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August: Labels

Queere Comic Konversation ist eine Webcomic-Serie der beiden Comic Künstler*innen Illi Anna Heger (München) und Sam Orchard (Wellington) in der sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede des queeren und trans Lebens diskutieren.

visuelles Comic: Queere Comic Konversation: August - Labels, rein text-basiertes Comic folgt nach den Anmerkungen© Illi Anna Heger + Sam Orchard

Anmerkungen

Klicken Sie hier für mehr Informationen über xier-Pronomen, die besuchte schwule Bar, Identitätsausdrücke der Pazifischen Inseln und die Takatāpui-Resourcen und Takatāpui-Organisation “Tīwhanawhana”.

Transkription

Illi Anna: Hi, wohin willst du mich mitnehmen?

Sam (singend): I wanna take you to a GAY BAR!

Sam und Illi Anna stehen vor einer Tür, auf der "IVY" steht.

Sam: Was würdest du auf Deutsch dazu sagen?

In der Kneipe. Ein Bartresen und viele diverse Menschen.

Illi Anna: Wir sagen "Gay Bar", aber auch schwule Kneipe. Das Wort "schwul", bezieht sich nur auf Männer. Auf Englisch bedeutet "gay" auch "lesbisch", oder?

Sam: Ja, "gay" kann als Überbegriff oder nur für schwule Männer benutzt werden, aber alle möglichen Gender verwenden es.

Illi Anna und Sam sitzen an einem Tisch und unterhalten sich.

Illi Anna: "Gay" ist also die generisch-männliche Variante für queere Identitäten.

Sam: Ach ja, das Patriarchat...

Sam: Bei uns gibt es noch die Begriffe der indigenen Bevölkerung, wie "takatāpui".

Illi Anna: Wie wird das verwendet?

Im Hintergrund lebhaftes Kneipengeschehen und auf der Bühne ist ein/e PerformerIn.

Sam: Zunächst wurde es in der Bedeutung "intime LebensgefährtIn des gleichen Geschlechts" verwendet. In den 1980ern wurde es als Sammelbegriff gängig. Außerdem erkennt das Wort an, dass die Māori-Kultur Gender und Orientierung nicht unterscheidet. Auf Te reo Māori, der Sprache der Māori, gibt es auch das genderneutrale Pronomen "ia".

Illi Anna: Geschlecht spielt in der deutschen Grammatik eine große Rolle . Es gab zwar schon früher ein neutrales Pronomen, aber es für Personen zu benutzen, fühlt sich für viele respektlos an.
Dann habe ich Pronomen ohne Geschlecht in englischen Geschichten entdeckt. Ich war fasziniert vom singulären "they" und "them".
Ich dachte nun, ich will im Deutschen auch neue Pronomen.

Sam: "They" und "them" sind aber nicht neu, Shakespeare hat die schon so benutzt!

Illi Anna: Ich habe mit "xier" und "dier" angefangen und brauchte 28 weitere Formen, damit es mit der Grammatik funktioniert.

Sam: Wow, wie kompliziert!

Illi Anna: Ich glaube, dem werden alle, die Deutsch als Fremdsprache gelernt haben, zustimmen.

Sam zeigt eine Landkarte mit den Inseln im Südpazifik.

Sam: Englisch ist auch kompliziert, und nicht alle in Neuseeland sprechen es als Muttersprache. Hier leben viele Menschen der pazifischen Inseln. Sie haben verschiedene Worte, um ihre Identitäten zu beschreiben.

Sam: Wörter wie "fa’afafine", "vaka sa lewa lewa", "mahu", "palopa", "fakaleiti" - und viele andere!

Illi Anna: Sprache ist ein Teil der Gruppen, denen wir angehören. Lass uns nächsten Monat über Gruppen reden!

Sam: Fantastisch!

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