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19:00 Uhr
Goethe-Kino: Hannah Arendt - Ihr Denken veränderte die Welt von Margarethe von Trotta
Film|Goethe-Kino (Kinovorführung)
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Goethe-Institut London, London
- Preis Preis: £6, £3 ermäßigt und für Goethe-Institut Sprachkursteilnehmer*innen & Bibliotheksmitglieder.
Am 4. Dezember 2025 jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Hannah Arendt. Aus diesem Anlass zeigen wir den biografischen Spielfilm Hannah Arendt – Ihr Denken veränderte die Welt von Margarethe von Trotta. Der Film konzentriert sich auf ein prägendes Kapitel im Leben der politischen Theoretikerin: ihre Berichterstattung und Reflexion über den Prozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Jerusalem im Jahr 1961 sowie die von ihr ausgelösten Kontroversen.
Bitte beachten Sie, dass diese Ausgabe unseres Goethe-Kinos ausnahmsweise an einem Dienstag stattfindet.
1960 wird Adolf Eichmann aus Argentinien entführt und ein Jahr später in Israel vor Gericht gestellt. Für die Zeitschrift The New Yorker reist die deutsch-jüdische Historikerin, Philosophin und politischen Denkerin Hannah Arendt, die 1933 aus Deutschland emigrierte und sich 1941 in New York niederließ, als Korrespondentin zum Prozess. Sie ist überrascht, als sich der Angeklagte für sie nicht als Monster oder kriminelles Genie, sondern als ein mittelmäßiger Bürokrat entpuppt. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit erscheint 1963 ihr fünfteiliger Essay unter dem Titel Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen im New Yorker und löst weltweit heftige Reaktionen aus. Die schwerwiegendsten Vorwürfe lauteten, sie habe Eichmanns Schuld und den Holocaust verharmlost und den Juden eine Mitschuld an ihrem Schicksal gegeben.
In ihrem Film nutzt Margarethe von Trotta Gespräche, die Arendt mit ihrem Ehemann Heinrich Blücher, dem Philosophen Hans Jonas, dem Zionisten Kurt Blumenfeld, der Schriftstellerin Mary McCarthy sowie ihrer Sekretärin Lotte Köhler führt, um die politisch-philosophischen Hintergründe und Motive von Arendts Positionen zu beleuchten. Ausschnitte aus Originalaufnahmen des Prozesses vermitteln einen Eindruck davon, was Arendt von den Zuschauerbänken aus beobachtete. Für von Trotta bot die Eichmann-Kontroverse nicht nur die Gelegenheit, Arendts unabhängiges Denken und ihr entschlossenes Eintreten für ihre Überzeugungen zu zeigen, sondern im Kontrast zur öffentlichen Kämpferin auch die Privatperson Arendt zu potraitieren – eine Frau mit großer Fähigkeit zur Anteilnahme und loyaler Freundschaft. Dazu trägt nicht zuletzt die Hauptdarstellerin Barbara Sukowa bei, die bereits in früheren Filmen der Regisseurin wie Die Bleierne Zeit (1981), Rosa Luxemburg (1986) und Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen (2009) kämpferische Frauenfiguren mit großer Nuance dargestellt hat.
Deutschland 2012, Farbe, 113 Min., mit englischen Untertiteln.
Regie: Margarethe von Trotta. Mit Barbara Sukowa, Kurt Blumenfeld, Michael Degen, Megan Gay, Claire Johnson, Gilbert Johnston, Julia Jentsch, Janet McTeer, Axel Milberg, Ulrich Noethen, Klaus Pohl, Nicholas Woodeson.
Bitte beachten Sie, dass wir keine Werbung zeigen und den Film pünktlich zur angegeben Zeit starten.
Über Margarethe von Trotta
Nach dem Abschluss der Schauspielschule und Engagements an den Bühnen in Dinkelsbühl, Stuttgart und Frankfurt war Margarethe von Trotta ab 1967 in zahlreichen Rollen in Filmen des Neuen Deutschen Films zu sehen. Sie wirkte unter anderem in Filmen von Rainer Werner Fassbinder (Der amerikanische Soldat, 1970), Herbert Achternbusch (Das Andechser Gefühl, 1974) und Volker Schlöndorff mit, mit dem sie auch mehrere Drehbücher gemeinsam schrieb (Strohfeuer, 1972) und Regie führte (Die verlorene Ehre der Katharina Blum, 1975).
Ihre erste eigenständige Regiearbeit war Das zweite Erwachen der Christa Klages (1978). Der internationale Durchbruch gelang ihr mit ihrem dritten Film Die bleierne Zeit (1981). Basierend auf der realen Figuren der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin und deren Schwester reflektiert der Film verschiedene Formen politischen Widerstands. Mit diesem Werk wurde Margarethe von Trotta zur ersten weiblichen Regisseurin, die beim Filmfestival in Venedig mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.
Es folgten weitere viel diskutierte Filme wie Rosa Luxemburg (1986), Das Versprechen (1995), die mehrteilige Fernseh-Adaption von Uwe Johnsons Jahrestage (2000) sowie Hannah Arendt (2012). Immer wieder geht es in ihren Filmen darum, Vergangenheit, individuelle ebenso wie politisch-gesellschaftliche, vor allem aus feministischer Perspektive kritisch aufzuarbeiten.
Das Independent Cinema Office in Großbritannien tourte vor einigen Jahren mehrere Filme von Margarethe von Trotta und gab zu diesem Anlass mehrere englischsprachige Aufsätze in Auftrag, die Sie hier finden können.
Bitte beachten Sie, dass diese Ausgabe unseres Goethe-Kinos ausnahmsweise an einem Dienstag stattfindet.
1960 wird Adolf Eichmann aus Argentinien entführt und ein Jahr später in Israel vor Gericht gestellt. Für die Zeitschrift The New Yorker reist die deutsch-jüdische Historikerin, Philosophin und politischen Denkerin Hannah Arendt, die 1933 aus Deutschland emigrierte und sich 1941 in New York niederließ, als Korrespondentin zum Prozess. Sie ist überrascht, als sich der Angeklagte für sie nicht als Monster oder kriminelles Genie, sondern als ein mittelmäßiger Bürokrat entpuppt. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit erscheint 1963 ihr fünfteiliger Essay unter dem Titel Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen im New Yorker und löst weltweit heftige Reaktionen aus. Die schwerwiegendsten Vorwürfe lauteten, sie habe Eichmanns Schuld und den Holocaust verharmlost und den Juden eine Mitschuld an ihrem Schicksal gegeben.
In ihrem Film nutzt Margarethe von Trotta Gespräche, die Arendt mit ihrem Ehemann Heinrich Blücher, dem Philosophen Hans Jonas, dem Zionisten Kurt Blumenfeld, der Schriftstellerin Mary McCarthy sowie ihrer Sekretärin Lotte Köhler führt, um die politisch-philosophischen Hintergründe und Motive von Arendts Positionen zu beleuchten. Ausschnitte aus Originalaufnahmen des Prozesses vermitteln einen Eindruck davon, was Arendt von den Zuschauerbänken aus beobachtete. Für von Trotta bot die Eichmann-Kontroverse nicht nur die Gelegenheit, Arendts unabhängiges Denken und ihr entschlossenes Eintreten für ihre Überzeugungen zu zeigen, sondern im Kontrast zur öffentlichen Kämpferin auch die Privatperson Arendt zu potraitieren – eine Frau mit großer Fähigkeit zur Anteilnahme und loyaler Freundschaft. Dazu trägt nicht zuletzt die Hauptdarstellerin Barbara Sukowa bei, die bereits in früheren Filmen der Regisseurin wie Die Bleierne Zeit (1981), Rosa Luxemburg (1986) und Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen (2009) kämpferische Frauenfiguren mit großer Nuance dargestellt hat.
Deutschland 2012, Farbe, 113 Min., mit englischen Untertiteln.
Regie: Margarethe von Trotta. Mit Barbara Sukowa, Kurt Blumenfeld, Michael Degen, Megan Gay, Claire Johnson, Gilbert Johnston, Julia Jentsch, Janet McTeer, Axel Milberg, Ulrich Noethen, Klaus Pohl, Nicholas Woodeson.
Bitte beachten Sie, dass wir keine Werbung zeigen und den Film pünktlich zur angegeben Zeit starten.
Über Margarethe von Trotta
Nach dem Abschluss der Schauspielschule und Engagements an den Bühnen in Dinkelsbühl, Stuttgart und Frankfurt war Margarethe von Trotta ab 1967 in zahlreichen Rollen in Filmen des Neuen Deutschen Films zu sehen. Sie wirkte unter anderem in Filmen von Rainer Werner Fassbinder (Der amerikanische Soldat, 1970), Herbert Achternbusch (Das Andechser Gefühl, 1974) und Volker Schlöndorff mit, mit dem sie auch mehrere Drehbücher gemeinsam schrieb (Strohfeuer, 1972) und Regie führte (Die verlorene Ehre der Katharina Blum, 1975).
Ihre erste eigenständige Regiearbeit war Das zweite Erwachen der Christa Klages (1978). Der internationale Durchbruch gelang ihr mit ihrem dritten Film Die bleierne Zeit (1981). Basierend auf der realen Figuren der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin und deren Schwester reflektiert der Film verschiedene Formen politischen Widerstands. Mit diesem Werk wurde Margarethe von Trotta zur ersten weiblichen Regisseurin, die beim Filmfestival in Venedig mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.
Es folgten weitere viel diskutierte Filme wie Rosa Luxemburg (1986), Das Versprechen (1995), die mehrteilige Fernseh-Adaption von Uwe Johnsons Jahrestage (2000) sowie Hannah Arendt (2012). Immer wieder geht es in ihren Filmen darum, Vergangenheit, individuelle ebenso wie politisch-gesellschaftliche, vor allem aus feministischer Perspektive kritisch aufzuarbeiten.
Das Independent Cinema Office in Großbritannien tourte vor einigen Jahren mehrere Filme von Margarethe von Trotta und gab zu diesem Anlass mehrere englischsprachige Aufsätze in Auftrag, die Sie hier finden können.
Ort
Goethe-Institut London
50 Princes Gate
Exhibition Road
London SW7 2PH
Vereinigtes Königreich
50 Princes Gate
Exhibition Road
London SW7 2PH
Vereinigtes Königreich