Schnelleinstieg:

Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Schokolade
Laima - In aller Munde

Das Laima-Schokoladenmuseum in Riga.
© Laima

Laima – so heißt die Schicksalsgöttin in der lettischen Mythologie. Und auch die bekannteste und beliebteste Schokoladenmarke des Landes. Deren Ursprünge gehen auf einen deutschen Konditor zurück.

Von Alexander Welscher

Die Letten lieben Schokolade. Wer Riga besucht, kommt daher kaum an der allgegenwärtigen Leckerei vorbei. Besonders beliebt: Laima – die Marke gilt im ganzen Land als Symbol für Schokolade. Die wechselvolle Geschichte des Unternehmens reicht bis 1870 zurück. Damals gründete der deutsche Konditor Theodor Riegert (1842-1917) mit seinem Bruder Leopold in Riga eine Süßwaren- und Schokoladenfirma – sie entwickelte sich zum größten Hersteller von Confiseriewaren in den baltischen Provinzen des Russischen Zarenreichs.

Die beiden aus Ostpreußen stammenden Brüder eröffneten 1876 ihre Fabrik in der damaligen Zweiten Weidenstrasse 2A (heute: Zaļā iela) und betrieben zwei Süßwarengeschäfte in der Altstadt, 1881 kam eine dritte Verkaufsstelle hinzu. Mit der Entwicklung von Riga zu einer pulsierenden Großstadt stieg die Nachfrage nach Süßigkeiten –weitere Schokoladenfabriken entstanden und es entwickelte sich ein harter Konkurrenzkampf.

Nach einem geschäftlichen Einbruch im Ersten Weltkrieg, dem Tod des Eigentümers und dem politischen Wandel in Lettland musste Riegert in den Anfangsjahren der jungen Republik den Betrieb einstellen. Die Firma wurde 1922 wiederbelebt, konnte aber ihre einst dominierende Stellung nie wieder zurückerlangen. 1937 übernahm der lettische Staat die Aktien der Gesellschaft und verschmolz Riegert mit einem anderen Süßwarenhersteller, der von einer Gruppe lokaler jüdischer Kaufleute gegründet worden war – Laima.

Zu Sowjetzeiten legten die Machthaber den Schwerpunkt von Laima auf die Herstellung von Schokoladenprodukten, die heute in alle Welt exportiert werden. Nach der erneuten Unabhängigkeit Lettlands wurde Laima 1993 reprivatisiert und konnte trotz der Konkurrenz westlicher Schokoladenmarken seine Führungsposition im Land behaupten. Seit 2015 gehört Laima zum norwegischen Konzern Orkla. Für viele Letten ist die Marke aber weiterhin ein Aushängeschild ihrer Heimat, mit dem sich Besucher nicht zuletzt im Laima-Schokoladenmuseum vertraut machen können.

Top