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Über das Festival

Das Festival Hans Otte : Sound of Sounds ist dem Werk des deutschen Künstlers und Komponisten Hans Otte (1926 - 2007) gewidmet ist und ist von Oktober 2021 bis April 2022 in vier portugiesischen Städten zu Gast: Lissabon, Évora, Guimarães und Viseu. Das von Ingo Ahmels und der Pianistin Joana Gama kuratierte Festival umfasst Ausstellungen, Konzerte, Konferenzen und die Weltpremiere des Musiktheaterstücks J-CHOES, J'ai faim, welches unter der Mitwirkung der Pianistin Margaret Leng Tan den Komponisten John Cage, Hans Otte und Erik Satie gewidmet ist.

Hans Otte Foto© Silvia Otte

Hans Otte hatte als Leiter der Musikabteilung von Radio Bremen großen Einfluss auf die Verbreitung und das Schaffen zeitgenössischer Musik im Nachkriegs-Westeuropa. Otte selbst präsentierte mithilfe des Goethe-Instituts sein Klaviermeisterwerk Das Buch der Klänge / The Book of Sounds mit weltweit großem Erfolg. Ottes Beiträge im Bereich der Multimedia- und Klangkunst sind vielfältig: Neben Musikstücken umfasst sein Werk auch Klanginstallationen, Musiktheaterstücke oder Gedichte.

Die Idee, das Festival Hans Otte : Sound of Sounds ins Leben zu rufen, entstand nach einem E-Mail-Austausch zwischen zwei Fremden, die zu Freunden wurden: dem deutschen Pianisten, Komponisten, Dramaturgen, Kuratoren, Forscher, Musikproduzenten, Dozenten und Professor Ingo Ahmels, der zwischen 1995 und 2007 – dem Todesjahr des Komponisten – als Assistent von Hans Otte arbeitete und ihm seine Doktorarbeit widmete, und der portugiesischen Pianistin, Performerin und Forscherin Joana Gama, der treibenden Kraft des Festivals. Die Kuratorenschaft liegt somit bei Ingo Ahmels und Joana Gama, in Koproduktion mit dem Goethe-Institut Portugal, welches das Projekt seit seiner Entstehung unterstützt.

Das Festival Hans Otte : Sound of Sounds findet von Oktober 2021 bis April 2022 in vier portugiesischen Städten statt. Es umfasst einen Zyklus von Konzerten, einem Musiktheater, Ausstellungen und auch akademischen Konferenzen, die sich über verschiedene Publikumsgruppen und Ansätze erstrecken, nachdem im Oktober 2020 Hans Ottes Das Buch der Klänge von der Pianistin Joana Gama in Portugal erstaufgeführt wurde. Das Festival findet im Oktober und November in Lissabon statt. Anschließend reist es im Dezember nach Évora, im Januar nach Guimarães und im April und Mai nach Viseu, bevor es nach Lissabon zurückkehrt.

Die Eröffnung des Festivals Hans Otte : Sound of Sounds am 23. Oktober fällt mit der Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung in der Brotéria in Lissabon (bis 27. November) zusammen, die die beiden archetypischen Klanginstallationen Ich-Atemobjekt (1970) und Namenklang (1995) von Hans Otte sowie eine repräsentative Auswahl seiner Partituren und Zeichnungen zeigt. Ergänzt wird dies durch biografische Fotografien, insbesondere von der Tochter des Komponisten, der Fotografin Silvia Otte. Die Ausstellung, zu der auch das Werk Air – Hommage an Hans Otte, John Cage und den Klang der Klänge (2019/20) von Ingo Ahmels gehört, das auf einem Text basiert, den Hans Otte als Hommage an John Cage schrieb, folgt dem Weg des Festivals und bleibt etwa einen Monat lang in jeder Stadt (Eröffnungen in Évora am 4. Dezember, Guimarães am 8. Januar und Viseu am 7. April).

Auf die Eröffnung der Ausstellung folgt am 4. November eine Konferenz im Goethe-Institut in Lissabon, die dem Konzert Orient:Okzident - Cage:Otte in der Culturgest zuvorgeht, einer Premiere in Portugal und einer der Höhepunkte des Festivals. In dieser Konferenz, die in Zusammenarbeit mit dem Centro de Estudos de Sociologia e Estética Musical (CESEM - NOVA FCSH) veranstaltet wird, reflektiert die legendäre Pianistin Margaret Leng Tan gemeinsam mit Joana Gama und Ingo Ahmels, den Kuratoren des Festivals Hans Otte : Sound of Sounds, über die ebenso einzigartigen wie unterschiedlichen Wege von Hans Otte und John Cage – zwei Komponisten, die durch eine enge Freundschaft und gegenseitige Bewunderung verbunden sind. Auch die Konferenz wird weiter reisen, mit Terminen in Évora am 2. Dezember und Guimarães am 7. Januar 2022.

Am 6. November findet Orient:Okzident - Cage:Otte statt, ein Konzert für zwei Klaviere in einem "präparierten Konzertsaal", das von Ingo Ahmels (Konzeption und Sounddesign) als Hommage an Hans Otte konzipiert, 2006 erstaufgeführt und 2008 bei WERGO veröffentlicht wurde. Damals waren zwei männliche Pianisten – Elmar Schrammel und Philipp Vandré – an der Interpretation beteiligt, und nun wurden zwei Pianistinnen für die Interpretation der Klaviermeisterwerke von John Cage und Hans Otte gewählt: Margaret Leng Tan, eine der angesehensten Interpret*innen experimenteller amerikanischer Musik, die von der New York Times als "Königin des Spielzeugklaviers" bezeichnet wurde und eng mit John Cage zusammenarbeitete, spielt eine Auswahl aus dem bahnbrechenden Klavierwerk des amerikanischen Komponisten, Sonates and Interludes, während die renommierte portugiesische Pianistin Joana Gama eine Auswahl aus Hans Ottes Zyklen Das Buch der Klänge und Stundenbuch vorträgt. Im Rahmen des Festivals wird das Konzert Orient:Okzident - Cage:Otte einmalig in Portugal aufgeführt.

Ursprünglich war das Festival für das Jahr 2020 geplant, doch die aktuelle Pandemie machte es unmöglich, das Festival durchzuführen. So fand nur die Premiere des Zyklus Das Buch der Klänge von Hans Otte im Oktober 2020 in einem Konzert in der Culturgest mit der Pianistin Joana Gama, statt. Im Rahmen des Festivals wird RTP2 am 24. Oktober eine unveröffentlichte Aufnahme mit Joana Gama ausstrahlen, die im renovierten Gewächshaus des Botanischen Gartens von Coimbra entstanden ist. Das Konzert wird am 3. Dezember in Évora, am 8. Januar in Guimarães und am 4. März in Viseu aufgeführt. Zusammen mit der Premiere dieses Konzerts im Jahr 2020 förderte die Culturgest auch den Start einer Microsite mit Informationen über den Komponisten sowie Musikstücken, die bei sechs portugiesischen Musikern – Bernardo Álvares, Helena Espvall, Joana Da Conceição, Norberto Lobo, Pedro Melo Alves und Violeta Azevedo – in Auftrag gegeben wurden. Es entstand eine Hommage in Form von Konzertstücken, die für das Online-Format aufbereitet wurden unter dem Titel Abrindo o Livro dos Sons.

Abgerundet wird das Festivalprogramm durch die Weltpremiere des Musiktheaterstücks J-CHOES, J'ai faim mit Klaviermusik von John Cage, Hans Otte, Erik Satie und Arnold Schoenberg, das am 8. April im Teatro Viriato in Viseu und am 11. April im Goethe-Institut in Lissabon aufgeführt wird und die künstlerische Verbundenheit zwischen den Schauspieler*innen, den Figuren und bestimmten Klavierstücken der genannten Komponisten vermittelt. Das Stück ist für drei Pianist*innen konzipiert und wird von Margaret Leng Tan in der Rolle des John Cage, Joana Gama in der Rolle des Hans Otte und Ingo Ahmels in der Rolle des Erik Satie interpretiert, die künstlerische Leitung liegt bei Lou Simard.

Festival-Programm

Datum Veranstaltung Ort
23.10.2021-
27.11.2021
Ausstellung Bróteria Lissabon
04.11.2021 Konferenz
John Cage &
Hans Otte
Goethe-Institut Lissabon
06.11.2021 Konzert
Orient:Okzident – Cage:Otte

 
Culturgest Lissabon
02.12.2021 Konferenz
John Cage &
Hans Otte
Universität Évora
 
03.12.2021 Konzert
Das Buch der Klänge
Universität Évora
04.12.2021-
31.12.2021
Ausstellung Igreja São Vicente
Évora
07.01.2022 Konferenz
John Cage &
Hans Otte
CAAA
Guimarães
08.01.2022-
26.02.2022
Ausstellung CAAA
Guimarães
04.03.2022-
08.04.2022
Ausstellung Foyer Teatro Viriato
Viseu
04.03.2022 Konzert
Das Buch der Klänge
Teatro Viriato
Viseu
08.04.2022 Musiktheater
J-CHOES
Teatro Viriato
Viseu
11.04.2022 Musiktheater
J-CHOES
Goethe-Institut Lissabon

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