beispiel religiöse Diversität ein natürlicher Teil der Figuren ist. 

Diversität wird in diesem Beitrag als dynamische und veränderliche Distinktionen definiert, die u. a. durch Ethnizität, sozioökonomischen Hintergrund, Religion/Irreligiosität, Geschlecht, Fähigkeit und sexuelle Orientierung bestimmt werden. Diese Distinktionen beeinflussen die Zugehörigkeit und Partizipation von Individuen und Menschengruppen, besonders Minderheiten, denn durch Distinktionen geben wir der Unterscheidung „wir und die anderen“ Bedeutung. Wie frühere Untersuchungen zur Kinderliteratur (z.B. Botelho & Kabakow Rudman, 2009; Bradford 2007) gezeigt haben, verband sich die Schilderung der Multikulturalität häufig mit der Darstellung anderer Kulturen als fern, exotisch und mystisch. Diese Darstellungsweisen verstärkten die Gegenüberstellung von „uns” und „den anderen” als zivilisiert und unzivilisiert. Die australischen Kinderliteraturwissenschaftler Debra Dudek (2011) und John Stephens (2011) haben beide über die Schwierigkeit der Darstellung von Multikulturalität geschrieben. Dudek zufolge sind Spannungen nicht zu vermeiden, wenn Multikulturalität das Thema ist. Stephens wiederum problematisiert vor allem die oberflächliche Darstellung von Multikulturalität, die seiner Ansicht nach dadurch entsteht, dass das Anderssein in den Mittelpunkt gerückt wird. Da in der überwiegenden Mehrheit der Geschichten Angehörige der Mehrheitskultur zentrale Rollen erhalten, orientieren sich die Bedeutungen ständig an der Perspektive der dominierenden Mehrheitskultur. (Stephens 2011, 18–19). 

In Finnland gibt es einige Untersuchungen über die in Kinderbüchern beschriebene Multikulturalität (s. z.B. Heikkilä-Halttunen 2013; Pesonen, 2015; Rastas 2013). Auch das mit Büchern über Multikulturalität verknüpfte Lernen wird in jüngster Zeit mehr untersucht (s. z.B. Aerila 2010; Pesonen 2019). Über Begriffe wie multikulturelle Kinderliteratur wurde jedoch keine vergleichbare akademische oder öffentliche Debatte geführt wie zum Beispiel in den USA. Anna Rastas (2013, 13) zufolge bietet der Begriff multikulturelle Literatur (multicultural literature) auch für die Analyse der in Finnland veröffentlichten Literatur geeignete Instrumente. Sie betont aber, dass der Begriff nicht unproblematisch ist, denn er verweist in der Regel speziell auf rassifizierte Gesellschaftsverhältnisse, nicht zum Beispiel auf verschiedene Sprachen oder Religionen. Man hat aufgezeigt, dass auch die Beschreibung Finnlands und der finnischen Lebensart in Kinderbüchern zeitweise die Trennung in „wir Finnen und die Ausländer“ verstärkt (z.B. Heikkilä-Halttunen 2013; Pesonen 2015). 

In diesem Beitrag wird der Referenzrahmen der intersektionalen Theorie genutzt. Das ermöglicht und fördert eine kritische Betrachtung unseres Verständnisses von Diversität und sozialen Kategorien als Distinktionen. Die Intersektionalität bietet auch ein geeignetes Instrument zur Analyse, indem sie es ermöglicht, verschiedene soziale Kategorien (wie Ethnizität, Nationalität, Geschlecht, Sprache, Fähigkeit, Alter) sichtbar zu machen und zu dekonstruieren (Pesonen 2015). Eine intersektionale Analyse setzt voraus, dass man sich der vielförmigen Machtverhältnisse bewusst ist und versteht, dass Individuen – weder zur Minderheit noch zur Mehrheit zählende – nicht einzelnen und engen Kategorien zugeordnet werden sollten. (Crenshaw 1991; Yuval-Davis 2009) Die Bewusstmachung der Machtverhältnisse und ihren Abbau in der Kinderliteraturforschung fordern auch Mia Österlund, Maria Lassén-Seger und Mia Franck (2011), die finnische Kinderliteratur untersucht haben. Ihrer Ansicht nach kann und muss man bei der Untersuchung der Multikulturalität die von Ideologien und gesellschaftlichen Tendenzen verursachten zahlreichen, sich überlagernden und teilweise sogar widersprüchlichen Diskurse berücksichtigen. 

DIVERSITÄT IN GESCHICHTEN ÜBER FLÜCHTLINGE 

Mit der Geschichte der Darstellung von Diversität verbinden sich Themen des Außenseitertums und der Fremdheit, aber auch stereotype und rassistische Darstellungsweisen. Vor allem bei der Darstellung von Minderheiten waren vereinfachende Darstellungsweisen hinsichtlich der Ethnizität und der sozialen Klasse häufig. Auch Tokenismus, d.h. oberflächliche und vorgebliche Darstellungsweisen, die der Geschichte einen multikulturellen Anstrich geben sollen, waren üblich (z.B. Botelho & Kabakow Rudman 2009). In den letzten Jahren ist die Zahl der Kinderbücher, die von Flüchtlingen erzählen, erheblich gestiegen. Es ist bekannt, dass Kriegsdarstellungen in Kinderbüchern das Risiko von „wir und die anderen”- Abgrenzungen erhöhen (Meek 2001); daher betrachte ich die Darstellungsweisen des Fluchtthemas insbesondere aus dieser Perspektive. Die Flucht-Narrative erzählen, kurz gesagt, von Asyl suchenden Menschen. In der Kinderliteraturforschung wurden von Flüchtlingen erzählende Geschichten im Hinblick darauf hervorgehoben, dass sie zur Förderung von Empathie und Verständnis eingesetzt werden können. Aufgrund dieser Sichtweise, die den pädagogischen Charakter der Literatur betont, wurde darauf hingewiesen, dass die Flucht-Narrative anstelle von Statistiken persönlichere und bedeutungsvollere Erlebnisse bieten (Hope 2017) und es ermöglichen, auch die Perspektive und Stimme des Flüchtlings hörbar zu machen (Arizpe 2010; Nel 2018). In Finnland sind jedoch Verleger, Autoren und Illustratoren von Kinderbüchern sowie die Figuren der Bücher weiterhin größtenteils weiße Finnen (Oikarinen-Jabai 2009; Rastas 2013). Die Möglichkeit 37 der Flucht-Narrative, die Stimmen der als Minderheiten Definierten hörbar zu machen, sollten auf dem Weg über die Machtverhältnisse kritisch betrachtet werden, wobei zu erörtern wäre, ob diese Geschichten die Aufgliederung „wir und die anderen“ verstärken oder ob sie auch andere Perspektiven auf das Leben von Menschen, die Flüchtlinge geworden sind, bieten können (Pesonen 2020). 

In Finnland sind Flucht-Narrative in der Kinderliteratur immer noch selten. Das eingangs vorgestellte Bilderbuch Siinä sinä olet (2020) kann so interpretiert werden, dass es teilweise diese Thematik behandelt, denn in der Geschichte befindet sich der Vater der Familie bereits in einem anderen Land, in das auch der Rest der Familie zu gelangen hofft. Im Mittelpunkt der Flucht-Narrative steht jedoch meist die Reise selbst, deren fast ikonischer Teil die Überquerung des Meeres geworden ist (Vassiloudi 2019, auch Pesonen 2020). Insofern ist das Bilderbuch Siinä sinä olet eine Ausnahme, denn es rückt ein Kind, das sich nach einem Elternteil sehnt, in den Mittelpunkt. Ein wichtiger Teil der Geschichte ist die von der Sehnsucht verursachte Traurigkeit und Verstimmung, die die Protagonistin Sama auch an ihrer Mutter auslässt. Die Abwesenheit von Samas Vater könnte als Folge von Arbeitsmigration interpretiert werden. Der Autorin Katri Tapola zufolge erzählt das Buch jedoch von der Flucht und ihren Auswirkungen auf das Leben der Menschen. In der Geschichte werden keine klaren Antworten gegeben, und es wird nicht erzählt, ob Sama, ihr kleiner Bruder Nagim und die Mutter auf Familienzusammenführung warten. Dieser Verzicht auf Hervorhebung ist eine der Stärken der Geschichte. Das Wichtigste ist letztlich, dass man mit der Sehnsucht und dem Trennungsschmerz leben kann. Die Telefongespräche mit dem Vater sind schwierig, denn Sama weiß nicht, wie sie ihm von ihrer Sehnsucht und Traurigkeit erzählen soll. Der Vater spürt Samas Gefühle jedoch und versteht es, sie zu trösten. Gemeinsam sprechen die beiden über Träume und über die Zukunft, und dabei hat Sama das Gefühl, ihr Vater wäre wieder in der Nähe. Sie fühlt sich leichter, und auch die Freude kehrt in ihr Leben zurück. Am Ende der Geschichte spielt Sama mit ihrem kleinen Bruder, dass sie zum Vater reisen.

Siinä sinä olet ist ein zweisprachiges Bilderbuch, auf dessen Doppelseiten nebeneinander der finnische Text und seine arabische Übersetzung stehen. Zweisprachigkeit in ein Bilderbuch einzubringen, ist in der heutigen vielsprachigen Gesellschaft eine zeitgemäße, aber auch notwendige Lösung. Die finnische Vorund Grundschulpädagogik fordert von den Lehrkräften Sprachbewusstsein und die Einbringung eines sprachbewussten Lernmilieus in die Erziehung und Ausbildung aller Kinder. Daher besteht Nachfrage nach Büchern, in denen Zwei- und Mehrsprachigkeit als natürlicher Teil der Geschichte fungieren. Ein aus der Sicht der Sprache andersartiges Flucht-Narrativ bietet eine zweite finnische Publikation mit dem Titel Meidän piti lähteä (Pelliccioni, 2018; Wir mussten weggehen). Meidän piti lähteä ist ein wortloses Bilderbuch, das von der Flucht einer Familie 38 aus einem Kriegsgebiet erzählt. Die Wortlosigkeit des Buches bietet Lesern unterschiedlichen Alters die Möglichkeit, die Bilder nach ihrem eigenen Verständnis zu interpretieren und die Geschichte auch in ihrer eigenen Sprache in Worte zu fassen. Sie ermöglicht es auch, Diversität, zum Beispiel im Hinblick auf Nationalität, Ethnizität oder Religion, zu einem Teil der Geschichte und der Figuren zu machen. Die Interpretation der Bilder verlangt vom Leser einerseits mehr als das Lesen eines Textes. Andererseits ermöglicht sie unterschiedliche Perspektiven der Geschichte.

In Meidän piti lähteä, wie auch in Siinä sinä olet, ist die Hauptfigur ein kleines Mädchen. Zu Beginn der Geschichte führt die Familie ein friedliches Leben in ihrem eigenen Zuhause. Doch unmittelbar darauf wird der Kriegsausbruch gezeigt; auf der in dunklen Tönen gehaltenen Doppelseite werfen Flugzeuge explodierende Bomben über der nächtlichen Stadt ab. Der Krieg beginnt ganz überraschend, und das Buch erzählt nichts über seine Hintergründe oder Ursachen. Einen zentralen Raum nimmt die Flucht ein, die im größten Teil des Buches dargestellt wird. Die Familie ist mit verschiedenen Transportmitteln und auch zu Fuß unterwegs. Sie übernachtet im Freien und erreicht schließlich ein Meeresufer, wo sie in ein Schlauchboot gesetzt wird. Die Überfahrt ist der zentralste und auch bedrohlichste Teil der Geschichte. Die Abbildungen zeigen ein unendliches, dunkles Meer, auf dem das kleine rote Schlauchboot beinahe verschwindet. Vollgestopfte Schlauchboote auf dem Meer sind zu einem der bekanntesten visuellen Motive unserer Zeit geworden. In den letzten Jahren waren diese Bilder in Nachrichten und verschiedenen Medien so oft zu sehen, dass sie ein ikonisches Element von Fluchtgeschichten geworden sind. Das hat teils dazu geführt, dass andere Gefahren und Traumata, denen Flüchtlinge begegnen, wie Mauern und Zäune, Obdachlosigkeit, Missbrauch oder der Verlust der Familie, in den Geschichten nicht hervorgehoben wurden (Vassiloudi 2019, 38). Auch Meidän piti lähteä schildert die Zeit im Flüchtlingslager nach der Überquerung des Meeres teils als glückliche Zeit. Im Lager spielen die Kinder lächelnd miteinander, und die Blumen blühen auf. Andererseits leuchten nachts die Öffnungen der Zelte in der Dunkelheit rot, wie eine Erinnerung an die Schrecken des Krieges, die die Menschen immer noch mit sich tragen. 

Siinä sinä olet und Meidän piti lähteä sind sehr unterschiedliche Darstellungen der Flucht, aber in beiden ist die Hauptfigur ein kleines Mädchen, durch das Trauer und Angst geschildert werden. Die Darstellung von verletzbaren Minderheiten, wie Flüchtlingen, kann auch zu einer Konstellation führen, in der die westliche Welt als gutwillige, hilfsbereite Seite, die östliche und südliche Welt dagegen als schwach und hilfsbedürftig dargestellt wird (Vassiloudi 2019; Pesonen 2020). Am Ende des Buches Meidän piti lähteä wird gezeigt, wie die Familie mit dem Flugzeug in ein verschneites Land kommt, wo man ihr eine eigene Wohnung gibt. Das Einleben im neuen Heimatland wird durch das Bauen eines Schneemannes mit ei- 39 nem anderen Kind unterstrichen. Die Wortlosigkeit der Geschichte ermöglicht jedoch unterschiedliche Interpretationen, und auf der letzten Seite im Buch schlägt die Autorin dem Leser vor, zu überlegen, wie die Geschichte weitergehen könnte. Anders als Meidän piti lähteä, präsentiert Siinä sinä olet das Mädchen Sama nicht als hilfsbedürftig, verstärkt also nicht die Konstellation „wir und die anderen”, d.h. die Trennung in Hilfe empfangende Andere und Hilfe leistende Wohltäter. Im Mittelpunkt von Samas Geschichte steht die Sehnsucht, mit der sich der Leser möglicherweise ohne jede Konnotation zum Flucht-Narrativ identifizieren kann. Daher entsteht keine so starke Gliederung in „wir und die anderen“. 

ANDERSSEIN UND NORMALITÄT BEI DER HERAUSFORDERUNG DER NORMEN

In finnischen Bilderbüchern wurden Themen des Außenseitertums und Andersseins in den letzten Jahren auch aus sozioökonomischer Perspektive behandelt. Die Hauptfiguren des Bilderbuchs Koira nimeltä kissa (Kontio & Warsta 2015; Ein Hund namens Katze) sind ein obdachloser Mann und ein streunender Hund. Die Geschichte thematisiert vor allem Außenseitertum, aber auch Zugehörigkeit und Freundschaft; das macht sie zu einem interessanten Teil der Behandlung von Diversität in den Kinderbüchern des 21. Jahrhunderts. In diesem Buch begegnet ein auf der Straße lebender Mann namens Marder einem streunenden Hund namens Katze. Beide verbindet die Erfahrung eines nicht unbedingt selbst gewählten Außenseitertums. Als Marder und Katze sich gegenseitig ihre Geschichte erzählen, ergibt sich daraus eine behutsame Kritik an der begrenzten Auffassung der Menschen vom Normalen und an den ausgrenzenden Strukturen der Gesellschaft. Das Buch bietet eine außergewöhnlich kühne Perspektive auf Anderssein und Außenseitertum, denn Obdachlosigkeit ist kein übliches Thema in der finnischen 40 Kinderliteratur. Es erhielt zahlreiche positive Rezensionen und wurde 2016 für den Kinder- und Jugendliteraturpreis des Nordischen Rates nominiert. Der zweite Band der Reihe, Koira nimeltä Kissa tapaa kissan (Kontio & Warsta 2019; Ein Hund namens Katze begegnet einer Katze), wurde für den Finlandia-Junior-Preis nominiert. Koira nimeltä Kissa tapaa kissan setzt die Geschichte der beiden am Rand der Gesellschaft lebenden Gestalten fort. Dieser Band stellt eine echte Katze vor, die sich den beiden anschließt und von ihren Abenteuern auf den Weltmeeren erzählt. Schon im ersten Band war die vorsichtige Hinterfragung der sozialen Normen, der Wunsch, außerhalb der Definitionen zu leben, ein zentraler Teil der Geschichte. Die Katze hat auf ihren Reisen durch die Welt viele Namen bekommen, von Pedro bis Lila, und die Gegenüberstellung der Geschlechter, die Trennung in „Mädchen oder Junge“ ist für sie unwesentlich. In der Geschichte werden Fragen der Zugehörigkeit und des Außenseitertums behandelt sowie auch die Geschlechternormen in Frage gestellt. Durch die Katze wird aus dem Zwei- ein Dreigespann, das jedoch durch seine Besonderheit nicht bemitleidenswert wird. Die Illustrationen von Elina Warsta bringen in beiden Bänden unterschiedliche Perspektiven und zusätzlichen Inhalt in die Geschichte ein. Daher kann man die Bücher auch als erweiterte Bilderbücher (expanding picturebooks) bezeichnen, denn die Bilder bieten selbständige, vom Text unabhängige Bedeutungen. 

Außenseitertum und Anderssein aus sozioökonomischer Perspektive schildert auch das Werk Sorsa Aaltonen ja lentämisen oireet (Salmi & Pikkujämsä 2019; Die Ente Aaltonen und die Symptome des Fliegens). Die Ente Aaltonen träumt vom Fliegen, fürchtet sich jedoch. Der Arzt diagnostiziert Flugangst und weist die Ente an, Mut zu fassen. Die Geschichte erzählt von Träumen und Ängsten, streift aber auch die unterschiedlichen Ausgangspunkte, die das Leben der Einzelnen bestimmen. Fast an jedem Werktag steht die Ente in der „Brotschlange” an, wo auch viele andere von einer Veränderung in ihrem Leben träumen. Die Brotschlange spiegelt die zunehmende gesellschaftliche Ungleichheit und die daraus entstehende Einengung der Möglichkeiten wider. Alt und jung holen sich hier ihre tägliche Mahlzeit: „Jemand hatte einen Job gefunden, einer hatte gerade erst einen Schnuller bekommen. Aber über eins wurde am meisten gesprochen: Wann fliegen wir in den Süden?”. Die Ente Aaltonen fühlt sich in mehrfacher Hinsicht als Außenseiterin, denn sie war noch nie verreist, kann nicht fliegen, fürchtet sich vor dem Arzt und denkt, dass sich deshalb niemand für sie interessieren kann. Am Ende der Geschichte fasst sich die Ente Aaltonen jedoch ein Herz, macht einen Flugversuch und bekommt tatsächlich Luft unter ihre Flügel. Die farbige Acrylillustration von Matti Pikkujämsä kandidiert für den Kinder- und Jugendliteraturpreis 2020 des Nordischen Rates. 

Verbindende Elemente in diesen Geschichten über das Außenseitertum sind sowohl die anthropomorphen Tiergestalten als auch die Gegendiskurse. Mithilfe 41 von Gegendiskursen, oder Gegennarrativen, kann man Dinge anders darstellen, wobei häufig die Machtdiskurse, d.h. die vorherrschenden Darstellungsweisen herausgefordert werden (z.B. Chaudri and Teale 2013). Sowohl der obdachlose Mann Marder in Koira nimeltä Kissa als auch die an der Tafel anstehende Ente Aaltonen sind Gestalten, die in der gesellschaftlichen Diskussion oft als hilfsbedürftig und sogar als gescheiterte Existenzen dargestellt werden. Durch die Gegenerzählungen zeigen Marder und die Ente Aaltonen sich jedoch als aktive Gestalten, die ihre Lebensentscheidungen in eigener Verantwortung treffen. Im Mittelpunkt von Gegenerzählungen steht häufig die Herausforderung vereinfachender Stereotype. Wichtig ist ferner die Beziehung von Bild und Text. In Gegenerzählungen können der Text und die Bilder die Geschichte unabhängig voneinander erzählen. Dadurch erweitern die Bilder die Geschichte, die der Text erzählt. Mehrere der hier vorgestellten finnischen Bilderbücher des 21. Jahrhunderts können als sogenannte erweiterte Bilderbücher betrachtet werden. Solche Bücher sind besonders interessante Darstellungen der Diversität, denn sie ermöglichen auch erzieherische Bedeutungen, ohne den pädagogischen Ansatz zu sehr zu unterstreichen. Wie die oben genannten Bücher über das Thema Flucht können auch Geschichten, die vom Leben am Rand der Gesellschaft erzählen, die Diversität der Ethnizität, der Religion, des Geschlechts oder zum Beispiel der sexuellen Orientierung als Teil der heutigen Gesellschaft darstellen.

DIE GRENZEN ZWISCHEN NORMAL UND ANDERS WERDEN NEU GEZOGEN

Die oben vorgestellten Werke fordern die normative Gliederung in „Andersartigkeit“ und „Normalität“ heraus. Die Herausforderung der dominierenden sozialen und politischen Diversitätsdiskurse ermöglicht ein vielfältigeres Verständnis der mit uns und den anderen verknüpften Distinktionen. Gegenerzählungen können 42 die Menschen und ihr Leben vielseitiger darstellen, und gleichzeitig regen sie dazu an, mit dem sogenannten Normalen verbundene Auffassungen und Grenzen zu überdenken (Pesonen 2019). Als nächstes stelle ich einige seit 2010 erschienene Bilderbücher vor und erörtere anhand dieser Werke, welche Bedeutungen und Werte sich mit der Darstellung der Diversität verbinden. Ich vertrete die Ansicht, dass unsere Auffassungen von der Andersartigkeit verändert werden, wenn Diversität als gewöhnlicher Teil der Geschichte und der Gestalten präsentiert wird. So verknüpft sich zum Beispiel mit der Schilderung von Minderheiten kein exotisierender und bevormundender Aspekt, der in früheren Jahrzehnten in Kinderbüchern über Multikulturalität sehr verbreitet war. 

Tuikun tärkeä tehtävä (Lestelä, 2019; Tuikkus wichtige Aufgabe) ist der erste Band einer Buchreihe über Tuikku, ein Mädchen im Kindergartenalter. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Vorfall im Kindergarten: Tuikku hat sich mit ihrem guten Freund Oiva gestritten. Die bösen Worte bedrücken Tuikku so sehr, dass ihr der Bauch wehtut. Die Mutter versteht die Situation und geht am Abend mit dem Mädchen zu Oiva, um sich zu entschuldigen. In der Geschichte geht es um emotionale Intelligenz. Die für Kinder recht alltägliche Streitsituation und das ungute Gefühl, das sie hinterlässt, ermöglichen es, sich in die Lage des Anderen zu versetzen, und regen zum Nachdenken darüber an, weshalb es manchmal schwierig ist, um Entschuldigung zu bitten. Die Familienkonstellation in diesem Bilderbuch ist nicht die typische Kernfamilie, denn Tuikku wohnt mit ihrer Mutter allein in Finnland, der für das Mädchen wichtige Vater dagegen in Afrika. Die Buchreihe über Tuikku ist eine willkommene Ergänzung im Bereich der finnischen Bilderbücher, denn Kinder, die ethnischen Minderheiten zugeordnet werden, begegnen selten als Hauptfigur.

Buchcover Puhelias Elias. Häätanssit. Bild: Essi Kummu, Marika Maijala Geschlecht und Sexualität werden in einigen finnischen Bilderbüchern des 21. Jahrhunderts aus der Perspektive der Minderheit behandelt. Die Reihe Puhelias Elias (Kummu & Maijala; Der redselige Elias) besteht aus drei illustrierten Büchern, in denen Geschlecht und Sexualität behandelt werden, ohne jedoch pädagogische Absichten zu unterstreichen. Der erste Band, Puhelias Elias (2012; Der redselige Elias) stellt Elias, einen Jungen im Grundschulalter, und seine Familie vor. Die Eltern des Jungen sind frisch geschieden, und nun gewöhnt man sich in der Familie an das neue System mit doppeltem Zuhause. Im zweiten Band, Harjoituspusuja (2015; Übungsküsse) ist Elias verwirrt, weil neue Gefühle in ihm erwachen. Mädchen wecken einerseits sein Interesse, andererseits machen ihm körperliche Nähe und vor allem Küsse noch ein wenig Angst. Seine Mutter erzählt ihm, dass auch die Erwachsenen ihre emotionalen Fähigkeiten ihr Leben lang üben und dass zwischenmenschliche Beziehungen auch den Erwachsenen nicht immer gelingen. Elias ist mit einem Kind namens Priit befreundet, das in Pärnu in Estland wohnt und dem er über alles schreiben kann, was ihn bedrückt oder wundert. Priit wird in der Reihe geschlechtsneutral dargestellt. Die Reihe behandelt sowohl das Geschlecht als auch Patchwork-Familien vielseitig und unkompliziert. Auch andere nicht-normative Familien, wie zwei Frauen als Eltern, werden als normaler Teil der heutigen Gesellschaft dargestellt. Die Reihe hebt Unterschiede oder Andersartigkeit nicht eigens hervor, weicht aber auch sogenannten Tabuthemen nicht aus. 

In allen Bänden der Reihe wird die binäre Auffassung von Maskulinität und Feminität auf vielerlei Weise durchbrochen. Elias’ Vater backt leidenschaftlich gern, aber andererseits wird erzählt, dass er vor dem Spiegel seine Muskeln spielen lässt. Die neuen Beziehungen der Eltern können einem Kind sogar Angst machen, denn sie zerstören die frühere, sichere Umgebung. Der neue Partner von Elias’ Mutter ist eine Frau, was jedoch an keiner Stelle besonders hervorgehoben wird. Im Verhältnis zu den hegemonischen gesellschaftlichen Annahmen erscheint eine Beziehung, die gegen die Heteronormativität verstößt, also nicht außergewöhnlicher als die Beziehung des Vaters zu einer Frau. Auch Elias’ eigene Maskulinität wird anhand der erwachenden Sexualität und der körperlichen Empfindungen direkt, aber nicht belehrend geschildert. Der neueste Band der Reihe, Häätanssit (2019; Hochzeitstanz), setzt die Erörterung des Heranwachsens, der Gefühle und der zwischenmenschlichen Beziehungen fort. Elias’ Mutter und ihre Freundin Inari sind zusammengezogen und werden bald heiraten. Mit Inari zieht auch ihre Tochter Helga bei Elias und seiner Mutter ein. Für den sensiblen und gefühlvollen Elias scheinen all diese Veränderungen zu viel zu sein, und vor der Hochzeit ist er niedergeschlagen und wütend. Seinen Ärger lädt er bei seinem Großvater ab: Elias ließ den Kopf hängen. „Es war noch gut, als die Scheidung durch war und ich, Mama und Inari in der Löwenzahnstraße wohnten. Jetzt sind zu viele Menschen in unserer Wohnung, und Mama heiratet Inari.Opa hatte seinen Kragen gerichtet und zog sein Jackett gerade. „Morgen”, sagte er. „Ich mag das überhaupt nicht”, antwortete Elias. „Warum nicht?” „Weil dann alles so bleibt wie jetzt!“, rief Elias. „Und weil nichts mehr so wird wie früher!” (Kummu, 2019, 19). Der Alltag einer Patchwork-Familie ist bisweilen auch für die Erwachsenen aufreibend, und es zählt zu den Stärken der Reihe, dass sie Gefühle, positive wie negative, sowohl auf der Ebene der Kinder als auch auf der der Erwachsenen schildert. Hinsichtlich der Thematik der Diversität gelingt es der Elias-Reihe auf interessante Weise, normative Annahmen in Bezug auf Familien sowie auf binäre Geschlechtsauffassungen zu hinterfragen.

Die Darstellung von Familien ist in der finnischen Kinderliteratur des 21. Jahrhunderts vielfältiger geworden, wie beispielsweise die oben genannten Bücher zeigen. Das erste finnische Bilderbuch, in dem beide Elternteile der Hauptfigur dasselbe Geschlecht haben, war das von Tittamari Marttinen verfasste und von Aiju Salminen illustrierte Werk Ikioma perheeni (2014; Meine eigene Familie). Das Buch überschritt bei seinem Erscheinen Grenzen, denn mehrere Gestalten 44 in der Geschichte gehören Minderheiten an, entweder durch ihre Sexualität oder durch ihr Geschlecht. Die Hauptfigur selbst, Kuu, ist geschlechtsneutral, was als Phänomen in den finnischen Kinderbüchern des 21. Jahrhunderts allerdings häufig geworden ist. In der Familie von Kuus bestem Freund gibt es ebenfalls gleichgeschlechtliche Eltern. Ferner wird erzählt, dass Kuus Patenonkel, Niki, eine Geschlechtsumwandlung durchläuft. Ikioma perheeni brachte Regenbogenfamilien in die Kinderliteratur, wofür das Buch von vielen Seiten gelobt wurde. Es wurde zudem mit dem Arvid Lydecke-Preis 2015 ausgezeichnet. Ikioma perheeni brach bei seinem Erscheinen Normen vor allem im Bereich der Familienmodelle. Im Gegensatz zu den anderen oben vorgestellten Werken ist der Ansatz in Ikioma perheeni sehr didaktisch, und mehrere Begriffe, wie Kleeblattfamilie oder Geschlechtsumwandlung, werden lehrbuchhaft erklärt. Der starke didaktische Ansatz unterscheidet das Werk von den anderen hier vorgestellten, später erschienenen Bilderbüchern über nicht-normative Familien. Ikioma perheeni ebnete jedoch auf dem Feld der Kinderliteratur den Weg für Geschichten, in denen Fragen der Sexualität und des Geschlechts furchtlos aufgegriffen werden.

Als letztes Bilderbuch präsentiere ich das Werk Muistan sinua rakkaudella [2019, Pelliccioni, Snellman & Szalai; Ich denke an dich in Liebe] (Auszug in diesem Jahrbuch, S. 124-125). Dieses visuell in dunklen Tönen gehaltene Bilderbuch erzählt vom Tod und von verschiedenen Arten des Trauerns. Die Hauptfigur des Buches ist Alma, deren Großmutter gestorben ist. Der Verlust der Großmutter stimmt Alma traurig, verwirrt sie aber auch. Alma denkt darüber nach, warum ein nahestehender Mensch sterben muss. Sie spricht mit ihrem Freund Diego über ihre Sehnsucht. Diego erzählt, dass seine Familie des verstorbenen Großvaters, des abuelo, am Tag der Toten gedenkt, der Dia de los Muertos genannt wird. Diego bringt Alma auf die Idee, zur Erinnerung an die Großmutter verschiedene Gegenstände neben ihr Foto auf den Tisch zu legen. Almas Mutter ist über diese Geste gerührt, und die Familie trauert nun gemeinsam über ihren Verlust. Almas Eltern vereinbaren ein Treffen mit Diegos Familie, und alle verbringen gemeinsam den Tag der Toten.

In dem Bilderbuch Muistan sinua rakkaudella treffen unterschiedliche Auffassungen und Traditionen in Bezug auf den Tod und die Erinnerung an die Toten aufeinander. Aus der Perspektive der Diversität ist interessant, dass der neue Brauch, der mexikanische Tag der Toten, nicht exotisch oder seltsam erscheint. In der Geschichte begegnen sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen andersartigen Bräuchen und Normen interessiert und offen. Es wird gezeigt, wie sich kulturelle Bräuche vermischen und neuartige Traditionen bilden. So schildert Muistan sinua rakkaudella Kulturen und die mit ihnen verbundenen Normen und Bräuche als veränderlich und sich erneuernd. Damit wird zugleich die statische und essentialistische Auffassung von „unserer“ Kultur und den Kulturen der „Anderen“ in Frage gestellt.

ZUM SCHLUSS

Die finnische Kinderliteratur des 21. Jahrhunderts präsentiert eine vielförmige Diversität, und die Trennungen in Andersartigkeit und Gleichartigkeit sind in den Büchern nicht mehr so stark präsent wie in früheren Jahrzehnten. In den hier vorgestellten Bilderbüchern zeigen sich die Identitäten der Kinder wie der Erwachsenen als vielförmig, veränderlich, aber auch widersprüchlich. Themen der Diversität werden anhand der Ethnizität, der Nationalität, des sozioökonomischen Hintergrunds, des Geschlechts und der Sexualität behandelt, ohne jedoch die Andersartigkeit derjenigen zu betonen, die Minderheiten zugeordnet werden. Man kann sagen, dass Darstellungen der Diversität ein natürliches Element der Bilderbücher geworden sind. Die Grenzen zwischen dem Üblichen und dem Andersartigen werden neu gezogen, da an die Darstellungsweisen der Diversität keine Trennung in normal und unnormal geknüpft wird. Die unterschiedliche Darstellung des Üblichen hinterfragt also normative Auffassungen und Annahmen beispielsweise hinsichtlich der Familie und des finnischen Wesens, aber auch in Bezug auf die statischen und essentialistischen Aufgliederungen in „unsere“ Kultur und die der „Anderen“. 

Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass die ausgewählten Bücher weitgehend zum Typ des postmodernen, erweiterten Bilderbuchs zählen und daher nicht die gesamte in Finnland veröffentlichte, Diversität schildernde Kinderliteratur repräsentieren. In den hier vorgestellten Büchern ist Diversität der intersek- 46 tionalen Theorie entsprechend eine vielfältige, sich überschneidende und sogar widersprüchliche Verbindung verschiedener sozialer Kategorien, wie Ethnizität, Sprache, Nationalität, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Man kann sagen, dass die vorgestellten Bücher Diversitätsschilderungen in ihrer besten Form repräsentieren; als vielschichtige, sogar komplizierte Darstellungen, die der Leser nach seinem Verständnis interpretiert (Dudek, 2011, 155). 

Kinderbücher, in denen die Trennung in Unterschiedliche und Gleichartige, in „wir und die anderen“, durch Diversitätsschilderungen in Frage gestellt wird, sind aktuell. In Finnland, wie auch in vielen anderen europäischen Gesellschaften, haben rechtsextreme und nationalsozialistische Auffassungen in den letzten Jahren zugenommen. Die hier vorgestellten Bilderbücher predigen nicht, sondern laden dazu ein, bekannte, als normal geltende Bräuche, Praktiken und Darstellungsmuster aus einer anderen, möglicherweise neuartigen Perspektive zu betrachten und zu erörtern. So lassen sich vielfältigere Geschichten hervorheben, die unsere Auffassung vom Normalen erweitern können.

Literaturverzeichnis

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Der Artikel wurde ursprünglich auf Deutsch im Jahrbuch für finnisch-deutsche Literaturbeziehungen Nr. 52/2020 veröffentlicht.

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