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Vereinigtes Königreich Glasgow

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18:00–19:30 Uhr, BST

Shahid

Filmvorführung |Deutsches Kino mit englischen Untertiteln auf unserer Großleinwand

Shahid © Leonie Huber

Shahid © Leonie Huber

Teils Realität, teils Fiktion, teils Theater und teils Musical: Regisseurin Narges Shahid Kalhor inszeniert eine Schauspielerin, die eine Version von ihr selbst spielt. Sie möchte nicht mehr „Shahid“ (Märtyrer) genannt werden und ist entschlossen, ihren Namen zu ändern. Dann taucht ihr heldenhafter Urgroßvater auf – vor 100 Jahren im Iran mit dem Titel Märtyrer ausgezeichnet – von dem seine Nachkommen den Namen geerbt haben. Er will seine Urenkelin davon abbringen und folgt ihr zusammen mit seinen tanzenden Freunden auf ihrer Suche. Die bayerische Bezirksverwaltung schickt sie zu einem Psychologen, der ebenfalls einen schwierigen Namen hat.

Am Ende sind alle frustriert: die Regisseurin von der Bürokratie, die Schauspielerin von den Anforderungen der Regisseurin, ihr Urgroßvater von der Entschlossenheit seiner Nachkommin und der Film von sich selbst. Die Winde der Geschichte wirbeln Narges immer wieder im Kreis, durch die malerische deutsche Stadt und durch ihren eigenen Filmdreh, während Stereotype und Privilegien performativ und erfinderisch erschüttert werden. Mehrdeutige Autofiktion mit visueller Kunst, Liedern und Gedichten: ein tragikomischer, trotziger Akt der Selbstermächtigung im Exil.

2024 | Regie: Narges Kalhorn | Deutschland | 84 Min | Deutsch mit englischen Untertiteln | Mit: 
Baharak Abdolifard, Nima Nazarinia, Saleh Rozati, Thomas Sprekelsen, Stefan Ribbentrop, Carine Huber, Lilli Pongratz, Armin Makumbo, Thomas Hupfer, Rakim Hazaz, Nina Wesemann

Quelle: 74. Internationale Filmfestspiele Berlin